Herr Reger, wie läuft das Geschäft?

Lars Reger: Sehr gut, denn wir haben stetig unser Portfolio komplettiert, um die großen Trends der Autoindustrie zu bedienen: autonomes Fahren, vernetzte Mobilität, Cybersecurity im Straßenverkehr und Elektrifizierung. Gleichzeitig sind wir in unterschiedlichen Bereichen mit echten Innovations-Speerspitzen am Start.

Lars Reger: Der neue per Software programmierbare Autoradio-Chip integriert sechs ICs auf einem Chip – Tuner für AM, FM und Digitalradio sowie Digitalradio-DSP und Speicher. Die gesamte Decodierung erledigt dieser Chip in der Nähe der Antenne.

Lars Reger: Der neue per Software programmierbare Autoradio-Chip integriert sechs ICs auf einem Chip – Tuner für AM, FM und Digitalradio sowie Digitalradio-DSP und Speicher. Die gesamte Decodierung erledigt dieser Chip in der Nähe der Antenne. Alfred Vollmer

Ein gutes Beispiel hierfür ist Infotainment. Hier haben wir gerade unseren neuen per Software programmierbaren Autoradio-Chip vorgestellt, der sechs ICs auf einem Chip integriert – Tuner für AM, FM und Digitalradio sowie Digitalradio-DSP und Speicher. Die gesamte Decodierung erledigt dieser Chip in der Nähe der Antenne, und über eine bis zu 30 m lange Zweidrahtleitung gelangen die empfangenen Daten innerhalb des Fahrzeugs als digitales Signal zum gewünschten Empfänger.

Ein weiteres Beispiel sind unsere smarten Aktoren – zum Beispiel die Mikrocontroller mit integriertem Elektromotortreiber der MagniV-Familie. Hier kann ein Entwickler beim Kunden mit unserem Demo-Kit, der Tool-Chain und dem Demo-Code binnen 10 Minuten eine komplette Motorsteuerung realisieren. Diese Liste könnte ich endlos fortsetzen – mit den smarten Amplifiern, Krypto-Produkten, Radarsensoren, Funkschlüssel-ICs, Netzwerk-ICs, Logik, Powermanagement, LED-Ansteuerung, Sensoren und ähnliches. Die neuen Radarsensoren beispielsweise waren eine der großen Attraktionen auf unserem CES-Stand.

Wie sehen sie die Elektromobilität?

Lars Reger: Ich glaube, dass wir bei der Elektromobilität das Tal der Tränen schon zu einem Teil durchquert haben. Jetzt ist langsam der Level erreicht, 300 bis 600 km Fahrreichweite mit einem Elektrofahrzeug zu erzielen. Bald ist dann nicht mehr das Auto das schwächste Glied in der Kette, sondern dann ist es wieder der Fahrer, weil keiner von uns 800 km am Stück fährt, ohne zwischendurch einmal 45 Minuten Pause zu machen. Wenn wir diesen Punkt erreichen, dann hat ein Fahrzeug mit fossilem Antrieb keine signifikanten Vorteile mehr gegenüber einem E-Fahrzeug. Mit all diesen Faktoren glaube ich, dass die Elektromobilität in den nächsten Jahren verstärkt kommen wird – nicht als großer Knall, wie viele Experten vorausgesagt haben, sondern einfach graduell steigend.

Bei der Elektromobilität sind wir jetzt über die Phase hinaus, dass wir die Funktionstauglichkeit beweisen müssen. Jetzt stellt sich die Frage, wie wirtschaftlich, wie Massenmarkt-tauglich die Technik ist und wie schnell das geht. Das hat ganz viele Facetten: Ladesäulen, Abrechnungs-Infrastruktur, aber auch wie eine Bezahlung per Handy erfolgen kann. Sicheres und barrierefreies Bezahlen bei Energie-Roaming ist nämlich sehr wichtig. Ich denke, das wird wie jede Technologie im Auto, wie ABS und ESP-Systeme auch, einige Jahre dauern, bis hier auch neue Produkte in Volumen sichtbar sind. Mit unseren Batteriemanagement-, Netzwerk-, RFID- und NFC-Lösungen haben wir spannende Technologien für diesen Bereich im Programm.

 

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