Digitalisierung und künstliche Intelligenz sollen für große Fortschritte in der medizinischen Versorgung der Menschen führen.

Die Digitalisierung schreitet in der Medizintechnik voran.

Die Digitalisierung schreitet in der Medizintechnik voran. Aesculap

„Wir stehen erst am Beginn einer medizintechnischen Revolution“, teilt der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, in seinem neuen Jahresbericht 2018/19 mit. Der rasante technische Wandel ist Treiber des medizintechnischen Fortschritts.

„Diese dynamische Entwicklung können wir aber nicht mit den herkömmlichen Bewertungs- und Erstattungsstrukturen begleiten. Wir brauchen neue und mutige Wege. Wir brauchen Fast-Track-Verfahren für digitale Medizin. Wir brauchen eine eigene Bewertungsmethodik für innovative Medizintechnologien“, schreibt der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan im Vorwort des neuen BVMed-Jahresberichts.

„Mit neuer, digitaler Medizin ist die Hoffnung verbunden, Krankheiten früher zu erkennen, besser behandeln zu können und die Lebensqualität zu verbessern“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Außerdem könne die Digitalisierung Prozesse in der Patientenversorgung optimieren und helfen, Kosten im System zu sparen. Der nächste große Schritt in der Revolution der Gesundheitsversorgung werde wie in vielen anderen Bereichen die Künstliche Intelligenz sein. Um die Innovationskraft der MedTech-Branche zu erhalten, müssten die Erstattungs- und Bewertungssysteme aber an die Dynamik der Technologien angepasst werden, „damit die Patienten auch in Zukunft ohne Verzögerungen am medizinischen Fortschritt teilhaben können“.

  • Dem Jahresbericht zufolge wird die überdurchschnittlich innovative MedTech-Branche aufgrund der demografischen Entwicklung, des medizintechnischen Fortschritts und der Dynamik in den Schwellen- und Entwicklungsländern ein Wachstumsmarkt bleiben. Experten gehen von einem jährlichen Wachstum von vier bis fünf Prozent aus.
  • Der Gesamtumsatz der produzierenden Medizintechnikunternehmen (mit über 20 Beschäftigten) betrug in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2017 knapp 30 Milliarden Euro. Der Exportanteil liegt bei rund 65 Prozent.
  • 93 Prozent der MedTech-Industrieunternehmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter. Das verdeutlicht, wie mittelständisch die Branche in Deutschland geprägt ist.
  • Die Medizinprodukte-Hersteller beschäftigen in Deutschland rund 140.000 Mitarbeiter in 1.300 Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten. Hinzu kommen mehr als 11.000 Kleinstunternehmen mit weiteren 60.000 Beschäftigten, so dass die MedTech-Branche in Deutschland über 200.000 Menschen beschäftigt.