Softbank will sich durch seine Beteiligung an Nvidia, die voraussichtlich unter zehn Prozent liegen wird, weiterhin für den langfristigen Erfolg von ARM einsetzen. Mit der Übernahme führt Nvidia seine KI-Computing-Plattform mit dem Ökosystem von ARM zusammen und will sich so noch stärker auf die Weiterentwicklung von KI-Anwendungen fokussieren.

Jetzt ist es offiziell: Nvidia will ARM kaufen

Jetzt ist es offiziell: Nvidia will ARM kaufen. Dabei bleiben die Lizenzmodelle erhalten, und der Standort UK wird sogar noch gestärkt. all-electronics/Nvidia

Die Kombination bringt Nvidias KI-Computing-Plattform mit dem riesigen Ökosystem von ARM zusammen, um so „das führende Computerunternehmen für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz zu schaffen, die Innovation zu beschleunigen und gleichzeitig in große, wachstumsstarke Märkte zu expandieren“, so der offizielle Nvidia-Kommentar. Laut Nvidias CEO Jensen Huang soll damit Computing von der Cloud über Smartphones, PCs, selbstfahrende Autos und Robotik bis hin zum Edge-IoT vorangetrieben und das KI-Computing weltweit ausgedehnt werden. Die Kombination habe viele Vorteile für beide Unternehmen, die Anwender und die Industrie.

Hauptsitz von ARM bleibt in Cambridge

Nvidia kauft ARM für 40 Milliarden US-Dollar. Der Firmensitz von ARM bleibt in Cambridge; hier soll ein Exzellenzzentrum für KI-Forschung entstehen.

Nvidia kauft ARM für 40 Milliarden US-Dollar. Der Firmensitz von ARM bleibt in Cambridge; hier soll ein Exzellenzzentrum für KI-Forschung entstehen. Wikimedia, Yesme@, CC-BY-SA-2.0.

ARM wird seinen Hauptsitz weiterhin in Cambridge haben. Nvidia will diesen Standort erweitern und ein globales Exzellenzzentrum für KI-Forschung auf dem ARM-Campus errichten. Dieser soll Entwicklungen unter anderem in den Bereichen Gesundheitswesen, Biowissenschaften, Robotik und autonomes Fahren unterstützen. Zu diesem Zweck will das Unternehmen außerdem einen auf ARM-IP basierenden KI-Supercomputer an dem Standort bauen. Weiterhin entstehen Schulungseinrichtungen für Entwickler und ein Start-up-Inkubator. Beides soll Forschungstalente aus aller Welt anziehen sowie eine Plattform für Innovation und Industriepartnerschaften schaffen.

Lizenzmodell und Marke bleiben erhalten

Als Teil von Nvidia wird ARM sein Modell der offenen Lizenzvergabe weiterführen und gleichzeitig die globale Anwenderneutralität wahren. Nach dem Abschluss der Transaktion beabsichtigt Nvidia, den Namen und die Markenidentität von ARM beizubehalten. Das geistige Eigentum des IP-Anbieters soll im Vereinigten Königreich registriert bleiben. Die Partner von ARM sollen auch von den Angeboten beider Unternehmen, einschließlich der Lösungen von Nvidia, profitieren.

Weitere Transaktionsdetails

Gemäß den Bedingungen der Transaktion wird Nvidia insgesamt 21,5 Milliarden US-Dollar in Stammaktien und zwölf Milliarden US-Dollar in bar an Softbank zahlen, einschließlich zwei Milliarden US-Dollar, die bei Unterzeichnung fällig werden. Softbank wird sich durch seine Beteiligung an Nvidia, die voraussichtlich unter 10 Prozent liegen wird, weiterhin für den langfristigen Erfolg von ARM einsetzen. Softbank und ARM verpflichten sich uneingeschränkt zur Erfüllung der Verpflichtungen, die Softbank bei der Übernahme von ARM im Jahr 2016 eingegangen ist und die im September 2021 abgeschlossen werden sollen.

Die vorgeschlagene Transaktion unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen, einschließlich des Erhalts der behördlichen Genehmigungen für UK, China, die Europäische Union und die Vereinigten Staaten. Es wird erwartet, dass der Abschluss der Transaktion in etwa 18 Monaten erfolgen wird.