Wolfgang Heinz-Fischer ist European Marketing Director bei der Advantech Europe GmbH in Feldkirchen.

Wolfgang Heinz-Fischer ist European Marketing Director bei der Advantech Europe GmbH in Feldkirchen.

Wie wird sich die Finanzkrise auf den Embedded- und IPC-Markt auswirken?
Wolfgang Heinz-Fischer, Advantech Europe:
Sicher wird die Krise auch hier Spuren hinterlassen. Auf der einen Seite werden Kunden weniger Geräte bauen und absetzen, also ist hier mit einem entsprechen Rückgang zu rechnen. Auf der anderen Seite ist in Krisenzeiten die Suche nach effektiveren Lösungen gefragt, also mehr Einsatz von Elektronik und eine höhere Automatisierung. Dies kommt dem Embedded-Markt wieder entgegen.

Fahrzeugbau, Elektronik und Telekommunikation und der Maschinenbau sind laut einer Bitkom-Studie die Hauptabsatzmärkte für Embedded-Technologie. Welche Branchen könnten aber in Zukunft noch interessant werden oder sind es schon?
Der Medizinmarkt wird sich stark wandeln. Hier wird die Elektronik in allen Bereichen starken Einzug halten. Die neuen Intel-Prozessoren bieten neue Möglichkeiten zum Beispiel Geräte für die sogenannte Mobile Visite zu entwickeln. Auch der ganze Bereich Digital Signage und Kiosk-Anwendungen werden stark wachsen.

Von der wirtschaftlichen zur technischen Seite. Die Anwender fordern einheitliche Standards. So kann man im Embedded-Bereich schon von einem Formfaktorkrieg sprechen. Wie stehen die Chancen für Standards?
Leider eher schlecht. Viele Anbieter rechtfertigen ihren Formfaktor mit dem Hinweis auf ein gewonnenes Projekt. Hier wird es notwendig sein, Aufklärungsarbeit zu leisten um die wirklichen Standards zu unterstützen und das Leben für die Anwender einfacher zu gestalten. Und die Hersteller sind gefordert sich an einen Tisch zu setzen und die teilweise tief sitzenden Ablehnungen gegeneinander zu begraben und im Sinne für den Anwender zu einer einheitlichen Lösung zu kommen.

Eine weitere Herausforderungen gerade in der Telekommunikationsbranche und im Maschinenbau sind die langen Garantiezeiten. Wie begegnen Sie dieser Herausforderung?
Hier bewegen sich die Welten aufeinander zu. Die Anwender akzeptieren auf Grund wirtschaftlicher Notwendigkeiten kürzere Garantiezeiten und die Lieferanten können längere Lieferzeiten garantieren, da unter anderem Intel längere Laufzeiten für die Embedded-Prozessoren gewährleistet.

Im gleichen Atemzug nennen Anwender möglichst hohe Zuverlässigkeit. Was tun Sie, um dieser Forderung gerecht zu werden?
Neben den normalen Qualitätsmaßnehmen setzen wir verstärkt auf Remote Monitoring um rechtzeitig zu erkennen, wenn ein Gerät Gefahr läuft auszufallen und die Möglichkeit von Remote Control, um so vorbeugend zu agieren.

Als Abschluss ein Blick in die nahe Zukunft. Welche Technologietrends werden die Embedded World und das Jahr 2009 prägen?
Low Power und Green wird die Zukunft sein. Wir sind dabei.