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Emtron

elektronik industrie: Die Firma ist seit 1981 präsent und Sie wurden 1992 Geschäftsführer von Emtron, was waren die ersten Produkte, die Sie damals vertrieben haben?
Jörg Traum: Die ersten Produkte waren unter anderem AD/DA Wandler von Analogic, aber auch IC’s von Cherry Semiconductor (heute On Semi) und Sipex. Danach kamen die ersten Stromversorgungen von ETA, Inpower (Lizenzfertigung Vicor), International Power (lineare Netzteile) und DC/DC Wandler von ICI (heute Crane Interpoint) hinzu.

elektronik industrie: Wie hat sich das so breite Portfolio bei Stromversorgungen entwickelt?
Jörg Traum: Bis Mitte der 90er Jahre war Emtron eher als Broadliner mit 25 verschiedenen Produktlinien/Herstellern aus dem Halbleiterbereich bekannt.  Erst 1998 haben wir uns verstärkt auf Stromversorgungen konzentriert und dann sukzessive ein Elektroniklabor für Analysen und technische Produktunterstützung aufgebaut.

elektronik industrie: Welche Bauformen sind  besonders gefragt, Sie haben ja DC/DC, DIN-Rail, Open Frame, geschlossene SV, LED- und Medizin-SV usw. im Programm?
Jörg Traum: Am stärksten im Industriebereich nachgefragt sind die neuen kompakten Hutschienennetzteile (DIN-Rail) mit einem Wirkungsgrad von bis zu 94%. Allerdings hat der Beleuchtungssektor enorm aufgeholt bzw. mengenmäßig die industriellen Stromversorgungen bereits überholt.
Den Open-Frame-Sektor überarbeiten wir im Moment auf Leistungsdichte und Energieeffiezienz analog zu den ErP-Richtlinien aus dem Tisch- und Steckernetzteilbereich und sollten bis Ende dieses Jahres bzw. 1Q 2012 auch hier mit neuen, kompakten Geräten aufwarten können.

elektronik industrie: Wie sehen Sie Ihre Position bei Stromversorgungen  im Vergleich zum Mitbewerb?
Jörg Traum: Im Bereich der industriellen Stromversorgungen sehe ich uns als eines der marktführenden Unternehmen an. Nur wenige Anbieter verbinden ein solch breites Sortiment in Verbindung mit technischem Support und direktem Draht in die Entwicklungsabteilungen.

elektronik industrie: Was sind die markantesten 2…3  Milestoneprodukte/Linien des letzten 30 Jahre?
Jörg Traum: Die stärksten Linien sind Mean Well für den Bereich der industriellen Stromversorgungen und Crane Interpoint für den Sektor der High Rel DC/DC-Wandler für Luft- und Raumfahrtappliaktionen.

Ein Milestoneprdukte aus den Anfängen von Emtron ist der erste hybrid aufgebaute Gleichspannungswandler von Crane Interpoint, damals noch ICI, der unseren Einstieg ins SV-Geschäft kennzeichnet. Das markanteste Produkt zur „Halbzeit“ dürfte das DR-45 von Mean Well sein. Es markierte 1998 als erstes Gerät für die Hutschienen den Einstieg von MW in den wachsenden Markt der industriellen Netzgeräte. Diese Linie der DIN-Geräte wurde aufbauend auf dem Dr-45 kontinuierlich erweitert und bietet heute mit dem SDR-240-24 ein Gerät am Markt mit der höchsten Effizienz (ca. 94% Wirkungsgrad) und das im Zusammenspiel mit einem unschlagbaren Preis.

Zur weiteren Säule hat sich das LED-Netzteilgeschäft entwickelt. Hier markiert die PLN-Serie den Einstieg vor 4 Jahren. Mittlerweile gibt es einen eigenständigen 24 Seiten starken Katalog mit diversen Netzteilen für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche auf dem LED-Sektor.
elektronik industrie: Warum soll der Kunde bei Emtron kaufen?
Emtron besitzt eine führende Marktposition und kann auf fast drei Jahrzehnte Erfahrung mit Stromversorgungen zurückblicken. Für Emtron sind Stromversorgungen kein Modethema, sondern ein Anliegen. Das Unternehmen kennt alle Ecken und Winkel des Anwendungsspektrums aus dem Effeff und ist mit allen technischen Finessen vertraut. Diese Erfahrung mit der Technik von Stromversorgungen ist die Basis für Emtrons außergewöhnlich breites Leistungsspektrum. Die technische Kompetenz unserer Mitarbeiter steht den Kunden vor und nach dem Kauf zur Verfügung. Emtrons Experten beraten ihre Kunden bei allen Anwendungsfragen – und zwar nicht nur per Telefon, sondern auch vor Ort. Mit seinem eigenen Elektroniklabor bietet Emtron einen umfassenden Service, der Netzteile und unvergossene DC/DC-Wandler repariert, soweit der Hersteller dazu die Autorisierung erteilt. Auch Fehleranalysen und Modifikationen der angebotenen Geräte gehören zu Emtrons Dienstleistungs-Angebot.

