Mit den kapazitiven Hohlwellen-Gebern mit Wiegand-Harvester adressieren wir den Roboter-Markt.

Mit den kapazitiven Hohlwellen-Gebern mit Wiegand-Harvester adressieren wir den Roboter-Markt.

Redaktion IEE

Was tut sich denn in Sachen Präzision?

Jörg Paulus: Das Schöne an unseren Drehgebern ist, dass die Präzision inzwischen aus den Algorithmen der Auswerteelektronik kommt und nicht mehr von der mechanischen Genauigkeit. Wir nutzen sozusagen bereits KI. Mit den kommenden Generationen von Micro-Controllern lassen sich die Daten noch schneller verarbeiten. Damit werden die magnetischen Drehgeber, die aktuell mit einer elektronischen Auflösung von 17 Bit und Zykluszeiten von weniger als 100 µs aufwarten, noch dynamischer und genauer. Allerdings zeigt ein Blick in die Praxis, dass schon heute bei der Mehrzahl aller Anwendungen keine höhere Genauigkeit benötigt wird.

Wozu eigentlich der Drehgeber für Schrittmotoren. Der Vorteil dieses Motorprinzips ist doch gerade, ohne Feedback-System positionieren zu können.

Jörg Paulus: Bei einem größeren Lastmoment ist eine exakte Positionierung nicht mehr unbedingt gewährleistet, es entsteht quasi ein ‚mechanischer Schlupf‘, durch den der Rotor gegenüber dem Drehfeld Schritte verliert. Außerdem kann ein Stepper nicht selbstständig die Winkelposition feststellen und benötigt eine externe Referenz, zum Beispiel einen Näherungs- oder Endschalter.

Haben Stepper-Steuerungen überhaupt einen passenden Feedbackeingang und die passenden Regelalgorithmen an Bord?

Jörg Paulus: Als Schnittstelle bieten wir SSI und die fortschrittlichere BiSS C zur bidirektionalen Kommunikation. Wir setzen aber insbesondere in Europa auf BiSS Line in der 4- und 2-Draht Technologie. Vor allem die BiSS 2 Wire Configuration ermöglicht erhebliche Einsparungen im Systemaufbau für den Maschinenbauer hinsichtlich Anforderungen an Stecker und Kabel. Letztere können den Sensorpreis in der Installation durchaus übersteigen. Es lohnt sich daher nicht nur auf den Sensor ein Augenmerk zu legen, sondern auch auf den Systemansatz.

Posital arbeitet also bereits mit Stepper-Motor-Herstellern zusammen?

Jörg Paulus: Ja, mit Herstellern in Amerika, Asien und Europa. Neben vielen Design In-Projekten befinden wir uns teilweise auch schon in der Serienphase.

Worin besteht denn der Unterschied zu ihren klassischen magnetischen Feedbacksystemen/Aufbauten?

Jörg Paulus: Wir haben ein lagerloses System mit den sich daraus ergebenden Vorteilen wie Verschleißfreiheit, mechanisch robuster Aufbau und kleinere Baulängen. Des Weiteren ermöglicht unser Design ein Upgrade für inkrementelle Kits, ohne die mechanische Aufnahme am Motor anpassen zu müssen.

Gibt es die auf der SPS vorgestellten analogen Drehgeber auch mit dem Wiegand-Energiespeicher?

Jörg Paulus: Klar nutzen auch unsere neuen analogen Drehgeber den Wiegand-Effekt, um die batterielose Multiturn-Funktion sicherzustellen.

Wieso überhaupt noch ein Analogausgang, die Automatisierungswelt denkt doch vor allem digital.

Jörg Paulus: Ja, das fragen wir uns auch manchmal (lacht). Aber in vielen Anwendungen funktioniert die analoge Technik einfach wunderbar, ist bewährt, einfach und kostengünstig. Techniker sagen uns immer wieder: Analoge Signale kann ich so schön einfach messen, da brauche ich keine digitale Schnittstelle. Und wer will schon gegen seine Kunden argumentieren.

Das Interview führte IEE-Chefredakteur Stefan Kuppinger


 

Seite 2 von 212