Mit der Übernahme will IBM vor allem die Entwicklung von Technologien für hybride Multiclouds vorantreiben. Zielsetzungen sind etwa eine beschleunigte Erstellung von Cloud-nativen Geschäftsanwendungen, die Erhöhung der Anwendungsportabilität und die Gewährleistung eines abgesicherten Datenverkehrs über mehrere private und öffentliche Clouds hinweg. Dabei will man auf Schlüsseltechnologien wie Linux, Container, Kubernetes, Multicloud-Management sowie Cloud-Management und –Automatisierung zurückgreifen. Laut Studien sind aktuell 80 Prozent der Business-Workloads in Unternehmen noch nicht in Clouds migriert, da sie durch die proprietäre Natur des derzeitigen Cloud-Marktes behindert werden.

Red Hat

Ginni Rometty, President und CEO von IBM, (rechts) und James M. Whitehurst, CEO von Red Hat, geben die Übernahmepläne von IBM bekannt. IBM

„Die Übernahme von Red Hat ist ein Wendepunkt. Sie ändert alles am Cloud-Markt“, sagt Ginni Rometty, IBM Chairman, Präsident und CEO, zu den Plänen des Konzerns. „IBM wird weltweit die Nummer eins unter den hybriden Cloud-Anbietern werden, da wir Unternehmen die einzige Open-Cloud-Lösung bieten, damit sie das volle Potenzial ihrer Cloud-Anwendung ausschöpfen können.“ IBM und Red Hat arbeiten bereits seit 20 Jahren zusammen. Zu den gemeinsamen Projekten zählt etwa, Linux, Kubernetes und hybride Cloud-Anwendungen im Unternehmensumfeld zu etablieren.

Bestehende Kooperationen von Red Hat sollen weitergeführt werden, einschließlich solcher mit Cloud-Anbietern wie Amazon Web Services, Microsoft Azure, Google Cloud oder Alibaba sowie der IBM Cloud.

Nach der Übernahme soll Red Hat als eigenständige Einheit Teil des Hybrid-Cloud-Teams von IBM fortbestehen. Die Unabhängigkeit und Neutralität des Open-Source-Entwicklungserbes und -engagements von Red Hat, des aktuellen Produktportfolios und der Markteinführungsstrategie sowie der Entwicklungskultur des Unternehmens will IBM beibehalten. Red Hat soll weiterhin von Jim Whitehurst und dem derzeitigen Managementteam geleitet werden. Jim Whitehurst tritt zudem dem Senior-Management-Team von IBM bei und berichtet an Ginni Rometty.

Die Akquise will IBM durch den Ankauf aller ausgegebenen und ausstehenden Stammaktien des Software-Unternehmens mit einem Preis von 190 US-Dollar pro Aktie bewerkstelligen. So entsteht ein Gesamtunternehmenswert von rund 34 Milliarden US-Dollar.