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Mobiles DC-Ladesystem für Elektrofahrzeuge: Den zum Laden einer Lithium-Ionen Traktionsbatterie erforderlichen Gleichstrom erzeugt das System aus einem 230-VAC-Net– verpackt in einem handlichen Designergehäuse.
Heitec hat als Partner von Rittal das komplette Produktportfolio der Elektronik-Aufbausysteme von Rittal übernommen und kann dadurch Katalogprodukte, Sondergehäuse und Derivate existierender Standardprodukte offerieren.
Heitec liefert komplette Plug-and-Play-Lösungen für VME-Anwendungen bis hin zu Level 5, inklusive Stromversorgung, Busplatine, Maßnahmen für EMV- und ESD-Schutz sowie Klimatisierung.
Das modulare Konzept der Ripac-Baugruppenträger ermöglicht mit einem Minimum an Bauteilen eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten und setzt auf den gleichen Verbindungsschienen und Systemkomponenten auf.

Die wesentliche Stärke von Heitec ist das Know-how in der Konzeption, Entwicklung und Fertigung von elektronischen Systemen. Hier reicht die Erfahrung von der Definition der Systemarchitektur bis hin zur Entwicklung und Implementierung einzelner Komponenten. Flankiert wird das Ganze durch die hohe Fertigungskompetenz und einem effizienten Produkt-Lebenszyklus-Managements. Deshalb betont Roland Chochoiek: „Wir bieten umfassende Industrielösungen aus einer Hand und kreieren diese individuell für unsere Kunden.“ Für den Prokuristen und Geschäftsgebietsleiter Elektronik von Heitec geht es stets um eine enge Kundenbindung, die es zu pflegen gilt. Die Ausgewogenheit des Leistungsspektrums beflügelt seit nunmehr 30 Jahren den Unternehmenserfolg. „Dabei geht es immer um Lösungen im Umfeld von Software, Mechanik und Elektronik. Der jeweilige Anteil kann dabei ganz unterschiedlich sein“, erläutert er weiter und ergänzt: „Wann immer es sinnvoll und wirtschaftlich ist, setzen wir fertige Teile oder Komponenten ein. Manchmal kaufen wir sie auch zu, als Standardprodukte oder speziell angefertigt von einem unserer Partner im Zuliefernetzwerk, zum Beispiel bei Spritzgussteilen.“

Wichtig sei es, bereits am Anfang der Entwicklung dabei zu sein. Nicht nur, um neue Produkte zügig im Markt einzuführen: Während der Prototypenentwicklung werden bis zu 50 Prozent der späteren Fertigungskosten festgelegt. Darüber hinaus, werden bis zu 70 Prozent der Kosten eines Elektronikproduktes durch das Material verursacht. Soll die Produkteinführung von Erfolg gekrönt sein, so müssen die aus Vertretern der Auftraggeber- und der Dienstleisterseite bestehenden crossfunktionalen Teams gut miteinander synchronisiert sein und eine enge Kommunikation aufbauen, weiß der Experte zu berichten. Nur so ließen sich effizient und zügig, Ideen in konkrete und wettbewerbsfähige Kundenprodukte umsetzen.

Alles aus einer Hand

Indes sieht sich Heitec nicht als klassischer EMS, führt Chochoiek aus: „Wir sehen uns in erster Linie als Entwicklungs-Dienstleister und haben europaweit Niederlassungen, die sich auf die jeweiligen Entwicklungsprojekte konzentrieren.“ Lediglich am Hauptstandort wird produziert. Mit zwei SMT-Linien komme man an die üblichen EMS-Anforderungen hoher Stückzahlen in der Serienproduktion nicht heran: „Das ist auch nicht gewollt. Wir produzieren Klein- und Mittelserien und unterstützen den Kunden bei der Neuprodukteinführung bis hin zur Serienreife seines Produkts.“ Die Entwicklungsteams kennen die Fertigungsherausforderungen genau und stellen sicher, dass die Elektronik eines Produkts „nicht nur schnell und effektiv entwickelt wird, sondern auch preisgünstig und mit hoher Qualität auf unseren modernen Anlagen gefertigt und getestet werden kann“, führt Chochoiek aus.

