Den „normalen“ Besucher hat sicher der Q7 von Audi oder der 3er Touring von BMW mehr interessiert als die einzelnen Komponenten, die solche komplexen Automobile heute ausmachen. Die Redaktion der auto & elektronik hat diesen Part übernommen und recherchiert, was künftig unter der Haube von PKWs steckt.

Bosch feierte 25 Jahre Airbag und demonstrierte mit dem Steuergerät Airbag 10 den Fortschritt und die Miniaturisierung. Bis zu 24 Rückhaltemittel lassen sich beim Modell 10 anschließen. Bosch hat auch die Leistung von Bremsregelsystemen erweitert und bietet das ESP plus an. Es basiert auf der Bremsreglergeneration 8, arbeitet aber mit einer leistungsfähigeren Pumpe und zwei analog steuerbaren Magnetventilen. Mit diesen ist es möglich gerade im Druckbereich unter 40 bar noch exakter und somit feinfühliger aktiv zu bremsen. Am Stand von Continental stand das ACC Abstandsregelsystem im Vordergrund .

Der Pionier dieser Systeme demonstrierte ACDIS, die aktive Abstandsführung. Es verknüpft erstmals die Abstandssensorik im Fahrzeugbug mit einem Force-Feedback-Gaspedal. Ist das ACDIS deaktiviert und schrumpft der Abstand nur langsam, erzeugt ein elektromechnischer Steller im Gaspedal eine Gegenkraft, die der Fahrer kaum wahrnimmt: Er hebt den Fuß leicht an und passt damit das Tempo automatisch dem Verkehrsfluss an. Ändert sich der Abstand abrupt, vibriert das Pedal und animiert zum Gas wegnehmen und Bremsen.

Ist ACDIS aktiviert, ist das Gaspedal arretiert und dient als Fußstütze. Muss der Fahrer zusätzlich selbst bremsen, wird dies durch ebenfalls durch Vibration signalisiert. Die präzisen Daten für die Bild- und Objekterkennung stammen beim neuen ACC von Delphi von einem 76 Gigaherz-Radarsensor. Er ist bezüglich Objekterkennung und Auflösung leistungsfähiger als vergleichbare Systeme mit mehreren Sensoren.

Durch das relativ große Blickfeld von 15 Grad erkennt der Sensor auch Objekte, die sich seitlich der Straße nähern und erfasst den Straßenverlauf in Kurven deutlich besser (Aufmacherbild). Der Radarsensor ist zusammen mit einem Gierratensensor in einem Gehäuse integriert, das an der Fahrzeugfront montiert wird. Ein separates Steuergerät errechnet aus den Sensordaten die Entfernung, die Differenzgeschwindigkeit und die Beschleunigung des bis zu 150 Meter weit entfernten Objekts.

Die erste Anwendung des ACC der vierten Generation umfasst auch eine Warnfunktion, falls sich das Fahrzeug gefährlich schnell dem Vordermann annähert. Dann warnt ACC den Fahrer und aktiviert Sicherheitssysteme wie die Airbags und Sicherheitsgurte, falls ein Unfall unvermeidlich scheint. In der Entwicklung befindet sich auch ein System, das abhängig vom physischen Zustand des Fahrers eine geeignete Warnstrategie ermittelt. ebmpapst unterstrich die Bedeutung von bürstenlosen Gleichstrommotoren als separater Antrieb im Kfz. Die BLDCs benötigen nur einen Busanschluss und können als Außen- oder Innenläufer gebaut werden.

Ein bekanntes Beispiel für einen Innenläufer ist der ECI-Motor für die Lenkhilfe . Er übersteht über die Lebensdauer Drehzahlen von 0…6000 U/min und reagiert dabei feinfühliger als ein Schrittmotor. Er wird ständig im 4-Quadrantenbetrieb belastet, deshalb Auslegung als dreiphasiger Dauermagnet erregter Synchroninnnenläufer mit Sinusbestromung. Der motor bietet geringes Ruherastmoment und hohes gleichförmiges Drehmoment im betsromten Zustand. Hella präsentierte mit einem dynamischen LED-Abbiegelicht ein Gemeinschaftsprojekt mit Stanley. In dem Nur-LED-Scheinwerfer kommen ovale Kunststofflinsen zusammen mit einem Lichtvorhang in LED-Technik zum Einsatz und so wurde ein Abbiegelicht realisiert, das ohne mechanisch bewegte Bauteile auskommt.

Ein Lichtvorhang kommt auch in einem Heckleuchten-Prototypen zum Einsatz, der evtl. in einem Sportwagen eingesetzt werden kann. Jeweils drei parallel angeordnete und dreidimensional verlaufende Kunststoff-Prismenstäbe übernehmen die Funktionen von Brems- und Blinklicht. Je Lichtleiter genügen zwei Hochleistungs-LEDs. Im Hintergrund ist das Schlusslicht als Lichtvorhang realisiert. Mit ADILIS (Advanced IR Lighting System) von Hella oder dem Night Vision von Bosch kann man Nachts bereits in 150 m Entfernung Objekte auf der Fahrbahn erkennen. Das System von Hella besteht aus einer hochauflösenden CMOS-Kamera, einem IR-Scheinwerfer ( z.B. H7 mit Interferenzfilter) und einem Display. ADILIS wird 2007 serienreif. Bei Bosch wird der hohe funktionale Nutzen der IR-Kamera noch erweitert, z.B. wird ein System zur Spurerkennung intergriert ( Lane Departure Warning).

Neu bei Hella war auch der erste „unsichtbare“ Regensensor. Er arbeitet integriert in die Windschutzscheibe auf kapazitiver Basis und löst nebenbei Integrationsprobleme bei Gegenlauf-Wischsystemen und Panorama-Scheiben. Hella nutze die IAA auch für die Vorstellung des ersten US basierten Sensors zur Ölstandmessung. Der Sensor arbeitet nach dem Stimmgabelprinzip und kann Viskosotät, Dichte und Permittivität unabhängig von einander messen.