Im Schirmdämpfungsvergleich erreicht die Blueglobe Tri (blaue Kurve) deutliche höhere Werte als marktübliche EMV-Kabelverschraubungen.

Im Schirmdämpfungsvergleich erreicht die Blueglobe Tri (blaue Kurve) deutliche höhere Werte als marktübliche EMV-Kabelverschraubungen. Pflitsch

Auch kundenspezifische Lösungen, beispielsweise im Bereich der Miniaturisierung realisiert das Unternehmen. Denn bei kompakten Systemgehäusen ist der Platz für Kabeleinführungen begrenzt. Muss ein Anwender dann verschiedene EMV-Kabel in das Gehäuse einführen, kann es aufgrund fehlender Montagefläche zu Engpässen kommen. Um das Problem zu lösen, nutzt Pflitsch das Mehrfach-Konzept aus dem Uni-Dicht-Programm, durch das sich mehrere Kabel – auch mit unterschiedlichen Durchmessern – zuverlässig durch eine Kabelverschraubung führen lassen.

Hinter dem Dichteinsatz sitzt in der EMV-Lösung eine Scheibe aus Metall, die exakt für die verwendeten Kabeldurchmesser des Kunden angefertigt wird. In dieser Scheibe wird der Schirm jedes Kabels sicher mittels je einer Tri-Feder kontaktiert. Über einen umlaufenden Iris-Federring gelingt die zuverlässige Kontaktierung der eingesetzten Scheibe in der Kabelverschraubung. Da Pflitsch die Uni Dicht bis zur Größe M120 fertigt, ist die Integration mehrerer EMV-Kabel im Durchmesser von 5 bis 20 mm (inklusive Schirmgeflecht) möglich.

Wenn starre Kabel in den Schaltschrank müssen

Für Frequenzumrichter-, Motor- oder Bus-Kabel, bei denen einzelne Adern separat geschirmt sind, gibt es diese Blueglobe-Spezialkabelverschraubung mit Selektivschirm-Anbindung.

Für Frequenzumrichter-, Motor- oder Bus-Kabel, bei denen einzelne Adern separat geschirmt sind, gibt es diese Blueglobe-Spezialkabelverschraubung mit Selektivschirm-Anbindung. Pflitsch

Energiekabel und Leitungen mit größeren Querschnitten sind sehr starr und lassen sich daher nur mit Mühe installieren. Um diese geschirmten Kabel in einen Schaltschrank einzuführen und EMV-sicher zu kontaktieren, wurde ein teilbarer EMV-Anschluss-Bock aus vernickeltem Messing entwickelt, der die Installation vereinfacht. Denn das lästige und aufwendige Durchfädeln des Kabels entfällt.

Zunächst wird das stabile Unterteil des EMV-Bocks an der Schaltschrank-Einführung montiert, das Kabel in Position gebracht und der Kabelmantel in Höhe der Kontaktstelle entfernt, sodass das Schirmgeflecht des Kabels offen liegt. Ist das so vorbereitete Kabel im EMV-Anschluss-Bock positioniert, wird das Oberteil des Bocks aufgedrückt und mit zwei Schrauben sicher fixiert.

Dabei drückt sich die ebenfalls geteilte, nicht magnetische Tri-Feder zuverlässig rund um das Schirmgeflecht des Kabels. Den Pflitsch-EMV-Anschluss-Bock gibt es aktuell in fünf Größen für Kabeldurchmesser von 20 bis 65 mm.

Für separate Abschirmung einzelner Adern

Wenn neben EMV-Sicherheit auch Hygiene oder Design gefordert sind, eignet sich Kabelverschraubung Blueglobe Tri Clean Plus.

Wenn neben EMV-Sicherheit auch Hygiene oder Design gefordert sind, eignet sich Kabelverschraubung Blueglobe Tri Clean Plus. Pflitsch

Für die EMV-sichere Installation beispielsweise in der Robotertechnik, wo einzelne Adern von Frequenzumrichter-, Motor- oder Bus-Kabeln separat geschirmt werden müssen, entwickelte das Unternehmen eine Spezialkabelverschraubung mit Selektivschirm-Anbindung. Die Blueglobe EMV wurde dazu mit zwei Schirmkontaktelementen aus Edelstahl ausgerüstet. So ist es möglich, den äußeren Gesamtschirm des Kabels und zusätzlich zwei innenliegende Einzelkabel sicher zu kontaktieren. Diese spezielle Lösung ist verfügbar in den Größen M20, M25 und M32.

Mehrfachschirme sicher kontaktieren

In der modernen Elektronik erfüllt der Kabelschirm häufig mehrere Aufgaben: Zum einen bestimmt er maßgeblich die Kabelimpedanz, zum anderen soll er ein Aus- und/oder Einkoppeln von Signalen verhindern. Unangenehmerweise kann über das Schirmgeflecht noch ein ungewollter Potenzialausgleich stattfinden. Daher gibt es spezielle Kabel mit Mehrfachschirmen. Eine Herausforderung ist es nun, diese geschirmten Kabel EMV-gerecht im geschirmten Gehäuse und mit der Elektronik zu kontaktieren. Möglich ist dies mit der verlängerten Blueglobe Tri und ihren zwei hintereinanderliegenden Triangelfedern.