Zugute kommt dem Dienstleister die Übernahme der kompletten Elektronik-Aufbausysteme-Linie von Rittal. Damit ging auch die Verantwortung für die Entwicklung, Herstellung und Vertrieb sämtlicher Serienartikel und kundenspezifischer Lösungen in diesem Bereich an Heitec über. Durch die Vereinbarung hat Heitec seinen Elektronik-Geschäftszweig weiter ausgebaut und – nach der Übernahme des kundenspezifischen Lösungsgeschäftes dieser Produktlinie vor vier Jahren – nun sein Produktangebot im Bereich industrieller Gehäusetechnik komplettiert. Die übertragene Linie umfasst neben „klassischen“ Elektronik-Aufbausystemen auch Baugruppenträger (BGT), BGT-Einzelteile und -Zubehör sowie Tischgehäuse.

Fundiertes Know-how für mobiles DC-Ladesystem

Mit diesem Know-how gelang es dem Unternehmen, ein mobiles DC-Ladesystem zu konzipieren, das es im Auftrag eines Automobilherstellers für ein Plug-In Hybrid-Fahrzeug entwickelt hat und nun exklusiv fertigt. Dabei handelt es sich um eine intelligente Ladeelektronik, die den zum Laden einer Lithium-Ionen Traktionsbatterie erforderlichen Gleichstrom aus einem haushaltüblichen 230-VAC-Netz erzeugt – verpackt in einem handlichen Designergehäuse. Der Plug-In Hybrid lässt sich problemlos an jeder Haushaltssteckdose aufladen: Das mobile Design erlaubt es, die Ladebox bei Bedarf auch im Fahrzeug mitzuführen, um jederzeit die Batterie des elektrischen Antriebes laden zu können. Im Vergleich zu einem in der Garage fest installiertem Ladesystem oder einer öffentlichen Ladesäule, bietet diese Lösung so die größtmögliche Flexibilität für den Anwender. Durch das externe Ladekonzept kann am Fahrzeug Gewicht eingespart, der Verbrauch reduziert und damit die Reichweite erhöht werden.

Heitec entwickelte für die anspruchsvolle Anwendung sowohl die Elektronik als auch die Gehäusetechnik. Bei der Umsetzung war ein umfangreicher Anforderungskatalog zu beachten. Die strikten Vorgaben der Automobilindustrie stellen zudem hohe Ansprüche an Zuverlässigkeit, Robustheit und Sicherheit. Um ein zuverlässiges Lademanagement sicherzustellen, musste neben der Leistungselektronik auch ein performantes Kommunikationssystem integriert werden, das mit dem Fahrzeug die Informationen über Lade- und Sicherheitsparameter austauscht. Zur Gewährleistung der Betriebssicherheit, wird unter anderem kontinuierlich die Güte der Isolierung geprüft und das Nicht-Auftreten von Fehlströmen überwacht. Die Anforderungen an die Gehäusetechnik waren ebenfalls vielseitig: Das Chassis musste nicht nur kompakt, robust gegen Witterungsbedingungen, spritzwassergeschützt und mit innovativem Lüfterkonzept versehen sein, sondern auch ausreichend Platz für die Verkabelung lassen und nicht zuletzt dem Corporate-Design des Kunden entsprechen. Die Umsetzung erfolgte in enger Absprache mit dem Kunden an verschiedenen Standorten. So wurde die Elektronikentwicklung in München, die Gehäusetechnik, Gehäusedesign und die Endmontage in Eckental vorgenommen.

Gebündelte Kompetenz

Der Geschäftsbereich Elektronik bietet seinen Kunden die Dienstleistungen Entwicklung, Aufbausysteme und Fertigungslösungen. Seit knapp 30 Jahren kann das Unternehmen umfangreiche Lösungs-, Engineering- und Industriekompetenz in den Bereichen Software, Mechanik und Elektronik aufweisen. Dabei bietet Heitec hochwertige Standardapplikationen als auch kundenspezifische Lösungen aus einer Hand. Das Ziel sind nachhaltige, kostensenkende und innovative „Engineering Solutions“ für die Kunden.

