Satelliten im All

Vor kurzem hat Japan den Service des von Mitsubishi Electric entwickelten Quasi-Zenith-Satellitensystems (QZSS) und des Centimeter Level Augmentation Service (CLAS) gestartet. Mitsubishi Electric

Eckdaten

Äußerst genaue Positionssysteme und dynamische, dreidimensionale Karten sind mit die wichtigsten Bausteine für eine sichere, komfortable und automatisierte Mobilitätsgesellschaft.  Mitsubishi Electric hat dafür den hochpräzisen Empfänger AQLOC entwickelt, der es ermöglicht, den neuen Positionsservice CLAS in Japan zu nutzen. Ein weiteres Produkt, das den SAPA-Dienst in Europa nutzt, soll demnächst folgen.

Mit einem sogenannten Mobile Mapping System ermöglicht Mitsubishi Electric die Erstellung höchst präziser 3D-Karten und räumlicher Daten für die Überwachung und Verwaltung der Instandhaltung wichtiger Infrastruktur.

Mit einem sogenannten Mobile Mapping System ermöglicht Mitsubishi Electric die Erstellung höchst präziser 3D-Karten und räumlicher Daten für die Überwachung und Verwaltung der Instandhaltung wichtiger Infrastruktur. Mitsubishi Electric

dynamische 3D-Karte

Das MMS wurde zur Kartierung aller 29.205 Kilometer Japans Autobahnen mit einer Genauigkeit von 25 Zentimetern verwendet. Mitsubishi Electric

GNSS-Empfänger AQLOC, Mitsubishi Electric

Mitsubishi Electric bietet seit November 2019 einen hochpräzisen GNSS-Empfänger namens AQLOC Light an, der es Nutzern erlaubt den CLAS-Service in Japan zu empfangen. Mitsubishi Electric

Mitsubishi Electric, ein globales Unternehmen mit einem Technologieportfolio, welches die Bereiche Weltraum, Energie, Kommunikation, Gebäude, Mobilität und Industrie abdeckt, bringt nun sein Know-how in dem hochspezialisierten Feld der Positionssysteme ein. Das Unternehmen möchte Lösungen für automatisierte Mobilität und soziale Infrastruktur anbieten. Hierbei baut es insbesondere auf seine Erfahrung in der Entwicklung und Realisierung zentimetergenauer Positionssysteme, hochpräziser Positionsempfänger und Technologien für höchst-präzise 3D-Karten.

Es ist besonders wichtig, die Wahrnehmung der Umgebung und Selbstpositionierung eines Fahrzeugs durch Infrastruktur zu gewährleisten. Vor kurzem hat Japan den Service des von Mitsubishi Electric entwickelten Quasi-Zenith-Satellitensystems (QZSS) und des Centimeter Level Augmentation Service (CLAS) gestartet. Dieser spielt eine wesentliche Rolle bei der Korrektur von Positionsfehlern von Satellitendaten, beispielsweise hervorgerufen durch den Einfluss von Ionosphäre und Troposphäre. Die hochpräzisen Daten werden dazu beitragen, den Weg für den automatisierten Betrieb einer Vielzahl von Fahrzeugen in Bereichen zu ebnen, die Straßen- und Nutzfahrzeuge, das Andocken von Schiffen, Drohnen sowie den Agrarsektor und mehr abdecken.

Um eine hochpräzise Positionierungsinfrastruktur auf der ganzen Welt zu verwirklichen, gründeten Bosch, Mitsubishi Electric, Geo++ und U-Blox im Jahr 2017 gemeinsam die „Sapcorda Services GmbH“, um ein weltweites hochpräzises Positionierungsnetzwerk auf Zentimeterniveau bereitzustellen, das dem japanischen CLAS ähnelt. Sapcorda startete seinen Dienst just offiziell am 31. Januar 2020. Neben derartiger Positionierungsinfrastruktur bedeuten umfangreiche digitalisierte Kopien sozialer Infrastruktur die zweite Stütze zukünftiger, automatisierter und sicherer Mobilität.

Mit einem sogenannten Mobile Mapping System (MMS) ermöglicht Mitsubishi Electric die Erstellung höchst präziser 3D-Karten und räumlicher Daten für die Überwachung und Verwaltung der Instandhaltung wichtiger Infrastruktur von der Straßen- bis zur Tunnelinspektion in städtischen und abgelegenen Gebieten. Das MMS wurde zudem von dem japanischen Konsortium Dynamic Map Planning Co., Ltd. zur Kartierung aller 29.205 Kilometer von Japans Autobahnen mit einer Genauigkeit von 25 Zentimetern verwendet, um die wesentlichen hochpräzisen 3D-Karten für den automatisierten Fahrbetrieb zu erstellen. Federführend beteiligt an dem Konsortium sind ein staatlicher Innovationsfonds und Mitsubishi Electric, sowie alle großen japanischen OEMs der Automobilindustrie sowie heimische Vermessungs- und Kartierungsunternehmen.

Diese 3D-Karten werden zukünftig wiederum in dynamische Karten integriert. Dynamische Karten sind ein zukunftsorientiertes Konzept für Straßenkarten der nächsten Generation. Dafür ist ein logischer Datensatz, der Sensordaten mit einer hochpräzisen 3D-Straßenkarte verknüpft, notwendig. Die Sensordaten werden in drei Kategorien eingeteilt, nämlich dynamische Daten, quasi-dynamische Daten und quasi-statische Daten. In Japan war die Erstellung der hochpräzisen 3D-Karten für Dynamic Map eine landesweite Kooperation, da Dynamic Map eines der wichtigen Forschungsgebiete des SIP-Adus-Projekts war (siehe Weblinks unten). In Europa wurden Spezifikationen und Standardisierung von der NDS Association und Ertico-ITS Europe erörtert.

So können Autos auch entfernte Bedingungen vorhersehen, die von Sensoren nicht erfasst werden können, und Fahrzeugmanöver in Situationen unterstützen, in denen die Fahrspur nicht gesehen werden kann, zum Beispiel auf schneebedeckten Straßen. Dynamische Karten  sind essenziell für zukünftig autonom oder semi-autonom fahrende Autos. Mit der Kombination aus hochpräziser Positionierung auf Zentimeter-Ebene und dynamischen Karten von gleicher Genauigkeit kann das Fahrzeug seine aktuelle Position und die Fahrspur auf Zentimeter-Ebene genau nachvollziehen.

Mitsubishi Electric bietet seit November 2019 einen hochpräzisen GNSS-Empfänger namens AQLOC Light an, der es Nutzern erlaubt den CLAS-Service in Japan zu empfangen. In Europa und den USA wird Mitsubishi Electric in Kürze ein ähnliches Produkt auf den Markt bringen, das hochpräzise Positionierungsdienste wie den einzigartigen Premium-GNSS-Positionierungsdienst SAPA (Safe And Precise Augmentation) von Sapcorda Services nutzen kann. Mit diesem Dienst und dem Empfänger können Benutzer eine sicherheitskritische Navigationsanwendung im globalen Maßstab realisieren, die die Schaffung einer Gesellschaft für hochpräzises Positionieren einschließlich eines echten autonomen Fahrens erleichtert.

Um seine Schlüsseltechnologien, das MMS und den hochpräzisen GNSS-Empfänger AQLOC, in Europa zu vermarkten, hat das Unternehmen 2019 eine Geschäftseinheit in seiner deutschen Niederlassung gegründet. Die lokale Einheit hat das Ziel, die Akzeptanz und Realisierung digitalisierter Kopien sozialer Infrastruktur und einer neuen hochpräzisen Mobilität mit voranzutreiben.