Mit Flying-Probe von Spea punkten: Seinen Kunden kompetente Dienstleistungen anzubieten – das hat sich Brückmann auf die Fahnen geschrieben.

Oliver Brückmann stellt mit kontinuierlichen Investitionen die Weichen für das weitere Wachstum des inhabergeführten Familienunternehmens.

Oliver Brückmann stellt mit kontinuierlichen Investitionen die Weichen für das weitere Wachstum des inhabergeführten Familienunternehmens. Marisa Robles

Seit über 40 Jahren hat sich das inhabergeführte Familienunternehmen der Entwicklung und Fertigung von elektronischen Baugruppen verschrieben. Für Oliver Brückmann, Geschäftsführer von Brückmann Elektronik, besteht kein Zweifel darüber, dass die hohe Dienstleistungsbandbreite einerseits und die sehr hohe Flexibilität, Liefertreue und Qualität andererseits zu den wesentlichen Erfolgsgaranten seines Unternehmens zählen. Er fasst es als „gelebte Kultur“ zusammen: „Wir suchen stets nach Möglichkeiten, mit dem Kunden und Lieferanten zusammenzuarbeiten. Aber das geht nicht ohne motivierte Mitarbeiter, die schnelle interne Reaktionsmöglichkeiten sicherstellen.“ Die innerbetriebliche Transparenz erlaube kurze Wege, erläutert er den besonderen Zusammenhalt seiner Mitarbeiter: „Sobald wir was in die Hand nehmen, versuchen wir dies optimal zu machen.“

Flexibel auf Kundenwünsche eingehen

Das schließt vor allem die strategische Ausrichtung des Mittelständlers ein. Als Familienbetrieb könne man organisch nach eigener Geschwindigkeit wachsen. Über die Jahre sind denn auch verschiedene Dienstleistungen entlang der elektronischen Baugruppenfertigung hinzugekommen. Darunter zählt THT und für strapazierfähige Verbindungen die Einpresstechnik. Darüber hinaus sieht sich das Unternehmen in der Lage, Geräte zu konzipieren und zu fertigen: „Wir unterstützen seit jeher unsere Kunden von Anfang an. Wir begleiten sie von der Entwicklung über das Prototyping und die Serienreife bis hin zur Fertigung eines Produktes und deren Auslieferung an den Endkunden. Das sehen wir als Fullservice.“

Möglich macht dies, eine zeitig angelegte Gliederung der Firmenstruktur: Das Unternehmen bietet heute mit den dazugehörigen Gesellschaften BE Gerätebau sowie Brückmann Hard- und Software über 200 Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz. Unter Brückmann Elektronik in Lahnau ist die Elektronikfertigungs-Dienstleistung und auch der Geschäftsbereich der Hard- und Softwareentwicklung, untergebracht. „Mit dieser Aufteilung können wir unsere eigenen Produkte besser abzubilden. Diese haben wir unter Brückmann HW und SW gepackt. Dadurch können wir Dienstleistung und Eigenentwicklung klar trennen.“ Unter dem Dach der BE Gerätebau werde auf Sonderwünsche der Kunden eingegangen, argumentiert der Firmenchef: „Am alten Standort in Waldgirmes haben wir einen separaten Gerätebau eingerichtet. Das sind andere Anforderungen, die ich in Lahnau nicht abbilden kann.“

In Lahnau befindet sich die gesamte Wertschöpfungskette für die elektronische Baugruppenfertigung: Mit einer SMT-Linie, zwei weiteren Bestückautomaten als Insellösungen und der THT-Fertigung vermag der Mittelständler etwa 3000 Fertigungs-Stücklisten im Jahr abzuarbeiten. Dabei werden über alle Abteilungen hinweg etwa 50 Mio. Bauteile und Komponenten verbaut, davon etwa 60 Prozent SMDs. Den Rest steuert THT, Elektromechanik und der Gerätebau bei. Die Vielfalt zeichnet Brückmann aus: „Wir haben weit über 500 Neuanläufe im Jahr. In der Regel hat sich das Produktprogramm nach 4 Jahren ausgetauscht. Allerdings haben wir auch Kunden, die wir mit ihren Produkten seit über 20 Jahren in kleinen Stückzahlen beliefern.“ Die Bandbreite der Baugruppenfertigung reicht dabei ab Losgröße 1, Muster- und Serienfertigung mit Stückzahlen von bis zu 10.000 und mehr, aber: „Am wohlsten fühlen wir uns zwischen 200 und 2000 Fertigungslosgrößen.“

