Auf die Schnelle

Das Wesentliche in 20 Sek.

  • Bei Fehlerausschlüssen liegt das Haftungsrisiko beim Konstrukteur.
  • Fehlerausschlüsse sind haftungskritisch, wenn der aktuelle Stand der Technik das vermeiden kann.
  • Das modulare Zuhaltungssystem Safemaster STS wurde ohne Fehlerausschlüsse konzipiert.
Das Sicherheitsschalter- und Schlüsseltransfersystem Safemaster STS für Anwendungen bis Kategorie 4 / PL e kennt keine Fehlerausschlüsse.

Das Sicherheitsschalter- und Schlüsseltransfersystem Safemaster STS für Anwendungen bis Kategorie 4 / PL e kennt keine Fehlerausschlüsse. Dold&Söhne

Bei der Entwicklung eines Sicherheitssystems für eine Anlage oder Maschine muss bei der Wahl und Zusammenstellung der Bauteile die Eignung für eine bestimmte Verwendung berücksichtigt werden. Diese wird nicht nur von mechanischen Eigenschaften bestimmt, etwa der Stabilität und Wahl der Werkstoffe, sondern auch von normativen Vorgaben und Sicherheitsaspekten, beispielsweise von der Struktur (Kategorie), Zuverlässigkeit (MTTFd) und Fehlererkennungsmechanismen (DC). Häufig stoßen Konstrukteure und Planer diesbezüglich jedoch an Grenzen, die sie nur durch den Ausschluss eines Fehlers beseitigen können.

Warum Fehlerausschlüsse?

Laut EN ISO 13849-1 Abschnitt 7.3 sind Fehlerausschlüsse ein Kompromiss zwischen den technischen Sicherheitsanforderungen und der theoretischen Möglichkeit des Auftretens eines Fehlers. Bevor Fehlerausschlüsse in einem Sicherheitssystem überhaupt in Betracht gezogen werden, sollten die Gründe dafür gut überlegt sein. Schließlich ist nach den allgemeinen Grundsätzen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG der Stand der Technik einzuhalten. Dies sollte stets auch vor dem Hintergrund der BetrSichV §12 Abs 1 abgewogen werden, die ebenso eine Konstruktion oder Maschinenauslegung entsprechend dem Stand von Wissenschaft und Technik verlangt. Diesbezüglich sei auch auf die technischen Regeln für Betriebssicherheit TRBS 1111 (Bekanntmachung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom 15. September 2006, BAnz. 232a vom 9. Dezember 2006, S.7) verwiesen.

Unter bestimmten Bedingungen kann es notwendig sein, Fehler auszuschließen. Voraussetzung hierfür ist unter anderem die technische Unwahrscheinlichkeit des Fehler-Auftretens, allgemein anerkannte technische Erfahrung und die technische Anforderung in Bezug auf Anwendung und Gefährdung. Das Risiko trägt dann der Konstrukteur. Anders verhält es sich, wenn Fehlerausschlüsse aus finanziellen Gründen vorgenommen werden, zum Beispiel durch den Einsatz günstigerer Komponenten – obwohl eine technische Lösung ohne Fehlerausschluss existiert.

Elektromechanische Schutztürabsicherung mit Freigabe von 6 Schlüsseln zum Öffnen von verdrahtungslos abgesicherten Nebentüren

Elektromechanische Schutztürabsicherung mit Freigabe von 6 Schlüsseln zum Öffnen von verdrahtungslos abgesicherten Nebentüren Dold&Söhne

Fehlerausschlüsse – die Konsequenzen

Man sollte sich stets über die Konsequenzen von Fehlerausschlüssen im Klaren sein: Derjenige, der einen Fehlerausschluss beansprucht, kann im Fehlerfall zur Verantwortung gezogen werden. Darüber hinaus muss die Begründung für einen Fehlerausschluss in der Dokumentation aufgeführt und der Maschine beziehungsweise der Anlage beigelegt werden. Gegenüber dem Einsatz von Produkten, die keine Fehlerausschlüsse benötigen, wäre dies ein klarer Nachteil.

Die Folgen, falls ein ausgeschlossener Fehler doch auftreten sollte, sind jedenfalls nicht zu vernachlässigen, nicht nur in Bezug auf die direkten Folgen, sondern auch in Bezug auf bereits ausgelieferte Maschinen und Anlagen. Die Meldungen über kostspielige Rückruf- und Nachrüstaktionen in der Automobilbranche sind deutliche Belege.

