Roboter und Kameras kooperieren

An jeder Seite befinden sich im Bereich der Roboter drei Kameras, wobei die erste dem Robotern zeigt, wo und wie die Teile ankommen und ob es das benötigte Bauteil ist. Bereits an dieser Stelle lassen sich nicht gewünschte Gegenstände aussortieren. Bei korrekten Bautypen überprüft dieselbe Kamera das Stück auf grobe Mängel und übermittelt dem Motoman die exakte Drehlage und Position des Teils, damit der Roboter es greifen kann. Danach kontrolliert der MH12-Roboter das Bauteil beüzglich Gussfehler und entsorgt fehlerhafte Exemplare bei Unsicherheiten in einer Kiste. Fehlerfreie Komponenten fährt der Handling-Roboter zur nächsten Kamera und dreht die Teile – abhängig von der Form – drei bis vier Mal, sodass die Kamera jede Seite auf Angussreste prüfen kann. Auch hier lassen sich Stücke aussortieren. Zudem erkennt die Kamera die Ausrichtung der Teile, sodass der Roboter diese entweder in eine darauffolgende Wendestation legt oder direkt auf ein weiterführendes Band zur nächsten Station.

Handling-Roboter: Der Roboter führt die Bauteile dem Drehbearbeitungszentrum zu. Yaskawa

Der Roboter führt die Bauteile dem Drehbearbeitungszentrum zu. Yaskawa

Die dritte Kamera analysiert, wo und in welcher Drehlage sich das Teil befindet. Schließlich greift der zweite Roboter das Stück vom Band oder von der Wendestation und führt es dem Drehbearbeitungszentrum zu, wo beide Maschinen doppelspindlig sind. So können die Zerspanungsmaschinen je zwei Teile gleichzeitig bearbeiten und – im schnellsten Fall – alle 20 s vier fertige Produkte ausstoßen. Pro Jahr läuft die Maschine in 690 Schichten.

Schnell, präzise und stabil

Da Guss schwierig zu handeln ist, stellte die Konstruktion der Anlage den Maschinenbauer vor eine Herausforderung, führt David Reinmold, Leiter Verkauf bei HK-Con, aus. Mit den Motoman-Robotern MH12 und MH5, der dazugehörigen Steuerung DX200 und der Software Moto Plus SDK zur Koordination der Kameras ist es ihnen gelungen, das Zuführungssystem so einzurichten, dass am Ende fehlerfreie Teile in den Drehbearbeitungszentren ankommen und bearbeitet werden. Reinmold ergänzt: „Damit haben wir eine flexible Anlage mit hoher Produktivität gebaut, die schnell, präzise und stabil arbeitet sowie wenig Bedienpersonal benötigt.“ Bei der Auftragsvergabe hat sich der Kunde ausdrücklich gewünscht, dass die Anlage Yaskawa Handling-Roboter enthält. Der Grund dafür: Im Werk setzt Georg Fischer Fittings bereits auf die Roboter des Anbieters und hat daher entsprechend geschulte Mitarbeiter.

HK-Con Maschinenbau

Über 60 Mitarbeiter entwickeln und konstruieren bei HK-Con Maschinenbau in Fulda auf knapp 4 000 qm Drehbearbeitungszentren. Das Spektrum des Maschinenbauers reicht von Einspindel- bis Doppelspindel-Dreh- und Fräszentren, wobei sich nahezu alle Kunden Komplettanlagen wünschen, um sie in ihre Prozesse einzubinden. Daneben bietet das Unternehmen Dienstleistungen im Bereich Konstruktion und Wartung von Maschinen.

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