Herr Seifert, die Hot-Swap-fähige Sicherheitstechnik war eines der Highlights auf dem Sigmatek-Stand auf der SPS. Welche Lücke schließen Sie damit und welche Einsatzszenarien haben Sie primär mit der Technologie im Blick?

Unser Hot Swap Safety ist rein Software-basiert.

Unser Hot Swap Safety ist rein Software-basiert. Redaktion IEE

Hans Seifert: Getrieben von Industrie 4.0 wird in Zukunft noch wesentlich mehr Flexibilität in den Fertigungslinien Einzug halten, und zwar in den verschiedensten Anwendungen. Und diese Flexibilität wird nicht nur in Fertigungsstraßen notwendig sein; Flexibilität wird allgemein in der Automatisierung notwendig. Einen wichtigen Part dabei übernimmt eine flexible Sicherheitstechnik.

Was verstehen Sie darunter?

Hans Seifert: Flexible Safety heißt, im Prozess als Maschinenführer selber die Safetystrukturen erweitern oder auch verkleinern zu können, je nachdem, was die Anwendung oder der Auftrag gerade verlangt. Und das geht nur, wenn die Sicherheitstechnischen Komponenten im Betrieb zu- und abgekoppelt werden können.

Hot Swap Safety ist für die meisten Szenarien also Pflicht?

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Von Anfang an für modulare Sicherheitsanwendungen konzipiert wartet das schlanke Safety-System S-DIAS von Sigmatek mit einem interessanten Feature auf: der Hot-Swap-Fähigkeit. Damit wird eine Änderung des Maschinenverbundes nun sogar im laufenden Betrieb möglich – ganz ohne Hardware-Switch.

Hans Seifert: Na ja, ob es unbedingt notwendig ist, das kann man so pauschal im Vorfeld natürlich nicht sagen. Bei einer komplett abgeschlossenen Fertigungsstraße, die während des Prozesses unverändert bleibt, braucht es auch keine Hot Swap Safety, außer wenn beispielsweise mobile Bediengeräte eingebunden werden sollen. In Zukunft werden immer mehr Konfigurationsänderungen und Modifikationen der Maschinenparameter über mobile Panels erfolgen. Daher sehen wir in den meisten Anwendungsfällen die Notwendigkeit von Hot Swap Safety.

Und wie funktioniert Ihre Hot Swap Lösung?

Hans Seifert: Wir können über die Hot Swap Lösung mehrere unserer Safety-CPUs miteinander verbinden oder auch wieder ausklinken – ohne dass die Maschine als Ganzes anzuhalten ist. Die dafür notwendigen Software-Bausteine haben wir in unsere Safety-Steuerung integriert.

Was sind denn typische Einsatzszenarien in der Fertigung?

Hans Seifert: Das können beliebige Anlagen sein, die je nach Auftrag oder Produkt unterschiedliche Prozessschritte beinhalten. Ein Beispiel ist die Zeitschrift-Produktion mit mehreren Linien. Jede Straße hat die Grundmodule für das Drucken, das Kleben oder Heften, das Zuführen von Beilagen, die Adressierung bzw. das Verschweißen in Plastik. Das sind fixe Stationen. Je nach Art der Zeitschrift sind dann optionale Stationen notwendig, etwa für Einhefter, das Anbringen von Titelflappen, Banderolen oder von Klebepunkten für Proben bzw. Postkarten etc. Diese Stationen haben eigene Safety-CPUs mit Not-Halt-Taster und sollten bedarfsweise zwischen den Linien hin- und hergefahren werden können. Und dafür ist Safety Hot Swap perfekt.

Wie das An- und Abdocken funktioniert erfahren Sie auf Seite 2

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