Der Hauptnutzen, den sich Anwender laut einer Umfrage von Smart Home versprechen, sind Energieeinsparungen. Diese Funktion wird vom Smart Metering wahrgenommen. Welche Konzepte bieten Sie in diesem Zusammenhang an?

Ein zentrales Problem bei der Energieerfassung vor Ort war bislang häufig der fehlende Vergleich beziehungsweise ein Benchmark. Was nützt es dem Kunden, den Verbrauch seines Gefrierschrankes zu kennen, wenn er den Wert nicht interpretieren kann? Mit IoT und Conrad Connect können wir unseren Nutzern zukünftig anbieten, die eigenen Messwerte mit den Werten anderer Kunden zu vergleichen. Dies geschieht natürlich nur mit dem Einverständnis der Kunden und anonymisiert. Erst dadurch entsteht ein echter Mehrwert für den Nutzer.

Conrad Connect

Das Dashboard bietet einen Überblick über die kombinierten Applikationen. Conrad Connect

Große Teile des Smart-Home-Konzepts spielen sich online ab. So gibt es die Nutzer-Community „Conrad Friends“, Video-Tutorials und die Online-Plattform „Conrad Connect“. Wollen Sie gezielt eine jüngere Zielgruppe erschließen?

Die von Ihnen genannten Serviceleistungen sind Teil unseres ganzheitlichen Konzeptes. Nicht nur unsere eigenen langjährigen Erfahrungen im Bereich Smart Home belegen, dass viele Kunden aufgrund der Vielfältigkeit und Komplexität des Themas, des Produktangebots und der fehlenden herstellerübergreifenden Kompatibilität überfordert sind. Dies trifft grundsätzlich für alle Altersgruppen zu. Online-basierte Serviceleistungen sind schon lange nicht mehr nur einer jüngeren Zielgruppe vorbehalten.

Eck-Daten

Die Zahl vernetzter Geräte im Haushalt steigt rasant und oft lassen sich diese auf per App steuern. Doch sind die dabei verwendeten Kommunikationsstandards häufig nur innerhalb der Produktwelt eines Anbieters kompatibel. Mithilfe der Interplattform Conrad Connect können Produkte über Herstellergrenzen hinweg kommunizieren, was neue Funktionsmöglichkeiten erschließt. So erinnern etwa vernetzte LED-Lampen an das Lüften. Die Serverclouds der Hersteller werden dabei über APIs an eine Metaebene angeschlossen, auf der die übergeordnete Steuerung erfolgt. Ein Eingriff in die digitalen Erlösmodelle der Hersteller erfolgt nicht.

Auch Amazon ist mit seinen Produkten Teil von Conrad Connect. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem Online-Händler?

Die Assistenzsysteme von Amazon (Echo) und Google (Home) haben einen regelrechten Boom ausgelöst. Da beide Systeme offen sind, das heißt Schnittstellen zu anderen Systemen anbieten, war es für uns keine Frage, die Produkte zu integrieren. Somit können Sie mit Amazon Echo eine Szene mit nur einem Sprachbefehl aktivieren – zum Beispiel das Licht einschalten, die Rollläden hochfahren und die Heizung im Bad auf 21,5 °C stellen – und das gleiche Szenario mit Google Home wieder deaktivieren. Das heißt beide Assistenzsysteme adressieren die identischen Projekte und damit auch dieselben Geräte auf Conrad Connect.

Bisher ist Conrad Connect vor allem mit dem B2C-Geschäft präsent. Was planen Sie für den B2B-Bereich?

Schon heute kommt ein nicht unbeträchtlicher Teil der Nutzer aus dem B2B-Bereich. Dies sind häufig kleine und mittelständische Unternehmen, die eine schnelle, einfache und preiswerte Lösung suchen. Dafür bietet sich Conrad Connect an, denn die grundlegenden Funktionen sind weder an bestimmte Produkte noch an bestimmte Anwendungsfälle geknüpft. Darüber hinaus werden wir im nächsten Jahr weitere B2B-spezifische Funktionen und Services anbieten.

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