Vernetzung, 5G – und wie Halbleiterhersteller helfen können

Bild 6: Qualcomms CEO Steve Mollenkopf betonte, wie Halbleiterhersteller der Automobilindustrie beim Thema Digitalisierung unter die Arme greifen können und ließ natürlich auch die bevorstehende Übernahme von NXP nicht unerwähnt.

Bild 6: Qualcomms CEO Steve Mollenkopf betonte, wie Halbleiterhersteller der Automobilindustrie beim Thema Digitalisierung unter die Arme greifen können, und ließ natürlich auch die bevorstehende Übernahme von NXP nicht unerwähnt.

Nicole Ahner

Qualcomms CEO Steve Mollenkopf (Bild 6) erwartet, dass bis 2022 etwa zwei Drittel aller Fahrzeuge vernetzt sind. Die Zukunft des Automobils wird immer autonomer, was Sicherheit und Produktivität erhöht. All dies verändere die Art, wie das Ökosystem funktioniere – für Halbleiterunternehmen, Systementwickler, OEMs und Cloudserviceanbieter. Qualcomm stelle zwar vornehmlich Halbleiterbauelemente her, beschäftige sich aber auch mit System-Design und liefere damit die Möglichkeiten für die Automobilindustrie, die Vision vom vernetzten, autonom fahrenden Fahrzeug Wirklichkeit werden zu lassen. Eine ausschlaggebende Plattform dies zu erreichen sei 5G, wobei dabei oft nur an den Mobilfunksektor gedacht würde. Mollenkopf wagt jedoch die Prognose, dass etwa 20 Prozent der wirtschaftlichen Auswirkungen von 5G für die Automobilindustrie abfallen werden.

5G bedeute dabei niedrigere Latenzen, höhere Sicherheit und als Resultat mehr Serviceangebote. Dies alles sei keine reine Zukunftsmusik mehr, sondern fände bereits ab 2019 statt. Mollenkopf sieht Qualcomms Aufgabe vor allem darin, seine Erfahrungen und Möglichkeiten aus dem Mobilfunksektor in der Automobilindustrie einzusetzen. Vernetzung mit der Cloud über die Telematik-Einheit sei dabei nur eine Komponente, denn in Zukunft seien Fahrzeuge zusätzlich miteinander vernetzt. Dadurch ergeben sich Geschäftsmodelle, die heute noch nicht vorstellbar sind, aber Qualcomm arbeite bereits jetzt an den Technologien, diese zu ermöglichen.

Gerade beim Computing sieht Mollenkopf Qualcomm bereits breit aufgestellt im Automobilsektor, denn schon heute verwenden bereits 12 der 25 größten Automobilhersteller Qualcomms Snapdragon-Prozessoren. Seinen Platz im Automotive-Ökosystem werde Qualcomm durch den bisher größten Deal in der Halbleiterindustrie – der Übernahme von NXP – noch weiter festigen. Mit dem Erwerb von NXP will Qualcomm seine Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie noch weiter beschleunigen und sieht gerade mit der Digitalisierungswelle seine Rolle darin, speziell der Automobilindustrie auch speziell in Deutschland dabei zu helfen, technologisch führend zu bleiben.

Bild 7: Beim Besuch der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am Stand von Qualcomm erklärte Steve Mollenkopf, dass Qualcomm mit seiner Erfahrung aus dem Mobilfunksektor deutschen OEMs dabei helfen will, in technologisch führender Position zu bleiben.

Bild 7: Beim Besuch der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am Stand von Qualcomm erklärte Steve Mollenkopf, dass Qualcomm mit seiner Erfahrung aus dem Mobilfunksektor deutschen OEMs dabei helfen will, in technologisch führender Position zu bleiben. Nicole Ahner

Am Stand von Qualcomm wurden unter anderem die Weiterentwicklungen am dynamischen, induktiven Halo-Ladesystem vorgestellt, dessen deutlich verkleinerte Komponenten jetzt nur noch einen Bruchteil an Gewicht und Platzbedarf im Vergleich zur Vorgängerversion mitbringen. Gegenüber der Kanzlerin erklärte Mollenkopf am Stand von Qualcomm (Bild 7), dass er das Auto als den größten Innovationstreiber des kommenden Jahrzehnts sieht, so wie es das Mobiltelefon im vergangenen Jahrzehnt war. Konnektivität im Fahrzeug benötige aber auch ein Ökosystem, das sie entsprechend unterstütze, wie beispielsweise vernetzte Infrastruktur. Wenn Autos miteinander und mit der Infrastruktur kommunizieren, erhöhe dies die Sicherheit im Straßenverkehr enorm, denn auf diese Weise sieht das Auto Dinge, die der Mensch nicht sehen kann.

Keine Vernetzung ohne Security

Vernetzte Fahrzeuge bedeuten aber auch, dass immer mehr Datenverbindungen angreifbar sind – daher ist die Vernetzung ohne entsprechende Lösungen für die Cybersecurity undenkbar. Harman stellte an seinem Stand eine Automotive-Cybersecurity-Lösung für OEMs und Flottenmanager vor. Demonstriert wurde, wie sich Harmans Shield-Plattform mit der QRadar-Security-Intelligence-Plattform von IBM, Idetos Cloakware-Secure-Environment-Schutzlösung für ECUs und dem Automotive-Security-Management-Framework von G+D Mobile Security kombinieren lässt. Die End-to-End-Lösung ermöglicht die On-Board-Erkennung und Bekämpfung von Sicherheitsrisiken, kombiniert mit einer Backend-Analyse und einem forensischen System. Damit sollen OEMs und Flottenmanager von Anfang über eine starke Cybersecurity-Basis für ihre Fahrzeuge verfügen.

Auf der nächsten Seite erwartet Sie unter anderem ein dimmbares Panoramadach.

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