25 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben in einer Erklärung zum Ausdruck gebracht, eine sichere und wettbewerbsfähige Cloud-Infrastruktur sowie Cloud-Dienste für Europa entwickeln zu wollen. Ein gemeinsamer Ansatz zum Aufbau einer European Cloud Federation soll die digitale Souveränität Europas stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und Industrie erhöhen. Die europäische Cloudinfrastruktur soll die Digitalisierung unterstützen und damit auch zu einer effizienten öffentlichen Verwaltung, einer besseren Gesundheitsversorgung und einer nachhaltigeren Umweltpolitik beitragen.

Peter Altmaier, Bundeswirtschaftsminister

Von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier kam das Eingangsstatement bei der Informellen Videokonferenz der für Telekommunikation/Digitales zuständigen Ministerinnen und Minister zum Thema digitale Transformation. BMWi

Die European Cloud Federation soll durch eine europäische Vernetzung Synergien zwischen bestehenden Daten- und Cloudinitiativen schaffen. Dabei soll das Projekt GAIA-X, das den Aufbau der nächsten Generation einer Dateninfrastruktur für Europa zum Ziel hat, einen wichtigen Beitrag leisten.

Der gemeinsamen Erklärung zu Folge erkennen die Mitgliedstaaten den Bedarf an zusätzlichen Investitionen sowie verstärkten Synergien zwischen nationalen Initiativen, Infrastrukturen und Diensten. Dies bedeutet, dass die nächsten Schritte gemeinsam mit der Industrie und Experten gegangen werden müssen, um eine European Alliance on Industrial and Data Cloud zu gestalten.

  • So soll es einen europäischen Ansatz zur Bündelung von Cloud-Kapazitäten geben. Dabei werden gemeinsame technische Lösungen und politische Normen entwickelt, um europaweit interoperable EU-Cloud-Dienste zu fördern.
  • Die EU-Länder wollen die Einführung von sichereren, interoperablen und energieeffizienten Datenzentren und Cloud-Diensten fördern, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, Start-ups und den öffentlichen Sektor.

Industrie, Experten und Staaten sollen zusammenarbeiten

Bis Ende des Jahres soll schließlich eine European Alliance on Industrial and Data Cloud ins Leben gerufen werden. Es ist geplant, dass innerhalb dieses Bündnisses interessierte Mitgliedstaaten, Industrien und einschlägige Experten zusammenarbeiten, um einen detaillierten Geschäfts-, Investitions- und Implementierungsplan für den Einsatz der Cloud-Kapazitäten der nächsten Generation für den öffentlichen und privaten Sektor zu entwerfen.

Bitkom-Präsident Achim Berg begrüßte diesen Vorstoß: „Die Initiative der EU-Länder ist ein Durchbruch für eine gemeinsame europäische Cloud-Politik.“ Der Bitkom unterstütze dabei das Anliegen, ein Regelbuch für die Cloud zu erarbeiten. Dieses Regelbuch müsse auf Basis passender und sachgerechter bestehender technischer Standards und Normen entwickelt werden.

„Dies kann die Rechtssicherheit für Anbieter und Anwender erhöhen und so die Verbreitung von Cloud-Anwendungen vorantreiben“, sagte Berg. Letztlich reichten gemeinsame Erklärungen aber nicht aus. Für eine europäische Cloud- und Dateninfrastruktur spiele die deutsch-französische Organisation GAIA-X eine entscheidende Rolle. „Es ist daher richtig, dass die EU-Staaten GAIA-X als ihr gemeinsames Fundament für die künftigen europäischen Datenräume und ein europäisches Cloud-Ökosystem nutzen wollen“, meinte der Bikom-Präsident. Jetzt müsse GAIA-X möglichst schnell mit echtem Mehrwert für Anwender an den Markt gebracht werden.