Andreas Schwarztrauber, Marketing Manager der Gleichmann Electronics Research

Andreas Schwarztrauber, Marketing Manager der Gleichmann Electronics Research

Seit der Gründung des Elektronikentwicklungsfirma Gleichmann Electronics Research (Austria) GmbH & Co. KG im Oktober 2004 im oberösterreichischen Hagenberg besteht bei der Entwicklung von Designwerkzeugen für FPGAs, ASICs und System-on-Chip (SoC) eine enge Zusammenarbeit mit der TU Wien und der Fachhochschule Hagenberg.

„Wir versuchen Prototypen, die im Laufe der Forschung entstanden sind, in Produkte zu verwandeln, die in der Industrie benötigt werden“, erfuhren wir von Marketingleiter Andreas Schwarztrauber. Die mit etwa 10 Mitarbeitern relativ kleine Entwicklungsfirma gehört zur MSC-Gleichmann-Gruppe mit über 1500 Mitarbeitern und hat mit GADE (Gleichmann ASIC Design Centre Europe) in Eching/Ismaning auch einen deutschen Stützpunkt.

Die im Kundenauftrag und aus eigener Initiative entwickelten Produkte bewegen sich nicht immer im absoluten High-end-Bereich, bieten aber viele Features aus dem High-end-Bereich zu vernünftigen Preisen. Generell wird von der Firma immer darauf geachtet, dass modulare und erweiterbare Entwicklungssysteme geschaffen werden. Bereits entwickelte Werkzeuge sind z.B. die Hpe-Plattformen (Hardware Prototyping and Emulation) und der Simulationsbeschleuniger SEmulator, mit dem auch Co-Simulation mit echter Hardware (Hardware in the Loop) durchgeführt werden kann.

Die modularen Hpe-Plattformen bestehen aus IO-Baseboard, FPGA- oder CPU-Modul und einem umfangreichen Portfolio an Zusatz-Boards, z.B. für Memory- oder Schnittstellenerweiterungen. Speziell für die Firma ARM wurde die MPS-Plattform (Microcontroller Prototyping System) kreiert, ein ASIC-Entwicklungssystem für die Cortex M Familie. Die Vermarktung und Vertrieb obliegt hier der ARM-Tochterfirma Keil. Mittels der auf dieser Plattform implementierten JTAG- und Trace-Schnittstellen kann parallel zur ASIC- auch schon mit der Software-Entwicklung begonnen werden.

Die Entwicklungs-Plattformen haben optional einen schnellen PCI Express-Link, der Datenübertragungsgeschwindigkeiten bis 10 Gbit/s zwischen Host-PC und Emulations-Hardware ermöglicht. Durch Auslagerung von großen Schaltungsblöcken in die Emulations-Hardware lassen sich Simulationszeiten gängiger RTL-Simulatoren wie ModelSim von Mentor Graphics oder Active-HDL von Aldec deutlich verkürzen, teilweise um einen Faktor 100 und mehr. Weitere kundenspezifische Projekte sind z.B. für Lattice die Low cost ASIC- und FPGA-Entwicklungsplattform Hpe_mini, für Altera die Automotive Entwicklungsplattform AAP-PARIS (Platfrom ASSP Replacement Infotainment System) sowie die von Intel und Altera empfohlene Industrial Reference Platform Hpe_IRP basierend auf Intel Atom Prozessoren mit PCI-Express gekoppeltem Peripherie-FPGA.

Was kostengünstig heißt, zeigt beispielhaft auch das Plug&Play-Tool Hpe_JTAG. Andreas Schwarztrauber sieht dieses Produkt als „Türöffner“: Mit weniger als 500 Euro kostet es nur einen Bruchteil herkömmlicher High-end Boundary Scan -Werkzeuge für die interaktive Fehlersuche auf Leiterplatten und ICs. Es unterstützt neben den obligatorischen JTAG-Instruktionen auch INTEST sowie beliebige JTAG-Registerzugriffe. Um dem Nutzer das Auffinden relevanter Signale zu erleichtern, können Signalnamen aus BSDL-Files oder während der FPGA-Synthese generierten Pin-Files importiert werden. Weitere Informationen über diese und andere Produkte und Dienstleistungen der GE Research erhalten Sie über unseren infoDIRECT-Service.

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