In Emtrons Selbstverständnis stehen Produkt- und Beratungsqualität an erster Stelle. Das betrifft selbstverständlich auch die Auswahl seiner Lieferanten: Ebenso wie Emtron selbst eine Zertifizierung nach ISO 9001:2000 vorweisen kann, achtet das Unternehmen bei seinen Zulieferern auf deren Qualitätsstandards. Ihre Einhaltung überprüft Emtron regelmäßig durch Audits vor Ort.

Emtron kann aufgrund seiner starken Marktposition bei seinen Lieferanten in großen Mengen einkaufen. Dadurch sind wir in der Lage, unseren Kunden ein optimales Preis/Leistungsverhältnis zu bieten.

Auch Kunden mit einem ökologischen Bewusstsein können bei Emtron mit gutem Gewissen kaufen: Das Unternehmen hat für seine eignen Aktivitäten ein Umweltmanagement eingerichtet, das die Grundlage für sein ökologisch nachhaltiges Wirtschaften darstellt. Für sein Engagement in Sachen Umweltschutz besitzt das Unternehmen ein Zertifikat gemäß DIN EN ISO 14001. Dazu hat das Unternehmen eine Öko-Bilanz seiner Prozesse erstellt, kontrolliert das Erreichen seiner Umweltziele und entwickelt diese kontinuierlich weiter.

elektronik industrie: Wie wichtig ist der deutsche Markt? Österreich? Schweiz? Andere?
Jörg Traum: Deutschland ist unser Hauptmarkt. Den Schweizer Markt bedienen wir mit unserem langjährigen Partner Exista.

elektronik industrie: Welche technischen Gebiete sehen Sie am stärksten wachsen?
Jörg Traum: Generell ist die Energieeffizienz quer durch alle Anwendungsgebiete ein wichtiges Thema. Stromversorgungen sollen ja die elektrische Energie für ihre Verbraucher jeweils passend umformen und möglichst wenig davon selbst verbrauchen. Das gelingt mit moderneren Bauelementen und Schaltungstechniken immer besser. Die aktuelle Energiedebatte treibt diese Entwicklung mit Macht weiter voran; Energieeffizienz ist eine starke Antriebskraft für die technische Innovation.

Insbesondere ist zurzeit der Siegeszug der Leuchtdioden (LEDs) für Beleuchtungszwecke ein weithin dominierendes Thema. Bei Bildschirmen für Computer, Fernsehgeräte, für Messgeräte und Industriesteuerungen lösen LEDs zunehmend die verbreitete Technik der Kaltkathodenröhren für die Hinterleuchtung ab. Gleichzeitig dringen Beleuchtungseinrichtungen auf LED-Basis in neue Märkte vor: Bei Innenraumbeleuchtung, Scheinwerfer, Positions- und Rückleuchten von Autos werden zunehmend LEDs anstelle von Glühlampen, Energiesparlampen und Halogenlampen eingesetzt. Alle diese Beleuchtungseinrichtungen müssen durch speziell entwickelte Stromversorgungseinrichtungen gespeist werden. Der Trend zur LED ist somit gleichzeitig ein Trend zur LED-Stromversorgung.

Auch in der Transporttechnik werden elektronische Stromversorgungen immer wichtiger. Für Flottensteuerungssysteme in Lastwagen, für Infotainmentsysteme in Omnibussen, für Passagier-Informationssysteme und elektronische Steuerungen in Straßenbahnen, Nah- und Fernverkehrszügen werden ja immer mehr Computer und sonstige elektronischen Geräte verbaut. Diese Geräte benötigen natürlich eine angepasste Stromversorgung – ein starker Wachstumsmarkt.

Wir danken für dieses Gespräch!