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Kuka präsentierte in München eine breite Palette seines Roboter-Portfolios. Auch ein paar ganz große Exemplare waren dabei.
Am 22. Mai um 9 Uhr morgens ging‘s los. Die Messe öffnete die Tore.
Die Servicerobotik war ein großes Thema – auch im gastronomischen Sinne.
Die Aussteller freuten sich über die guten Gespräche mit Kunden und Interessierten.
Zwischendrin ist auch mal eine Pause nötig.
Auch die Roboter waren aktiv dabei.

Von einem „sehr guten Ergebnis“ sprechen die Veranstalter der Messe für Automation und Mechatronik am letzten Tag der Automatica, die vom 22. bis 25. Mai in München stattfand. Für diese Sichtweise haben sie auch guten Grund: Mit Besuchern aus über 100 Ländern konnte die Messe ihren Anspruch als internationaler Branchentreff unterstreichen. Insgesamt kamen 31.000 Fachleute und machten die Veranstaltung damit zur weltgrößten Messe für Robotik. Ein Drittel der Gäste kam aus dem Ausland. Die größte Gruppe der ausländischen Besucher kam aus Österreich, dicht gefolgt von Italienern und Tschechen. Die Russen kamen in dieser Hitliste zwar nur auf Rang acht. Sie konnten dafür aber den stärksten Zuwachs vorweisen.

Zufriedenheit in allen Gassen

Was aber noch wichtiger ist: Die über 720 Aussteller waren ebenso zufrieden wie die Veranstalter. 91 % lobten die Besucherqualität und waren erfreut über deren hohe Entscheidungskompetenz derselben. Auf Deutsch: Sie konnten neue, vielversprechende Kontakte knüpfen und den einen oder anderen Auftrag gewinnen. So soll‘s sein. Dafür reisten die Aussteller auch zum Teil von sehr weit an – 30 % kamen aus 40 verschiedenen Nationen außerhalb Deutschlands. Auch Heinz Gerteiser, Leiter des Unternehmensbereichs Robotics Zentraleuropa von ABB, ist das internationale Publikum positiv aufgefallen: „Besonders die steigende Internationalität der Besucher, die Ausstellerstruktur und das ausgestellte Portfolio machen die Messe für uns interessant. Die Qualität der Besucher war sehr hoch. Da die Messe sehr kompakt ist, erreichen wir alle Zielgruppen.“

Und die Besucher selbst? 96 %, also fast alle Befragten, waren von der Vollständigkeit des Angebots, das sie in den fünf Messehallen vorfanden, begeistert. Folgerichtig fanden nur unerheblich weniger, nämlich 95 %, die Bezeichnung ‚Leitmesse der Branche‘ als zutreffend.

Servicewüste Deutschland? Nicht in der Robotik!

Leitmesse will die Automatica auch im Bereich der Servicerobotik am liebsten schon 2014 werden. Norbert Bargmann, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München International, bekräftigt: „Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir diesen Bereich ausbauen.“ Dr. Michael Wenzel, Geschäftsführer des Roboterherstellers Reis und Vorstandsvorsitzender von VDMA Robotik + Automation, sagte zu dem Vorhaben, die Servicerobotik im Rahmen der Automatica weiter zu stärken: „Es freut mich für diese strategische Weiterentwicklung, dass in der Branche – ins­besondere in der Robotik – ein klarer Schulterschluss erfolgt ist.“

Schon in diesem Jahr war die Entwicklung in Richtung Servicerobotik zu erkennen. Beispielsweise stellte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen Assistenzroboter vor, der in Zukunft einem menschlichen Arbeiter wie ein Kollege zur Hand gehen soll. Er passt dabei seine Aktionen stetig dem Abstand zu seinem lebendigen Pendant an. Der gezeigte Prototyp stellte auf Anleitung der Besucher ein Schienensystem auf und ließ dann einen Zug darauf fahren.

Ebenfalls auf neuen Pfaden wandelte Kuka. Denn das Unternehmen aus Augsburg feierte mit den Besuchern der Messe die Weltpremiere seiner neuen Kleinroboterfamilie KR Agilus. Der Name ist dabei Programm: Durch die hohe Verfahr­geschwindigkeit ist sie für Handhabungsaufgaben mit sehr kurzen Taktzeiten prädestiniert. Die Roboter der Serie sind in Traglastklassen zwischen 6 und 10 kg erhältlich. Wilfried Eberhardt, Managing Director Sales & Marketing bei Kuka Roboter Deutschland, bestätigt den Kurs Richtung Servicerobotik: „Die Fokussierung der Automatica 2014 auf Servicerobotik ist für uns eine Steilvorlage. Der Weg in die Kleinrobotik mit unseren Produkten bestätigt die Verknüpfung von Service- und Industrierobotik.“

Aber nicht alle können im Service arbeiten

Haben Mensch und Roboter dann ihre gemeinsame Arbeit erledigt, stellt sich die Frage, wie die gefertigten Produkte an den Kunden zu versenden sind. Auf eine geeignete Verpackung kommt es an. Hier könnte beispielsweise die Lösung von Yaskawa zum Einsatz kommen. Zugegeben, die Anlage sortierte, verpackte und verlud auf der Messe recht einfach zu handhabende Plastiktaler – dafür aber 250 Stück pro Minute. In der Zelle mit einer Gesamtbandlänge von 11 m führten fünf Roboter aus der Motoman-Serie des Herstellers in Zusammenarbeit mit Förderbändern und Sensoren die Verpackungsaufgaben aus.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt also nicht zuletzt in der Kombination mehrerer Elemente. Nicht nur dann ist die Robotersteuerung unverzichtbar. Hier kann Reis Robotics auftrumpfen: Zu deren neuen Steuerung namens Robotstar VI gehört  das sogenannte Reispad, ein Bediengerät in Form eines 10,4″-Tablet-PCs. Alles lässt sich über den Touchscreen des Tablets steuern. Die Funktion Sharepad ermöglicht zudem, das Gerät für beliebig viele Roboter zu verwenden.

Unterm Strich können alle Beteiligten sicher sagen, dass die Automatica ein voller Erfolg war. Veranstalter und die Aussteller verstanden es meisterhaft, den Besuchern spannende Exponate vorzuführen. Und die Wissenschaft zeigte einen faszinierenden Blick in die gar nicht mehr so ferne Zukunft. Diese Kombination trägt sicher ihren Teil zur Anziehungskraft der Automatica bei. Roland Noz, Geschäftsführer der Sick Vertriebs-GmbH, beschreibt seinen Gesamteindruck der Messe aus Sicht der ausstellenden Unternehmen so: „Dass die Messe auch für die Aussteller deutlich an Attraktivität gewonnen hat, sieht man nicht nur an der regen Teilnahme, sondern auch an den professionellen Ständen und den gezeigten Exponaten.“