Flacher Ring aus Wassermolekülen

US-Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, das kleinste natürlich vorkommende Eiskristall – einen flachen Ring aus sechs Wassermolekülen – auch im Labor herzustellen. Die Chemiker der University of North Carolina nahmen dabei flüssiges Helium zu Hilfe, um die Ringstruktur während des Gefrierens vor dem üblichen Kollaps zu bewahren. Dieser Erfolg wird zum einen der Grundlagenforschung des Lebenselementes Wasser zugute kommen, zum anderen verspricht er neue Möglichkeiten für die Pharmaindustrie, wo auf den „Zusammenbau“ von Molekülen nach Wunsch viel Geld und Zeit verwendet wird.
„Obwohl Wasser so wichtig für uns ist, verstehen wir es auf molekularem Niveau noch immer nicht gut“, so Roger Miller einer der beteiligten Wissenschaftler. Wasser tut einige interessante Dinge, die es einzigartig machen. Dazu gehört die Tatsache, dass Wasser sich beim Übergang in den festen Zustand ausdehnt, so dass es nach dem Gefrieren schwimmt, statt wie andere Substanzen abzusinken. Für dieses Schwimmen ist die Ringstruktur verantwortlich, die für eine geringe Dichte sorgt. Die Bindungskräfte der Wasserstoffbrücken, die zu dieser Form führen, sind noch unverstanden.