Bild 2: Der In-Vehicle-Server bereitet künftige Cockpitlösungen für ganzheitlich vernetzte Fahrzeuge mit ganzheitliche Vernetzung vor.

Bild 2: Der In-Vehicle-Server bereitet künftige Cockpitlösungen für ganzheitlich vernetzte Fahrzeuge vor. Continental

Ganzheitliche Vernetzung – im Fahrzeug

Auch innerhalb eines ganzheitlich vernetzten Fahrzeugs muss es möglich sein, wichtige Daten aus allen relevanten Teilsystemen, beispielsweise für Assistenzfunktionen und die Automatisierung, heranziehen zu können. Außerdem muss es möglich sein, Software-Patches, die das Fahrzeug-OTA erreichen, sicher und kontrolliert zu verteilen und zu installieren. Die gewachsene Steuerungsarchitektur mit zahlreichen heterogenen Embedded-Systemen erweist sich hier zunehmend als Hürde.

Mit einem In-Vehicle-Server gibt es jetzt einen Eckpfeiler moderner E/E-Architekturen. Der hochperformante Rechner ist einerseits Träger von Applikationssoftware für vordefinierte Funktionen, der auch als Plattform für Software und Services von Drittanbietern agiert. Zudem fungiert der In-Vehicle-Server als Netzwerkmanager, und mit seinem intelligenten Antennenmodul dient er als Kommunikationsschnittstelle beziehungsweise zentrales Architekturelement für Software-Updates über die Luftschnittstelle sowie zur Fahrzeugferndiagnose. Zusätzlich ist er ein wesentlicher Baustein für die Cyber-Sicherheit von Fahrzeugen. (Bild 2).

Mensch und Fahrzeug im Dialog

Das automobile Device als intelligentes Werkzeug wird auch neue Anforderungen an seine Bedienerschnittstelle zeigen, denn der Austausch zwischen Mensch und Maschine wird sich über viel mehr Funktionen und Dienste erstrecken. Deshalb gewinnt eine ganzheitliche Vernetzung zwischen Fahrzeug und Mensch enorm an Bedeutung. Das Integrated Cockpit System (Incos) hat gezeigt, wie ein hoch integriertes, volldigitales Cockpit der Zukunft aussehen könnte. Eine solche vernetzte, flexible und personalisierbare Lösung setzt auch in der E/E-Architektur Änderungen voraus, um Ein- und Ausgabe beliebiger Befehle und Inhalte, Kommunikationskanäle sowie deren Gestaltung zu ermöglichen. Als Basistechnologie für Incos dient die Integrated Interior Platform (IIP) als domänenorientierte Steuerungsarchitektur.  (Bild 3)

Bild 3: Das Incos liefert ein Beispiel für ein hoch integriertes volldigitales Cockpit der Zukunft - ganzheitliche Vernetzung inklusive.

Bild 3: Das Incos liefert ein Beispiel für ein hoch integriertes volldigitales Cockpit der Zukunft. Continental

Für die Akzeptanz vieler neuer Funktionen und Dienste wird die Interaktion zwischen Mensch und Maschine entscheidend sein, denn für den Fahrer ist es zwar wichtig zu wissen, dass sein intelligentes Werkzeug sich selbst, ihn und seine Daten wirksam schützt. Aber nur, wenn die Ergonomie dieses Werkzeugs dann noch Spaß macht, wird niemand mehr dem „Fahren auf Sicht“ nachtrauern. Stattdessen wird der Mensch am Steuer die neuen Formen der Mobilität, die dazugehörigen Dienste und Apps immer dann gerne verwenden, wenn sie ihm einen konkreten Vorteil erschließen und sich angenehm nutzen lassen.

Neue Mobilitätsdienste und Fahrzeugtypen

Ein Beispiel für solche Dienste kommt aus dem Flottenmanagement. Durch die Mehrheitsbeteiligung an der in Seattle (USA) ansässigen Firma Zonar (Ende 2016) beispielsweise erfolgte ein weiterer Schritt Richtung intelligentes Cloud-basiertes Flottenmanagement in Nordamerika. Unter dem Motto „Inspect, Track, Know“ stehen in Kombination mit dem Continental-Know-how Produkte und Software-Lösungen zu Verfügung, um private oder öffentliche Fahrzeugflotten optimal nutzen zu können. Künftig werden wohl auch Städte zu den Betreibern von Flotten gehören: Ein Merkmal von Smart-Cities wird es sein, dass sie proaktiv Einfluss auf die Verkehrsflüsse in ihrem Einflussbereich nehmen werden, um die Lebensqualität ihrer Bürger zu erhöhen. Dazu gehören auch neue autonom fahrende Fahrzeuge wie Robo-Taxis, die sich per Smartphone rufen lassen.

 

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