Die Elektronikproduktion bei Siemens in Zug/Schweiz zeichnet sich durch einen hohen Produktmix und geringe Losgrößen aus. Viele der Leiterplatten sind sehr anspruchsvoll, da komplexe Schaltungen und einige ungewöhnliche Bauteile zu handhaben sind. Dies war einer der Gründe, warum Siemens bereits Anfang 2018 zwei Linien mit dem ASM ProcessExpert betrieb, um die Produkt- und Prozessqualität zu optimieren. Bei dem ASM ProcessExpert handelt es sich um das erste selbstlernende Expertensystem, das nicht nur Druckprozesse kontrolliert, sondern auch optimiert. Dabei lernt das System aus jedem Druckzyklus, erkennt Trends und korrigiert Parameter im Lotpastendruckprozess.

Blick in die Produktion bei Siemens Schweiz AG - SI Building Products in Zug.

Blick in die Produktion bei Siemens Schweiz AG – SI Building Products in Zug. Hilpert

Mittels eingehender Analysen, Leistungsberechnungen und Planungen wurde für Siemens die optimalsten Lösungen und Konfigurationen erarbeitet. Diese bestanden aus sechs Siplace SX-Modulen, inklusive neuer Soko-Greiferlösungen und -Pipetten. „Diese waren notwendig, da das Komponentenportfolio zu unterschiedlich und zum Teil außergewöhnlich ist“, erläutert Erich Harlacher, ASM-Vertriebsverantwortlicher bei der Hilpert electronics AG. Bei der Entwicklung der Siplace SX wurde auf das Prinzip der Skalierbarkeit und der Flexibilität geachtet, um neue Produkte schnellstens einzuführen, unterbrechungsfreie Rüstwechsel realisieren und so die unterschiedlichsten Losgrößen mit gleichbleibender Produktivität und Effizienz fertigen zu können. Des Weiteren wurde die Nutzung des ASM Material Manager weiter ausgebaut.

Die Implementierung der ASM-Anlagen wurde dann schlussendlich mitten in der Corona-Zeit durchgeführt. Ende April erfolgte die endgültige Abnahme der neuen Anlagen und die Produktion auf den neuen Fertigungslinien begann offiziell. Bereits am ersten Tag konnten Chargen von vier definierten und komplexen Baugruppen problemlos hergestellt werden.