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Die Maschinen des Bührener Untenehmens kommen unter anderem im Automobilbau zu Einsatz.
Mit der PDM/CAD-Lösung lassen sich nicht nur große, komplexe Maschinen konstruieren – wie hier ein Kühlschmierstoff-System.
Auch bei einem kleineren System hilft die Teilesuche die Teilewiederverwendung zu erhöhen.

Das Leistungsspektrum der traditionsreichen Bürener Maschinenfabrik BMF unterteilt sich in fünf Geschäftsbereiche: Fördertechnik, Kühlschmierstoff-Systeme, Vakuum-Späne-Transport, Komponenten und Kunststoffverarbeitung und adressiert neben der Automobilindustrie den Werkzeugmaschinenbau und die Kunststoffverarbeitung. Viele namhafte Automobilhersteller von B bis V setzen auf die Lösungen aus Büren.

Funktionale und prozessuale Anforderungen

Bereits 1988 begann das Unternehmen mit der 2D-CAD-Konstruktion. Im Jahr 2000 wechselte man auf ein 3D-CAD-System und nutzte zudem ein PDM-System zur Zeichnungsverwaltung. 2004 stellte das Unternehmen die Softwarelandschaft auf den Prüfstand mit den Zielen einer Realisierung von aussagekräftigeren Bauteilbeschreibungen durch frei definierte PDM-Stammdaten, einem Verbessern der Teilewiederverwendung durch einfachere, genauere Suche und der Einführung von Workflows. Dietmar Lemke, Systembetreuer CAD/PDM erklärt: „In der damaligen Ausbaustufe entsprach die Software einfach nicht mehr unseren funktionalen und prozessualen Anforderungen. Deshalb wollten wir die CAD/PDM-Lösung aktualisieren sowie eine PPS-Kopplung realisieren und haben dazu alle maßgeblichen Anbieter einer genauen Betrachtung unterzogen. Dazu gehörten natürlich auch die Lösungen von ISD Group als unser bisheriger Lieferant.“ ISD ist Anbieter der CAD- und PDM-Lösungen Hicad und Helios. Das 2D/3D-CAD-System verfügt über spezialisierte Branchenlösungen für den Maschinen-, Anlagen-, Stahl- und Metallbau sowie für die Blechbearbeitung. Die PDM-Lösung fungiert als zentraler Wissensspeicher zur Erfassung, Verwaltung und Verteilung von Dokumenten und Informationen. Bei dem Dortmunder Softwareunternehmen gehört aber auch das gesamte Dienstleistungspaket von der Beratung über die Schulung bis zur Hotline zum Leistungsangebot.

Zu den entscheidenden Pluspunkten gehört bei Hicad die 2D/3D-Durchgängkeit, die Wahlfreiheit, frei oder parametrisch zu konstruieren sowie das R&I-Modul. „Dies sind Alleinstellungsmerkmale, die uns andere Anbieter in dieser Form damals nicht bieten konnten. Auch die Möglichkeiten zur Klassifizierung in Helios haben wir so nicht gesehen“, erklärt Dietmar Lemke und fügt hinzu: „Nicht zuletzt hat uns die große Kundennähe überzeugt. Wir profitieren davon, dass wir einen engen Kontakt direkt zum Hersteller pflegen und unsere Wünsche ohne Umwege mit den entscheidenden Personen klären können.“ Man entschied sich also für ein Update des seit 1988 eingesetzten 2D/3D-Systems, einen Ausbau des PDM-Systems sowie zu einer Kopplung mit dem damaligen PPS-System Comet. Heute setzt der Bürener Maschinebauer an 32 Arbeitsplätzen Hicad, an 65 Helios und an weiteren sieben den Viewer ein. Da die Arbeitsplätze auf zwei Standorte verteilt sind, sorgen ein Vault-Server und das Replikationsmanagement dafür, dass die Informationen standortübergreifend zur Verfügung stehen.

PPS-Kopplung vermeidet Doppeleingaben

Zu Beginn stand die Kopplung zwischen PPS und PDM, wobei das PDM-System in der unidirektionalen Kopplung das führende System darstellt. Neben der Produktentwicklung wurde es auch in der Arbeitsvorbereitung, in der Fertigung und Montage sowie in Einkauf und Vertrieb eingeführt. Um für Prozesssicherheit zu sorgen wurde der Zugriff über Rechtevergabe und Workflows gesteuert. Jeder Mitarbeiter hat auf diese Weise jederzeit Zugriff auf genau die Informationen, die für ihn wichtig sind. Über das Plotmanagement lassen die Daten zudem an jedem Ort nicht nur anschauen, sondern auch ausgedrucken.

2005 wurden aus dem PPS-System Teilestämme extrahiert und daraus eine Klassifikation entwickelt, die im ersten Schritt auf der Grundlage der Artikelnummern Klassen zuordnete. Mit diesen Daten wurden im PDM-System die Attribute befüllt, sodass von Anfang an Grunddaten vorhanden waren, die nun in der alltäglichen Bearbeitung sukzessive erweitert werden. Neue Teile werden grundsätzlich angelegt. Dies kann neben der Produktentwicklung auch der Einkauf oder der Vertrieb, immer unter Berücksichtigung der zugrundeliegenden Workflows. So unterscheidet der Workflow für Modelle die Status ‚in Bearbeitung‘ und ‚fertig‘. Etwas komplexer ist da der Workflow für Zeichnungen: Diese durchlaufen die Stufen ‚in Bearbeitung‘, ‚als Konstruktion abgeschlossen‘, ‚Arbeitsvorbereitung‘, ‚Änderungswünsche anmelden‘, ‚Änderungswünsche annehmen/ablehnen‘ und schließlich ‚Freigabe‘.

Verbesserte Teilewiederverwendung

Neben der hinzugewonnen Prozesssicherheit durch die Workflows liegt der größte Nutzen der PDM-Einführung in der verbesserten Suche und damit verbunden der erhöhten Teilewiederverwendung. Für die Suche stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. So werden eigen gefertigte Teile meist über die Attribute gesucht, also zum Beispiel ‚Benennung‘, ‚Werkstoff‘ oder auch ‚zuletzt bearbeitet‘. Die Klassifikation wird hingegen eher für die Suche nach Zukaufteilen genutzt. „Unsere Konstrukteure nutzen die Suche sehr intensiv, so dass wir die Teilewiederverwendung gegenüber früher enorm gesteigert haben. Je nach Projekt können wir bis zu 90 % der Teile aus einem Baukasten wiederverwenden“, zeigt sich Dietmar Lemke zufrieden mit der erreichten Lösung.

Die umfangreiche Softwareumstellung erforderte auch abgestimmte Schulungsmaßnahmen, bei welchen die Bürener größten Wert auf eine effiziente, individuell angepasste Schulung legten: „Wir wollten keine Zeit verlieren und möglichst schnell produktiv arbeiten.“

Rundum zufrieden

Das Fazit fällt heute absolut positiv aus. Die definierten Ziele konnte BMF erreichen – inzwischen wurde die PPS-Kopplung ohne PDM-seitige Probleme auf SAP umgestellt – und auch mit dem Einsatz des CAD-Systems ist man rundum zufrieden. Dabei hat nicht zuletzt der gute, unmittelbare Kontakt zur den Ansprechpartnern bei des Softwareanbieters beigetragen. Als nächstes steht mit dem Ausbau der Verwaltung von Projektdaten ein weiterer Schritt zur Optimierung des Informationsflusses an.