Marktentwicklung für elektronische Steuergeräte in Ultra-Low-Cost-Fahrzeugen bis 2015 (Quelle: Strategy Analytics/electronica)

Marktentwicklung für elektronische Steuergeräte in Ultra-Low-Cost-Fahrzeugen bis 2015 (Quelle: Strategy Analytics/electronica)

Welche Herausforderungen und
Chancen ergeben sich für Anbieter von Kfz-Elektronik und deren Halbleiter-Lieferanten
durch die Ultra-Low-Cost-Cars? Antworten auf diese Frage erhalten Sie nicht nur
in diesem Beitrag, sondern auch auf der electronica
automotive conference
.

Spätestens die Vorstellung des Tata Nano, des „One Lakh Car“ („100.000
Rupien-Fahrzeug“) von Tata Motors, Anfang 2008 läutete die Ära der „Ultra-Low-Cost-Cars“
(Billigstautos) ein. Aus dem Nischenprodukt Billigauto ist insbesondere
aufgrund der enormen Nachfrage in Wachstumsländern wie China und Indien ein
zukunftsträchtiges Automobilsegment erwachsen. Die Auswirkungen dieser und anderer
Marktentwicklungen auf die Elektronikindustrie zeigt am 10. und 11. November
2008 die electronica automotive
conference
in München. Ein Beitrag zum Thema Billigstauto ist der Vortrag „Ultra
Low Cost Cars – Opportunities and Challenges” von Ian Riches, Leiter der
„Global Automotive Practice” des Marktforschungsinstituts Strategy Analytics.

Strategy Analytics sagt den Ultra-Low-Cost-Cars, also Fahrzeugen der
Preisgruppe 2.000 bis 5.000 US-$, eine große Zukunft voraus. Während der Markt
für „Normal“-Fahrzeuge unter 3,5 t in den heute üblichen Preissegmenten
zwischen 2010 und 2015 im Schnitt nur moderate drei Prozent pro Jahr zulegen soll,
wird im gleichen Zeitraum der Markt für Billigstautos mit einem jährlichen
Zuwachs von 25 Prozent geradezu explodieren. 2015 sollen fast 7 Millionen
Fahrzeuge im Niedrigpreis-Segment produziert werden. Genährt wird dieser
Automobilsektor durch die zunehmende Nachfrage insbesondere der Schwellenländer
China und Indien.

Beispiel Indien, nach USA und China die weltweite Nummer 3 im
Automobilgeschäft: Das wichtigste Segment in diesem Markt sind Kleinwagen; sie
haben einen Anteil von rund 75 Prozent an einem Gesamtmarktvolumen von rund 1,15
Millionen Autos (2007/2008), der bis Ende 2009/2010 nach Schätzungen von Frost
& Sullivan noch auf 2,1 Millionen steigen wird. Mit erschwinglichen
Fahrzeugen erschließen sich die Automobilhersteller die Käuferschicht der immer
größer werdenden Mittelklasse sowie der bisherigen Zweirad-Fahrer.

Der „Downsize“-Trend der asiatischen Länder hat auch nachhaltige
Auswirkungen auf den Automobilelektronikmarkt. Zwar benötigen die aktuellen
Billigfahrzeuge wie der Tata Nano im Vergleich zu durchschnittlichen
europäischen Fahrzeugen nur wenig Elektronik, aber das enorme Wachstum in
diesem Bereich gepaart mit dem steigenden Einsatz von Elektronik für die
Erfüllung von Emissionsauflagen und höheren Kundenanforderungen wird nach
Einschätzung von Strategy Analytics den Anstieg am Gesamtmarkt übertreffen. So
sollen allein die Steuergeräte (ECUs) in Ultra-Low-Cost-Fahrzeugen zwischen
2010 und 2015 im Schnitt um 36 Prozent im Jahr wachsen und schließlich in einem
Marktvolumen von über zwei Milliarden US-Dollar gipfeln. Der Gesamtmarkt für
ECUs verzeichnet in diesen fünf Jahren dagegen eine durchschnittliche
Wachstumsrate von moderaten fünf Prozent und wird sich 2015 auf gut 72
Milliarden US-$ belaufen.

Was den Elektronikmarkt im Bereich der neuen Billigautos antreibt,
erfahren die Teilnehmer der electronica
automotive conference
in München unter anderem im Vortrag von Ian Riches
von Strategy Analytics am 10. November 2008, von 11:30 bis 12:00 Uhr im ICM. Er
beleuchtet die Zukunftschancen von Automobilelektronikanbietern und
Halbleiterherstellern in diesem Segment und referiert über die Anwendungen, die
in den jeweiligen Märkten die Nase vorn haben werden. Denn während in den
etablierten Automobilabsatzländern Sicherheitssysteme und Hybridfahrzeuge für
Wachstum in der Elektronik sorgen, gelten in den Schwellenländern die einfachen
Powertrain-Komponenten, Komfort- und Infotainment-Funktionen als
Schlüsselanwendungen.

Unter dem Titel „electronics meets automotive“ referieren an zwei
Konferenztagen Sprecher aus Industrie und Wirtschaft über Strategien, Trends
und technische Themen.
Mit an Bord
sind unter anderem Referenten von BMW, Delphi, Sharp, Valeo und Volvo sowie ELMOS
Semiconductor, Freescale Semiconductor, Panasonic Industrial Europe, STMicroelectronics
und Tyco Electronics AMP.

Parallel dazu beziehungsweise im Anschluss an die Konferenz informiert
die electronica als Weltleitmesse für
Komponenten, Systeme und Anwendungen in der Elektronik vom 11. bis 14. November
2008 über Produkte und Dienstleistungen für die Automobilindustrie. Für die
electronica 2008 werden insgesamt zirka 3.000 Aussteller in 14 Messehallen
erwartet, rund 1.200 Aussteller zeigen Produkte und Anwendungen der
Automobilelektronik. In Halle A6 gibt es eine eigene Ausstellungsfläche und ein
Vortragsforum für den Kfz-Bereich. (av)