Maschinenhersteller, die fremdbezogene Komponenten mit Fehlerausschluss einsetzen, sollten sich darüber im Klaren sein: Sie haften im Fehlerfall!

Rein mechanische Schutztürabsicherung

Rein mechanische Schutztürabsicherung Dold&Söhne

Besser ohne Fehlerausschlüsse

Auch aus diesem Grund hat Dold & Söhne ein Sicherheitsschalter- und Schlüsseltransfersystem ohne Kompromisse entwickelt – das heißt ohne jegliche Fehlerausschlüsse. Das vom TÜV zertifizierte System Safemaster STS ist für den Einsatz in Sicherheitsanwendungen bis Kategorie 4/PL e nach EN/ISO 13849-1 geeignet. Damit wird dem Konstrukteur oder Anlagenplaner die Verantwortung zwar nicht abgenommen, aber die Entscheidung zumindest leichter gemacht.

Das in Edelstahl und Kunststoff verfügbare System hat darüber hinaus weitere wichtige Eigenschaften. Dazu zählen etwa der modulare Aufbau und die Erweiterbarkeit und damit die flexible Anpassung an die Applikation des Anwenders. Safemaster STS kombiniert die Vorteile von Sicherheitsschaltern, Zuhaltungen, Schlüsseltransfer sowie Befehlsfunktionen. Das modulare System mit der Möglichkeit, Türen verdrahtungslos abzusichern, reduziert für Anwender den Installations-, Nachrüstungs- und Wartungsaufwand. Und mit der Edelstahlausführung bietet das System eine Lösung, die auch rauesten Umgebungsbedingungen trotzt.

Keine Fehlerausschlüsse verringert Haftungsrisiken

Möchten Maschinenbauer das Haftungsrisiko für ihre Maschinen und Anlagen minimieren, empfiehlt sich die Verwendung von Komponenten für höchste Sicherheitsanforderungen. Dabei sollten die Bauteile den erforderlichen Performance Level erreichen, ohne dass irgendwelche Fehlerausschlüsse nötig sind. Unabhängig von den Anschaffungskosten erweist sich diese Strategie langfristig gesehen als günstigere Option, da sie vor unkalkulierbaren Risiken und eventuellen Regressansprüchen schützt.

Sicherer Frequenzwächter mit UL-Zulassung

Antriebe sensorlos absichern

Der Frequenzwächter UH 6937 aus der Safemaster S Serie schafft neue Möglichkeiten für Konstruktion, Planung und Nachrüstung in der Maschinensicherheit. Die Überwachung der Ausgangsfrequenz von Antriebsumrichtern ist dabei nur eines der Einsatzgebiete. Bei Über-, Unterfrequenz oder bei Verletzung des eingestellten Fensterbereichs schaltet der Frequenzwächter sicher ab und verhindert dadurch gefahrbringende Situationen. Überwacht werden kann ein breites Spektrum an Wechselspannungen bis 690 V, bei denen die Frequenz wichtiges Sicherheitskriterium der Anwendung ist.

Abhängig von der Betriebsart der Maschine lässt sich einer der bis zu vier vorkonfigurierten Parametersätze über Eingangsklemmen sicher auswählen. Im Automatikbetrieb können dadurch beispielsweise zu hohe Geschwindigkeiten verhindert werden, die eine gefahrbringende Situation hervorrufen und einen Totalausfall der Maschine verursachen können. Im Einrichtbetrieb muss der Maschinenbediener die Maschine nicht komplett ausschalten, sondern kann mit reduzierten Geschwindigkeiten das Risiko minimieren und Abläufe effizienter gestalten. Dadurch erhöht der Frequenzwächter die Sicherheit der Mitarbeiter und die Effizienz der Maschinen.

Redundante, zwangsgeführte Relaiskontakte schalten in Anwendungen bis PL e / Kat. 4, SIL 3 bei Gefahren sicher ab. Muting-Funktion und Analogausgang zur Weiterverarbeitung der gemessenen Frequenz komplettieren das einfach zu handhabende Gerät: Die Einstellungen erfolgen menügeführt über ein beleuchtetes Display, das im Betrieb den aktuellen Status und die gemessene Frequenz anzeigt. Zugelassen ist der Frequenzwächter für den Einsatz in der Antriebstechnik nach EN 61800-5-2 als auch für Anwendungen der Prozessindustrie nach EN 61511.