Prototyp des Polygreifers: Die Platine mit dem Polymer befindet sich in der Vertiefung des orangefarbigen Plastikaufsatzes und hält das Holzstück mit dem Gewicht.

Prototyp des Polygreifers: Die Platine mit dem Polymer befindet sich in der Vertiefung des orangefarbigen Plastikaufsatzes und hält das Holzstück mit dem Gewicht. HA Hessen Agentur GmbH/Jan Michael Hosan

Das thermoplastische Polymer ist eine Entdeckung des Fachgebiets Kunststofftechnik der Universität Kassel. Herzstück des Greifsystems ist eine doppelschichtige Platine, die aus einem Aluminiumblech und dem aufgetragenen Spezialpolymer besteht. Der sogenannte Polygreifer kann auf Roboterarme montiert werden und Werkstücke verschiedener Materialien greifen und tragen.

Die technisch anspruchsvolle Verbindung zwischen dem Aluminiumblech, das die Wärme auf das Polymer überträgt, und dem Polymer entwickelte das Fachgebiet Trennende und Fügende Fertigungsverfahren (tff) der Universität. Das Start-up-Unternehmen Eta Opt, das von Dr.-Ing. Christoph Pohl, einem Absolventen der Universität Kassel gegründet wurde, bringt den Greifer zur Marktreife.

Im Gegensatz zu bisherigen industriellen Greifverfahren wie beispielsweise mit Druckluft oder Vereisung ist der Polygreifer universell einsetzbar; das Material des Werkstücks spielt praktisch keine Rolle und selbst kleine Greifflächen genügen. Das Greifsystem eignet sich besonders für industrielle Produktionsstraßen, die unterschiedliche Produkte fertigen, weil dadurch die Umrüstzeiten für die Greifer entfallen.

Gegenüber Druckluft-basierten Verfahren liegt die Energieersparnis bei bis zu 70 Prozent. Prototypen des Polygreifers gibt es bereits, binnen eines Jahres will Eta Opt das Produkt nun auf den Markt bringen. Das Land Hessen förderte die Entwicklung des Polygreifers im Rahmen seiner Loewe-Initiative mit rund 327.000 Euro.