Mit der Übernahme von Analytik Jena möchte Endress+Hauser vom Labor über das Technikum bis zur industriellen Produktion mit seiner Messtechnik vertreten sein.

Mit der Übernahme von Analytik Jena möchte Endress+Hauser vom Labor über das Technikum bis zur industriellen Produktion mit seiner Messtechnik vertreten sein.Analytik Jena

Endress+Hauser möchte sowohl die ursprünglich von der niederländischen Verder-Gruppe gehaltenen Anteile als auch die Aktien, die im Rahmen der Kapitalerhöhung nicht bezogen worden sind, übernehmen. „Wir haben deshalb gestern die Kontrollerlangung und unsere Entscheidung zur Abgabe eines Pflichtangebots veröffentlicht“, erklärte Dr. Heiner Zehntner, Mitglied des Vorstands der Endress+Hauser Gruppe. Das Unternehmen will mit der Übernahme ein Standbein in der Laboranalytik aufbauen. Analytik Jena ist in der klassischen Analysenmesstechnik (Analytical Instrumentation) sowie in Biotechnologie und molekularer Diagnostik aktiv. Zudem sieht Klaus Endress, CEO der Endress+Hauser Gruppe, vielversprechende Einsatzmöglichkeiten von Technologien aus der Labormesstechnik in der Prozessmesstechnik und umgekehrt: „Wir werden künftig vom Labor über das Technikum bis zur industriellen Produktion durchgängig mit unserer Messtechnik vertreten sein.“

Der Angebotspreis von 13,75 Euro pro Aktie liege über den Preisen, die Endress+Hauser im Vorfeld des Angebots für Anteile an Analytik Jena bezahlt hat. „Wir halten das Angebot unter Berücksichtigung der aktuellen Situation und der Zukunftsaussichten der Gesellschaft für fair und angemessen“, ergänzte Dr. Luc Schultheiss, CFO der Endress+Hauser Gruppe.

Das Land Thüringen und Klaus Berka, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Analytik Jena, begrüßten die Aufstockung der Anteile durch Endress+Hauser. Das Land hält über einen Fonds derzeit 17,79 % an Analytik Jena; Klaus Berka besitzt 9,93 % an der Gesellschaft. Beide Anteilseigner werden zu einem späteren Zeitpunkt in Verhandlungen zum Verkauf ihrer Pakete eintreten. Im Fokus dieser Gespräche werden die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens sowie seine Einbindung in die Endress+Hauser Gruppe stehen.

Klaus Berka kündigte an, er wolle – vorbehaltlich der Verlängerung seines Vertrags durch den Aufsichtsrat der Analytik Jena – diesen Prozess begleiten. „Wir freuen uns über die Zusage von Herrn Berka, die Analytik Jena auch nach einer Übernahme durch Endress+Hauser als Vorstandsvorsitzender zu leiten“, erklärte Klaus Endress. „Wir wollen Analytik Jena als eigenständiges Unternehmen erhalten“, betonte er.