Intelligente Kommunikation mit durchdachter Software

Doch um die Materiallogistik zuverlässig sicherzustellen, wurde noch ein ganzes Bündel an Softwarelösungen notwendig. So bildet der Material-Manager die Fertigung virtuell ab und sammelt Daten von allen Systemen, um auf deren Basis die richtigen Entscheidungen zu treffen. Diese Materialveraltungssoftware überblickt den gesamten Shop-Floor: Alle Arbeitsplätze der Fertigung (Lager, Vorrüstbereich) können angebunden werden. Materialbewegungen werden online erfasst, sodass stets der aktuelle Materialstandort übertragen wird. Die Materialbedarfsberechnung folgt dem Just-in-Time-Prinzip, da alle gesendeten Daten in Echtzeit ausgelesen und ausgewertet werden. Die Software bietet eine Benutzerverwaltung, so können verschiedenen Personen unterschiedliche Verantwortlichkeiten und Rechte eingeräumt werden.

Eckdaten zum Dry Tower

Das Bauteillagersystem Dry Tower ist ein Trockenschrank, in dem Komponenten gelagert und getrocknet werden können, indem die rF (relative Feuchte) auf einen bestimmten Prozentsatz reduziert wird. Dies alles geschieht durch ein automatisiertes System, das Materialien ohne Bedienung verarbeiten kann. Das System ist komplett modular und lässt sich an MES anschließen. Alle relevanten Daten über die verarbeiteten Komponenten werden in einer Datenbank zum einfachen Abrufen gespeichert. Zwischenzeitlich ist auch ein innovatives Langzeitlager erhältlich, in dem die Bauteillagerung bei 12 °C und niedriger Luftfeuchtigkeit erfolgt.

  • Relative Luftfeuchtigkeit: <5 %
  • Hohe Verfügbarkeit: >99 %
  • Individuelle klimatisierte Abschnitte
    • Trocknen: 60°C
    • Restliche Feuchte: <1 % RH
  • Voller ESD-Schutz für Achsen und Rahmen
  • Seitentür für Servicezugang
  • Bis zu 5.200 Rollen (einzeln gelagert) oder 10.375 Rollen (doppelt gelagert)

Die Software MSL-Manager wird in Lagersystemen eingesetzt. Sie überwacht deren Temperatur und Feuchtigkeit und verwaltet deren Daten. Dabei wird ihre Position im Lagersystem registriert, die Floor-Life-Time errechnet und der Trocknungsprozess dokumentiert. Außerdem sind alle eingelagerten Materialien rückverfolgbar. Die Wege jedes Materials werden aufgezeigt und auf ungenutzte Bestände aufmerksam gemacht. Ergänzend dazu koordiniert der Fleet-Manager die AIVs in der Fertigung. Die Route jedes einzelnen AIVs wird geplant, und das so, dass jeweils der Roboter die Aufgabe übernimmt, der die Aufgabe am effektivsten und schnellsten ausführen kann. Be- und Entladevorgänge werden optimiert, Wege und Aufgaben effizient geplant.

RFID für die Rückverfolgbarkeit und Rüstkontrolle

Asys nimmt sich dem Thema RFID an und stellt zukünftige Szenarien auf, in denen diese Technologie zum Einsatz kommt. Ein Szenario bildet die Rückverfolgbarkeit von Material ab: Zum Beispiel ist jeder Aufsatzbehälter (KLT-Box, Container, Magazin, etc.) für AIVs mit einem RFID-Tag versehen. Genauso alle Stationen in der Fertigung, die Material aufnehmen können (Magazine Warehouse, DryTower, Materialbahnhöfe, Be- und Entlader). Sobald ein Material eine Station erreicht, wird das registriert und an den Material-Manager gesendet. So hat der Linienmanager immer den Überblick, wo welches Material wann ist. Die RFID-Technologie hat im Gegensatz zu einer klassischen Codemarkierung den Vorteil, dass in einem Umkreis von 1 bis 2 m gelesen werden kann. Anders ausgedrückt: der Tag benötigt keinen direkten „Sichtkontakt“ zum Leser, um registriert zu werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sich mehrere Tags gleichzeitig lesen und registrieren lassen. Dies könnte vor allem in der Rüstkontrolle interessant sein: Alle gerüsteten Materialien können beim Schließen der Haube registriert werden, Rüstzeiten werden optimiert.

Mit Pulse ist Asys ein Coup gelungen, zumal zwischenzeitlich viele arbeitserleichternde Apps hinzukamen, wie etwa Alert-Manager, User2Machine und Messenger. Sie ermöglichen es dem Linienmanager, Maschinen zuzuweisen und Aufgaben selbst zu editieren und priorisieren. Die Komponente IC-Run aus dem OIC-Paket realisiert eine automatische Produktumstellung. IC-Run stellt eine Linie innerhalb weniger Minuten auf ein neues Produkt um. Dank der Software muss nicht mehr jede Maschine einzeln angepasst werden. Der Linienmanager kann das neue Produkt für die gesamte Linie von seinem Arbeitsplatz einrichten, indem er ein zentrales Linien-Programm erstellt. Bereits existierende Programme können wiederverwendet, neue Programme zentral verwaltet und einfach vorbereitet werden. Ein Produktwechsel ist bereits möglich, wenn das letzte Produkt des vorherigen Produktionsauftrags die Linie durchläuft. Sobald dieses eine Fertigungsstation verlässt, kann für das neue Produkt umgerüstet werden.

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