Der Erfolg spiegelt sich nicht nur in einer konstanten Umsatzsteigerung wider. Mit dem Neubau und Umzug nach Lahnau im Jahr 2007 kletterte der Jahresumsatz von 9 Mio. Euro binnen 10 Jahren auf satte 25 Mio. Euro in 2017. „Der Neubau hat uns auch die Möglichkeit gegeben, den Anforderungen der technischen Neuerungen gerecht zu werden. Schließlich ist ein Flying Probe nicht wirklich das leichteste Gerät.“ Luft nach oben gibt es allemal, weiß Brückmann: „Wir haben ein Investitionsvolumen von 500.000 bis 600.000 Euro jährlich und man schiebt immer einen Bug von Investitionen vor sich her.“ Für dieses Jahr plant der EMS Investitionen in Höhe von 1,2 Mio. Euro. Letztes Jahr wurde eine Selektiv-Lötanlage implementiert, derzeit plane man den AOI-Bereich im SMT-Bereich neu aufzustellen und in naher Zukunft soll auch eine neue Wellen-Lötanlage zum Einsatz kommen. Das Hauptaugenmerk liegt aber in der Erweiterungsplanung auf der grünen Wiese. Am Hauptstandort in Lahnau mit einer Grundstücksfläche von 10.000 m² ist derzeit nur etwa die Hälfte des Grundstücks bebaut – das gibt genügend Platz für künftige Expansionsbestrebungen.

Flying-Probe: Unentbehrlich für die Qualitätssicherung

Sein Vater habe 1988 den ersten Baugruppentester – einen Unitest von Spea – für das Unternehmen gekauft, berichtet Oliver Brückmann: „Wir haben anfänglich sehr viel Leistungselektronik gemacht und da waren die Tester hilfreich, einen In-Circuit-Test vorzunehmen. Dadurch hatten wir mit einem zweistufigen Prüfweg eine solide Basis.“ Später wurde in einen zweiten Unitester investiert und im nächsten Schritt erfolgte die Anschaffung eines Flying Probe 4040: zudem ist noch ein Boardtester 3030 von Spea im Einsatz. Im Jahr 2015 investierte das Unternehmen schließlich in den Flying Probe 4050, wodurch der EMS über ingesamt fünf Spea-Tester verfügt – den musealen, aber noch funktionstüchtigen Unitester von 1988 eingeschlossen. „Alle Spea-Systeme setzen auf der aktuellen Leonardo-Software auf. Wenn wir einen Produktionsanlauf haben, können wir zuerst am Flying Probe alle Testpunkte testen. Erst wenn die Baugruppe stabil ist, wechseln wir auf einen Funktionstester mit Adaptern“, erläutert er die Vorgehensweise.

Randolph Reh, Experte für Flying Probe im Hause Brückmann Elektronik, merkt ergänzend an: „Der Vorteil ist, dass wir die Prüfprogramme vom Flying Probe 4040 problemlos auf den neuen Tester übernehmen konnten. Der Flying Probe 4050 zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er sich flexibel beladen lässt, also einen schnellen Wechsel zwischen den Produkten erlaubt.“ Auf der einen Seite hat Brückmann ein Handlingsystem angeschlossen, so dass die Beladung automatisiert erfolgen kann, auf der anderen Seite ist eine Zuführung für den manuellen Betrieb. So ist es beispielsweise möglich, das System zu stoppen und über die Frontseite schnell ein neues Projekt zu laden. „Die Rüstzeiten oder der Aufwand sind sehr gering, was unsere Arbeit sehr erleichtert.“

 

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