Das Chemieunternehmen Merck gab jetzt den Start des „Hyper-OLED“-Projekts bekannt. Mit vier weiteren europäischen Partnern aus Wirtschaft und Industrie soll das Konsortium unter Koordination von Merck dann an einer neuen Generation von OLEDs arbeiten. Zu den Projektpartnern zählen Microoled (Frankreich), Fraunhofer-IOF (Deutschland), die Durham University (GB) und Intelligentsia Consultants (Luxemburg). Die EU fördert das Projekt im Rahmen des Förderprogramms „Horizon 2020“ mit vier Millionen Euro. Bei Horizon 2020 handelt es sich um ein Forschungsprogramm der EU, das wissenschaftliche Durchbrüche und Entdeckungen vorantreiben soll, um so die Wettbewerbsfähigkeit Europas im globalen Markt zu sichern.

Ein Konsortium aus fünf Unternehmen soll an der Entwicklung von kostengünsten und leistungsfähigen Hyper-OLEDs forschen. Dazu wird das Projekt mit vier Millionen Euro von der EU gefördert.

Ein Konsortium aus fünf Unternehmen soll an der Entwicklung von kostengünstigen und leistungsfähigen Hyper-OLEDs forschen. Dazu wird das Projekt mit vier Millionen Euro von der EU gefördert. oled-info.com

In Rahmen des Projekts sollen die Unternehmen in den kommenden drei Jahren Materialien und Bauteilstrukturen für hochleistungsfähige, hyperfluoreszierende organische Leuchtdioden entwickeln, die dann in Display- und Beleuchtungsanwendungen zum Einsatz kommen sollen. Dazu werden molekulare Hosts auf Basis der TADF-Technologie (thermisch aktivierte verzögerte Fluoreszenz) mit neuartigen, speziell angepassten und abgeschirmten Fluoreszenz-Emittern kombiniert. Zudem soll das Projekt zur Entwicklung flacher, organischer und großflächiger Elektronik (Thin, Organic and Large Area Electronics, TOLAE) beitragen. Dabei handelt es sich um eine Zukunftstechnologie, die eine Fertigung großflächiger elektronischer Geräte mit erhöhter Funktionalität und Lebensdauer ermöglichen soll.

Zusätzlich sollen diese OLEDs kostengünstiger in der Herstellung sein. Insbesondere gilt das für weiße OLEDs, die auf dem neuen Prinzip basieren, da durch eine verringerte Anzahl an Schichten in den OLED-Stapeln 20 bis 40 Prozent an organischen Materialien eingespart werden können. Zudem erfordern diese Hyper-OLEDs kleinere Fertigungsanlagen. Durch diese Resultate können Einspareffekte entlang der Wertschöpfungskette erzielt werden wie etwa bei Lösungsmitteln, Katalysatoren in der Materialsynthese oder dem Energieverbrauch während der Produktion. Durch die besonderen Eigenschaften der TADF-basierten molekularen Hosts und neuartigen, abgeschirmten Fluoreszenz-Emittern wird die verbesserte Leistungsfähigkeit der OLEDs den Bedarf seltener und teurer Übergangsmetalle wie Iridium oder Platin zudem obsolet machen. In der Folge sollen die neuen OLEDs Kosten sparen und die Umwelt in geringerem Maße belasten.