Wie Qualcomm am 18. Januar 2018 bekanntgab, haben sowohl die Wettbewerbsbehörden der Europäischen Union als auch Südkoreas ihre Erlaubnis für eine mögliche Übernahme von NXP erteilt. Nur die Zustimmung der chinesischen Autoritäten steht nun noch aus. Um Grünes Licht aus Brüssel zu erhalten, musste der kalifornische Konzern jedoch Zugestänisse machen. So müssen bestimmte Patente aus dem Bereich der Nahfeld-Kommunikation (NFC) aus der Transaktion ausgeschlossen und dritten Parteien zugänglich gemacht werden.

Qualcomm NXP Deal CES

Der Automotive-Stand von Qualcomm auf der CES 2018. Alfred Vollmer

Auch die Interoperabilität zwischen Qualcomms Basisband-Chipsets und NXPs NFC-Chips sowie den Basisband-Chipsets anderer Hersteller und deren NFC-Chips muss erhalten bleiben. Darüber hinaus sicherte Qualcomm zu, Wettbewerbern den Zugang zur MIFARE-Technologie zu ermöglichen, die von verschiedenen Verkehrsbetrieben als Plattform für den Verkauf von Fahrkarten zum Einsatz kommt. „Wir sind optimistisch, dass China seine Zustimmung geben wird“, sagte Qualcomm-CEO Steve Mollenkopf. „Die Übernahme von NXP würde das globale Portfolio von Qualcomm ergänzen, indem es einen enormen Umfang aus dem Automotive-, IoT-, Security- und Networking-Bereich beisteuert.“

Ob die Elefantenhochzeit zustandekommt, ist unabhängig von der Zustimmung Chinas fraglich. Zum einen stößt das auf 47 Milliarden Dollar bezifferte Angebot nur auf geringe Nachfrage bei den Aktionären, sodass es mehrfach verlängert werden musste. Hinzu kommt, dass Qualcomm derzeit selbst Gegenstand eines feindlichen Übernahmeversuchs ist: Chiphersteller Broadcom bot 130 Milliarden Dollar für das US-Unternehmen.