Christian Rocke ist Projektleiter Productronica der Messe München.

Christian Rocke ist Projektleiter Productronica der Messe München.Messe München

Productronic: Die Märkte wandeln sich ständig. Aus diesem Grund müssen sich auch die Messen in ihren Grundkonzepten ständig wandeln. Wie sieht für Sie eine dynamische, aktive Messepolitik aus?

Christian Rocke: Mit dem Wandel der Märkte ändern sich auch die Bedürfnisse und Anforderungen der Aussteller und Besucher. Um diesen gerecht zu werden, tauschen wir uns intensiv mit allen Marktteilnehmern aus. Gerade die Productronica als Leitmesse muss dieser Dynamik folgen und immer wieder neue Reizpunkte setzen. Ein ideales Beispiel ist der PCB & EMS Marketplace in Halle B1. Im Jahr 2011 erstmals durchgeführt, war er auf Anhieb ein riesiger Erfolg mit durchweg positiver Resonanz. Das Konzept dafür haben wir zusammen mit Ausstellern und dem ZVEI entwickelt und in diesem Jahr weiter optimiert. Technologische Entwicklung steht nie still – genauso ist es bei uns: Wir passen deshalb gemeinsam mit dem VDMA Productronic unsere Nomenklatur stetig an, um weitere wichtige Themen in die Productronica zu integrieren.

Productronic: Messegesellschaften sehen sich gern als Partner der Wirtschaft. Welche Erfahrung konnten Sie hinsichtlich der Productronica machen?

Christian Rocke: Wie wichtig eine enge Zusammenarbeit mit Wirtschaftsvertretern ist, zeigt das Beispiel „Selbstorganisierende Produktion (SOPRO)“. Diesen Vorläufer von Industrie 4.0 hat die Productronica bereits 2009 vorgestellt. Schon damals haben wir eng mit dem VDMA und dem ZVEI als wichtigste Verbände zusammen gearbeitet und dieses Thema, das nun weltweit sehr große Beachtung findet, in der Elektronikfertigung platziert. Auch bei der Auswahl der Highlight-Themen, die wir in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus gerückt haben, arbeiten wir eng mit der Wirtschaft zusammen, um so relevante Themen im Markt voranzutreiben.

Productronic: Die Messe Productronica 2013 als Stimmungsbarometer. Reicht es, sich nur an der Anzahl der Aussteller und der Ausstellungsfläche zu orientieren, um als nationaler und internationaler Branchenindikator zu gelten?

Christian Rocke: Zweifelsfrei sind Messen ein Spiegel der jeweiligen Branche. Bei Leitmessen wie der productronica kommt hinzu, dass hier in besonderem Maß neue Impulse für die Branche gesetzt werden. Der Grund ist einfach erklärt: Alle zwei Jahre trifft sich die gesamte Branche hier in München. Die ausstellenden Unternehmen präsentieren den Fachbesuchern aus der ganzen Welt ihre Innovationen und neuesten Lösungen. Aus diesen Gesprächen entwickeln sich dann neue Geschäfte. Und in unseren Foren diskutieren alle Marktteilnehmer gemeinsam richtungweisende Entwicklungen, die ebenfalls Triebfeder für die Branche sind. Diese Konstellation führt natürlich zu einer Belebung. Die Vorveranstaltung hat das eindrucksvoll gezeigt, als aus einer schwierigen Situation heraus die Branche nach der Productronica wieder neue Fahrt aufgenommen hat – natürlich auch dank besserer wirtschaftlicher Vorgaben, die unerlässlich sind.

Productronic: Jede Productronica legt den Fokus ganz gezielt auf einzelne Segmente und hebt diese hervor. Die diesjährige Productronica hat die vier Highlightthemen „Fertigungstechnologien für Kabel und Steckverbinder“, „Wickelgüter-Fertigung und LED-Fertigung“, „Effizientes Produktionsmanagement/Industrie 4.0“ und schließlich „Electronic Manufacturing Services“ (EMS). Warum gerade diese Themenwahl?

Christian Rocke: Wir legen die Highlightthemen jedes Mal hinsichtlich ihrer Wichtigkeit für den Markt fest. Aktuell sind die Themen Energiewende und Elektromobilität von großer Bedeutung. Welche wichtige Rolle dabei der Fertigung von Wickelgütern, Kabeln und Steckverbindern zukommt, wird intensiv in den Foren diskutiert und auf der Sonderschau gezeigt. Ein weiteres sehr relevantes Thema ist eine effiziente, zuverlässige Produktion – sowohl das Highlightthema EMS und die damit verbundenen Potentialen, die Outsourcing der Produktion mit sich bringt, als auch Industrie 4.0 spielen bei diesem zukunftsträchtigen Thema eine große Rolle.

Productronic: 20. Productronica – fast 40 Jahre Elektronikfertigung. Was beeindruckt Sie am meisten an dieser Branche? Gibt es irgendein Highlight, das Sie sich keinesfalls entgehen lassen wollen?

Christian Rocke: Das Highlight der Productronica sind ganz klar die Aussteller und ihre Produkte! Wir sind in engem Austausch mit den Ausstellern und erfahren gerade jetzt – in den letzten Wochen bis zur Veranstaltung – mit wie viel Engagement und Mühe die Unternehmen den Auftritt vorbereiten. Eines kann ich jetzt schon verraten: Die Messebesucher können sich auf zukunftsweisende Lösungen und Innovationen freuen. Ich glaube man kann getrost vom „Blick in die Zukunft der Elektronikfertigung“ sprechen. Es wird beeindruckend sein, das Ergebnis dieser Anstrengungen bald an vier Messetagen bewundern können: gelungene Messestände, Maschinen im Live-Betrieb, fliegende Exponate, Aktionen. Das alles macht die Productronica nicht nur zur wichtigsten Businessplattform für die Branche, sondern auch zu einem Erlebnis. Damit diese tolle Entwicklung und der enge Schulterschluss mit der Branche auch die nächsten 40 Jahren anhält, dafür werden wir gerne alles tun.

Die Fragen stellte Marisa Robles Consée.