Umsatzentwicklung Sensorik 2008 nach Firmengröße ( Quelle: AMA Januarumfrage)

Umsatzentwicklung Sensorik 2008 nach Firmengröße ( Quelle: AMA Januarumfrage)

Die traditionelle Januarumfrage unter den Mitgliedern des AMA Fachverband für Sensorik e.V. ergab einen Umsatzzuwachs für das gesamte Jahr 2008 gegenüber dem Spitzenjahr 2007 von 3,3%, was in der Hochrechnung einem Marktzuwachs von ca. 800 Mio. € entspricht. Betrachtet man jedoch die beiden Halbjahre getrennt, so zeigt sich eine eher dramatische Situation: auf ca. 6,5% Zuwachs folgte – erstmalig seit dem Start der Umfrage vor ca. 15 Jahren in der zweiten Jahreshälfte ein Umsatzrückgang gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2007 von 0,4% – betrachtet man nur die Ergebnisse aus Deutschland sogar ein Rückgang von 1%.

„Und in der Trennung der Ergebnisse nach Anbietern aus Deutschland und der Schweiz,“ so Johannes W. Steinebach, Schatzmeister des AMA Fachverband für Sensorik e.V., „zeigt sich auch eine der möglichen Ursachen für diese Entwicklung. Die Kollegen aus der Schweiz, wo es keine Automobilhersteller und kaum Automobilzulieferanten aus der Sensorik   gibt, verbuchten in beiden Halbjahren über 9% Zuwachs.“ In der Einschätzung der Chancen für 2009 sind sich beide Untersuchungsgruppen dann wieder einig. Deutsche wie Schweizer gehen von einem realen Nullwachstum beim Umsatz – immerhin eine „schwarze Null“ – aus und sind sich damit einig, dass die Rezession von der Automobilindustrie und ihren Zulieferern auch auf andere Industrieanwendungen übergreifen wird.

Vielfach wird in den Medien ein Einbruch der Exporte zumindest zum Teil für die Rezession verantwortlich gemacht. Diese Aussage kann für die Sensorik – weder in Deutschland noch in der Schweiz – als Begründung herangezogen werden. Tatsächlich konnten die Firmen sogar einen geringen Zuwachs bei ihren Exporten buchen.

Wie beim Umsatz so hat auch bei der Personalentwicklung die Realität alle Planungen überholt. Zwar wurden 2008 hochgerechnet ca. 4800 neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen, das entspricht einem Zuwachs von etwa 2%. Der Zuwachs fiel jedoch deutlich geringer aus als zu Jahresbeginn 2008 noch budgetiert war. In relativen Zahlen bedeutet das ein Personalzuwachs für die deutschen Firmen von ca. 1,7% und für die aus der Schweiz von 5,4%. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Planungen für das laufende Jahr 2009: in Deutschland sollen 2009 erstmals seit dem Start der AMA Umfrage in der Hochrechnung Arbeitsplätze in sehr geringem Umfang abgebaut werden, was sicherlich besonders schmerzlich sein dürfte, da insbesondere die kleineren Firmen erhebliche Probleme haben, qualifiziertes Personal zu finden. Die Sensorik in der Schweiz will dagegen noch einmal um ca. 2,1% wachsen.

Anders als bei der Umsatz- und bei der Personalentwicklung fällt die durchschnittliche Investitionsentwicklung für 2008 gegenüber 2007 sowie die Investitionsplanung für 2009 mit   gut 6% bzw. knapp 3% durchaus nicht „aus dem Rahmen“.

„Alles in allem war 2008 sicherlich ein ungewöhnliches Jahr in den Bereichen Umsatz und Personal, und so richtig kann eigentlich auch niemand sagen, wie die Entwicklung weitergeht bzw. wann das Ende der Talfahrt erreicht sein wird.“ so das Fazit vom AMA Schatzmeister, „Auch wenn in früheren Jahren unsere Mitglieder in der Regel zu etwa 90% Umsatz- und ca. 70% Personalwachstum geplant hatten, so gilt das jetzt nur noch – oder sollte ich nicht besser sagen immerhin noch? – für 54% bzw. 38% unserer Mitglieder.“(jj)