Fünf Fragen an Roland Chochoiek, Geschäftsgebietsleiter Elektronik von Heitec

Roland Chochoiek, Geschäftsgebietsleiter Elektronik von Heitec

Roland Chochoiek, Geschäftsgebietsleiter Elektronik von Heitec Heitec

Die skalierbaren Dienstleistungen sind das Erfolgsgeheimnis von Heitec.

Ziel der Gehäuse-Übernahme von Rittal war es, das Angebotsportfolio zu erweitern. Inwiefern war dies eine gute Entscheidung?

Als Partner von Rittal haben wir Anfang 2013 das komplette Produktportfolio der Elektronik-Aufbausysteme von Rittal übernommen, um Kunden fokussiert sowohl Katalogprodukte wie auch Sondergehäuse und Derivate existierender Standardprodukte zentral aus einer Hand an unserem Hauptstandort in Eckental bei Nürnberg anbieten zu können. Das war eine Win-Win-Situation für beide. Wir konnten unser ohnehin breites Dienstleistungsportfolio sinnvoll ergänzen. Mit unserem „Dreifaltigkeit“-Portfolio Entwicklungs-Dienstleistung, EMS und Gehäusetechnik sind wir in der Lage, auf die jeweiligen individuellen Kundenanforderungen effizient einzugehen.

Wie haben Sie daraufhin die Vertriebswege organisiert?

Mit der Übernahme haben wir etwa 1500 Kunden geerbt, die wir mit einer eigens konzipierten SAP-Struktur gut in unser Unternehmen implementieren konnten. National, also hier in Deutschland, haben wir unsere erfolgreiche Vertriebsstruktur, im internationalen Ausland greifen wir auf die Vertriebs-Niederlassungen von Rittal zurück, wodurch Rittal im Ausland sozusagen unser Distributor geworden ist. Einzige Ausnahme ist das deutschsprachige Ausland, also Österreich und die Schweiz: hier haben wir einen eigenen Vertriebsmann. Heute fokussieren wir uns darauf, Vertriebspartner zu finden und so das Geschäft voranzutreiben, vor allem im Business-Developement.

Die Entwicklungs-Dienstleistungen sind breit gefächert und reichen bis hinab zur Chipentwicklung. Welche Schwerpunkte setzen Sie dabei?

Wir wissen nicht nur, wie man komplexe Elektroniksysteme entwickelt. Wir wissen auch, wie man sie fertigt und in individuelle Gehäuse „verpackt“. Diese Kombination von breitbandigem Know-how und tiefgehender Kompetenz ist im Markt einzigartig. Wir bieten ein umfangreiches Portfolio skalierbarer Dienstleistungen an, mit denen wir den Kundenerfolg sichern helfen. Das trifft auch auf die Chipentwicklung zu. Ob ASIC, FPGA oder SoC mit bis zu mehreren Millionen Gattern sowie andere Lösungen für integrierte Schaltungen (IC), HDL-Design und Digitaltechnik auf der Basis Altera, Xilinx, Lattice und Actel – durch unsere erprobten Entwicklungsmethodiken und -prozesse ist First-Time-Right (FTR) bei uns zur Realität geworden.

Neben den vier Entwicklungsstandorten Erlangen, München, Chemnitz und Eckental, haben Sie auch ein Entwicklungsstandort in Rumänien. Warum diese Aufteilung?

Die Standorte sind historisch gewachsen. Zudem hat es sich im Laufe der Zeit herauskristallisiert, dass sich gewisse Themen an bestimmten Standorten besser bearbeiten und lösen lassen. Unabhängig davon, ist die Vernetzung zwischen den Niederlassungen sehr eng.

Die Produktion findet am Hauptstandort in Eckental statt. Ist es denkbar, dass Sie auch ins Ausland verlagern, zum Beispiel nach Rumänien?

Nein, das ist nicht geplant. Wir wollen in der Nähe unserer Kunden auch die Fertigung haben. Die kurzen Wege und dass es keine Sprach- respektive Mentalitätsbarrieren gibt, wissen unsere Kunden sehr zu schätzen – ebenfalls, dass sie stets nur einen Ansprechpartner bei Heitec haben.

Das Interview führte Marisa Robles Consée