Infineon Technologies und Analog Devices (ADI) arbeiten bei der Entwicklung der nächsten Generation von Airbag-Systemen eng zusammen. Dadurch wollen ADI und Infineon den Zulieferern von Fahrzeugsicherheitssystemen und OEMs eine vollständige Design-Plattform zur Verfügung stellen, welche die kosteneffiziente und einfache Entwicklung fortschrittlicher Airbag-Lösungen erlaubt. Durch die Airbag-Design-Plattform soll die Markteinführung neuer Airbag-Systeme beschleunigt werden. Dafür wollen Infineon und ADI ihre Produkt-Roadmaps abstimmen und die Kompatibilität ihrer Sensoren und Chipsets sicherstellen.

Während ADI die MEMS-Sensoren beisteuert, liefert Infineon nach Angaben von Fredrik Öberg, Senior Product Marketing Manager bei Infineon, „nahezu alle applikationsspezifischen Komponenten für Airbag-Systeme – beispielsweise Mikrocontroller, ICs für die Kommunikation mit den Satellitensensoren, für die Auslösung von Airbags, für die Stromversorgung, CAN- und LIN-Transceiver und Drucksensoren“.

Stefan Steyerl, Director Automotive Sales Europe bei ADI und Fredrik Öberg (Infineon), erklärten im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK übereinstimmend, dass sich die Produkt-Portfolios der Unternehmen zwar optimal ergänzten, aber nicht überlappten. „Beide Firmen haben bei Airbag-Systemen jeweils in ihrem Segment einen guten Marktanteil und verfügen über das notwendige Spezial-Know-how“, so der Tenor der beiden Manager.

Damit wollen die Unternehmen offensichtlich Freescale Semiconductor Paroli bieten. Freescale hat als Nummer 1 bei den Automotive-Mikrocontrollern nicht nur die MCUs sondern auch MEMS-Sensoren für passive Sicherheitssysteme sowie diverse andere Automotive-Lösungen im Programm.

Systemplattform

„Durch die Kombination ihrer Produktportfolios bieten Infineon und ADI eine komplett interoperable und validierte Airbag-System¬plattform an“, betont Fredrik Öberg (Infineon), und Stefan Steyerl (ADI) liefert die Hintergrundinfos: „In aufstrebenden Automobilmärkten wie Asien und Südamerika müssen Fahrzeug- und Systemhersteller die Insassensicherheit erhöhen und gleichzeitig Kosten senken. Die Abstimmung der airbag-spezifischen Produkt-Roadmaps von Infineon und ADI sorgt für Interoperabilität, senkt Systemkosten und erlaubt es Automobilherstellern und deren Systemzulieferern, ihre Ressourcen auf die Entwicklung von Algorithmen zur Airbag-Auslösung und die Produktdifferenzierung zu konzentrieren.“

„Wir bieten gemeinsam eine getestete Hardware-Design-Plattform an, auf die die Kunden aufbauen können“, so Stefan Steyerl (ADI). „Damit verkürzt sich die Entwicklungszeit um etwa 6 Monate, weil die Kunden sich ganz auf die Software beziehungsweise die Entwicklung von Algorithmen für Airbags konzentrieren können.“ Fredrik Öberg ergänzt: „Die europäischen OEMs und Tier-1s haben viel eigenes Airbag-Know-how und sind nicht abhängig von diesem Reference-Design. Der große Vorteil für die Kunden in Europa und Nordamerika besteht darin, dass wir die Interfaces und Roadmaps untereinander abstimmen, so dass sie die Designs schneller umsetzen können.“

Laut der US-amerikanischen National Highway and Transportation Safety Administration (NHTSA) gibt es 177 Millionen mit Airbags ausgestattete Personenkraftwagen, 162 Millionen davon sogar mit mehreren Airbags. Zwischen 1987 und 2007 retteten Airbags mehr als 25.000 Menschenleben. Vor diesem Hintergrund und einer beachtlichen Nachfrage nach sichereren Fahrzeugen soll der Anteil der für Sicherheitssysteme im Auto benötigten Halbleiter voraussichtlich um neun Prozent jährlich zunehmen. (av)