Mit dem teilbaren EMV-Adapter lässt sich die HF-Dämpfung einer EMV-Verschraubung durch eine 2. Kontaktierung des Kabelschirms erhöhen und Standard-Kabelverschraubungen für EMV-Anwendungen aufrüsten.

Mit dem teilbaren EMV-Adapter lässt sich die HF-Dämpfung einer EMV-Verschraubung durch eine 2. Kontaktierung des Kabelschirms erhöhen und Standard-Kabelverschraubungen für EMV-Anwendungen aufrüsten. Pflitsch

Über die erste Feder wird der äußere Schirm des Kabels direkt außen am Gehäuse kontaktiert, während die zweite Feder den inneren Schirm mit dem Gehäuse niederimpedant verbindet. Der mögliche dritte Schirm lässt sich dann bis zum Massesternpunkt im Schaltschrank weiterführen und dort auflegen. Diese Lösung erreicht eine Schirmwirkung von besser -80 dB bei Frequenzen bis über 1 GHz. Des Weiteren verdoppelt sich die Stromtragfähigkeit, wichtig zum Beispiel bei Frequenzumrichtern und im Bereich der Elektromobilität: Hier sind hochfrequente Schirmströme von mehr als 25 A nichts Außergewöhnliches.

„KokeT“ – das EMV-Messverfahren ohne teure Messtechnik

Koket ist ein nach IEC 62153-4-10 anerkanntes, aber preiswertes Messverfahren entwickelt, das die Schirmdämpfung und die Transferimpedanz von radialen Bauteilen wie Kabelverschraubungen bis M 85 von DC bis über 1,5 GHz misst. Zu sehen ist die offene Messdose. Pflitsch

Koket ist ein nach IEC 62153-4-10 anerkanntes, aber
preiswertes Messverfahren, das die Schirmdämpfung und die Transferimpedanz von radialen Bauteilen wie Kabelverschraubungen bis M 85 von DC bis über 1,5 GHz misst. Zu sehen ist die offene Messdose.
preiswertes Messverfahren, das die Schirmdämpfung und die Transferimpedanz von radialen Bauteilen wie Kabelverschraubungen bis M 85 von DC bis über 1,5 GHz misst. Zu sehen ist die offene Messdose.
preiswertes Messverfahren, das die Schirmdämpfung und die Transferimpedanz von radialen Bauteilen wie Kabelverschraubungen bis M 85 von DC bis über 1,5 GHz misst. Zu sehen ist die offene Messdose.
preiswertes Messverfahren, das die Schirmdämpfung und die Transferimpedanz von radialen Bauteilen wie Kabelverschraubungen bis M 85 von DC bis über 1,5 GHz misst. Zu sehen ist die offene Messdose.
preiswertes Messverfahren, das die Schirmdämpfung und die Transferimpedanz von radialen Bauteilen wie Kabelverschraubungen bis M 85 von DC bis über 1,5 GHz misst. Zu sehen ist die offene Messdose. Pflitsch

Bild 10: Messprinzip des Messverfahrens Koket.

Messprinzip des Messverfahrens Koket.

Bei der Entwicklung der hochwertigen EMV-Kabelverschraubungen erkannten die Experten von Pflitsch, dass keines der etablierten Messverfahren zur Bewertung des Schirmverhaltens von Kabelverschraubungen wirklich geeignet ist, eindeutige und reproduzierbare Messergebnisse zum Schirmverhalten dieser Bauteile zu liefern. Außerdem erfordern die gängigen Verfahren eine sehr teure Messtechnik.

Pflitsch hat daraufhin das international genormte Messverfahren für Koaxstecker, das Triaxialverfahren (nach IEC 61 196-1, IEC 61 196-A, prEN 50 289-1-6 A +C, VG 95 214-12 und  VG 95 214-13), weiter entwickelt. Das Koket (Koaxiale Kelvin Tube) ist in der Lage, die Schirmdämpfung und die Transferimpedanz (absolut) von DC bis über 1,5 GHz zu messen. Vergleichsmessungen zeigen, dass dieses Verfahren in dem wichtigen Frequenzbereich von 25 bis 130 MHz um rund 20 dB schärfer misst als die gebräuchlichen Verfahren.

Koket ist mittlerweile in der aktuellen IEC 62153-4-10 als anerkanntes Messverfahren gelistet. In seinem Prüflabor nutzt Pflitsch das Verfahren für eigene Bauteilentwicklung, bietet es zur besseren Abschätzung von radialen EMV-Bauteilen aber auch als Dienstleistung an.

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