Was ist bezüglich EN 61000-3-2 zu beachten

Es wird scharf geschossen!

Seit Anfang des Jahres gilt bezüglich der Oberschwingungsströme gemäß der EN 61000-3-2 eine neue Ausgabe mit der Ergänzung A14 – die Übergangsfrist ist vorbei. Das Bundesministerium wird zukünftig verschärft Überprüfungen hinsichtlich der CE-Konformität vornehmen.

Klassische Stromversorgungskonzepte, bestehend aus Gleichrichterbrücke und Kondensator, weisen einen Stromfluss pro Halbwelle von ca. 1 bis 2 ms auf. Während der restlichen Zeit (8 bis 9 ms) fließt kein Strom – dadurch entstehen Oberwellen. Bei großen Netzen, wie beispielsweise in Wohnsiedlungen, fließen in diesen eben genannten ein bis zwei Millisekunden tausende Ampere und in der restlichen Zeit der Halbwelle nur der Strom von linearen Verbrauchern (z. B. Glühlampen etc.).
Daraus ergeben sich gewaltige Oberschwingungsströme, die wiederum vom Trafo in Wärme umgesetzt werden. Dies bedeutet, dass Trafos oft bei einer Belastung von nur zehn Prozent ihrer Nennlast in die thermische Begrenzung gehen, weil in diversen Stromversorgungen (PC, TV usw.) zu viele Oberschwingungsströme erzeugt werden. Aus diesem Grund ist es verständlich, dass diese Oberschwingungsströme begrenzt werden müssen.
Eine praktische Möglichkeit zur Reduktion der Oberwellen ist eine aktive Leistungsfaktor-Korrektur. Prinzipiell müssen Netzteile eine Power-Factor-Correction (PFC) aufweisen, welche dem Netz sinusförmige Ströme entnehmen. Vorschaltgeräte, die die gesamte Energie „umwandeln“ sind schwer und teuer. Neuartige, intelligente Vorschaltgeräte, die nur die Oberwellen kompensieren, stellen eine universelle Lösung dar.

EMV und Serienproduktion
EMV-Prüfungen werden hauptsächlich an Prototypen oder Vorseriengeräten, nicht aber an Chargen aus der laufenden Produktion, durchgeführt. Es ist aber wichtig zu bemerken, dass das Prüfergebnis über die Abnahme eines Prüflings – bezüglich des Seriengerätes – nur dann Gültigkeit besitzt, wenn die Serie identisch mit dem EMV-geprüften Gerät ist. Daher ist es zwingend notwendig, an diversen Fertigungslosen die Konformität mit der EMV-Richtlinie nachzuweisen. In der Praxis sieht es meistens so aus, dass ein EMV-Prototyp abgenommen wird und in der Serie überhaupt keine Überprüfungen mehr durchgeführt werden. Es ist auch ausdrücklich in vielen Normen darauf verwiesen, wie die Serienqualität (statistische Methoden) zu überprüfen ist.
Rechtlich gesehen ist immer der Hersteller für die CE-Konformität der Produkte verantwortlich, die er produziert. Das Testhaus übernimmt nur die Verantwortung für die korrekt durchgeführten Prüfungen an einem oder mehreren Geräten (je nach anzuwendender Norm). Sollte dieser Prüfling in der Serienproduktion geändert werden, so haftet der Hersteller alleine. Es könnte im Falle einer Beanstandung auch zu rechtlichen Schritten kommen, da er die CE-Konformität für das Seriengerät nicht nachweisen kann. Aus diesem Grund ist es zwingend notwendig, auch Serienprodukte ständig zu überprüfen.

C&P DI. Suschnig
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