Die ersten ASi-5 Geräte von Bihl+Wiedemann laufen schon erfolgreich in Kundenapplikationen.

Die ersten ASi-5 Geräte von Bihl+Wiedemann laufen schon erfolgreich in Kundenapplikationen. Bihl+Wiedemann

Für welche Anwendungen lohnt es sich, sofort auf ASi-5 zu wechseln?

Dr. Marcel Hilsamer: Aus unserer Sicht sind vor allem Anwendungen, wo ASi-3 aktuell an seine Leistungsgrenzen stößt, prädestiniert für den Einsatz von ASi-5. Konkret sind das zum Beispiel Anwendungen mit der Forderung nach hohen Übertragungsgeschwindigkeiten oder erhöhtem Datenaufkommen – etwa an Stellen, wo viele E/A Daten auf engem Raum eingesammelt werden müssen. Auch bei der Einbindung intelligenter Sensoren, etwa von IO-Link Sensoren, wird durch ASi-5 vieles noch einfacher. Und die neuen, leistungsfähigeren Standardmodule mit bis zu 16 Eingängen können im Feld so manche teure Feldbus-Lösung ersetzen.

Welche Use-Cases haben sie im Blick?

Dr. Marcel Hilsamer:Anlagenbereiche mit vielen E/A Punkten, also einer hohen Dichte, lassen sich mit ASi-3 und seinen 4 Bit pro ASi Slave eben nicht so einfach realisieren. ASi-5 unterstützt pro Slave generell 16 Ein- und 16 Ausgänge, also 16 Bit Up- und Downstream. Deshalb haben wir auch ein Modul mit 16 Eingängen entwickelt. Viele lokale E/As im Feld können wir jetzt damit sehr gut lösen. Zudem sind Profile mit bis zu 32 Byte pro Slave spezifiziert. Das ist für smarte Sensoren oder Aktuatoren wichtig, weil diese häufig viele Daten übertragen, etwa die Betriebsstunden oder den Verschmutzungsgrad.

Smarte Sensoren setzen bei der Datenübertragung sehr oft auf IO-Link auf.

Dr. Marcel Hilsamer: Das hatten die Entwickler von ASi-5 von Anfang an im Blick, als sie eine Datenbreite von 32 Byte pro Slave definierten. IO-Link als reine Punkt-zu-Punkt-Verbindung lässt sich somit perfekt in das einfache und kosteneffiziente Verdrahtungssystem AS-Interface integrieren.

Heißt das, der IO-Link Master sitzt im ASi-Slave?

Dr. Marcel Hilsamer:Richtig. Unsere IO-Link Anbindung wird durch unser ASi-5 Slave / IO-Link Master Modul mit 4 Ports realisiert. Damit werden die IO-Link Prozessdaten über ASi und das Gateway transparent bis in die Steuerung durchgereicht. Die Diagnosedaten stehen zudem auch noch ganz im Sinne von Industrie 4.0 und IoT über die zusätzliche OPC-UA-Schnittstelle der Gateways beispielsweise für Cloud-Computing zur Verfügung.

Kürzere Zykluszeiten und mehr Bandbreite sind der Schlüssel.

Kürzere Zykluszeiten und mehr Bandbreite sind der Schlüssel. Bihl+Wiedemann

Über die Abwärtskompatibilität des Systems haben wir bereits gesprochen. Aber ist denn bei ASi-5 auch die herstellerunabhängige Interoperabilität weiterhin gegeben?

Dr. Marcel Hilsamer: Selbstverständlich. Wie bisher bleibt AS-Interface auch mit ASi-5 ein Standard, der die Kompatibilität der Komponenten aller Hersteller, nicht nur der Entwicklungspartner, garantiert. Sämtliche Produkte mit ASi Logo können auch zukünftig in einem gemeinsamen Netzwerk zusammenarbeiten und problemlos miteinander kommunizieren. Es findet sich also auch weiterhin für jedes Problem eine ASi Lösung.

Nachdem die Technologie auf der SPS IPC Drives im November öffentlich vorgestellt wurde, wird es auf der Hannover Messe bereits erste ASi-5 Komponenten von Bihl+Wiedemann zu sehen geben?

Dr. Marcel Hilsamer: Ja. Wir zeigen auf der Messe natürlich unsere drei neuen ASi-5/ASi-3 Gateway-Varianten für Profinet, Ethercat und Ethernet/IP mit jeweils zwei ASi Kreisen für ASi-5 und ASi-3. Selbstverständlich unterstützen diese Gateways auch ASi Safety at Work und verfügen darüber hinaus über eine OPC-UA-Schnittstelle und einen integrierten Webserver. Als weitere ASi-5 Neuheiten zeigen wir in Hannover digitale E/A Module, ein Zählermodul und einen ASi-5 Slave / IO-Link Master.

Wie ist denn die Resonanz nach der Vorstellung auf der SPS 2018?

Dr. Marcel Hilsamer: Die ist überragend. Sehr viele Kunden freuen sich auf die Geräte, die wir auf der Hannover Messe ausstellen, und überlegen schon, sie in ihren neuen Maschinen einzusetzen. Darüber hinaus gibt es bereits konkrete Anfragen nach weiteren Produkten. Wie schon bei ASi-3 arbeiten wir auch hier in vielen Fällen eng mit unseren Kunden zusammen.

Demnach ist die Pilotphase schon gestartet?

Dr. Marcel Hilsamer: Ja, die ersten ASi-5 Geräte von Bihl+Wiedemann laufen sogar schon erfolgreich in Kundenapplikationen.

Lassen Sie uns zum Schluss noch einen Blick in Ihre Entwicklungs-Pipeline werfen

Dr. Marcel Hilsamer: Weit oben auf unserer Agenda stehen zum einen weitere Module mit hohem Datenaufkommen. Zum anderen arbeitet unsere Entwicklungsabteilung natürlich an weiteren ASi-5/ASi-3 Gateway-Varianten für die Einbindung in andere Feldbusse.

Das Interview führte Chefredakteur Stefan Kuppinger

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