Auf die Schnelle

Das Wesentlliche in 20 Sek.

  • IO-Link kann viel mehr als nur die dynamische Geräteparametrierung
  • Viele Akteure wissen noch nicht, was sie mit den über IO-Link bereitgestellten Daten anfangen sollen
  • Auch zehn Jahre nach Einführung sind die Vorteile von IO-Link immer noch nicht in der Breite bekannt
Zu viele meinen immer noch, IO-Link ist ein Feldbus.

Zu viele meinen immer noch, IO-Link ist ein Feldbus. Redaktiom IEE

Herr Fiebach, woran liegt es, dass IO-Link-fähige Sensoren noch nicht auf die erwartete Akzeptanz stoßen?

Christian Fiebach: Das mag daran liegen, dass auf Kundenseite immer noch gewisse Informationsdefizite bezüglich der IO-Link-Technologie vorherrschen – auch noch zehn Jahre nach deren Vorstellung. Nicht alle Kunden haben eine wirklich dezidierte Vorstellung davon, was sie letztendlich mit IO-Link realisieren können. Darüber hinaus sind einige unserer Ansprechpartner immer noch der Meinung, bei IO-Link handele es sich quasi um eine weitere Feldbusschnittstelle.

Daher wundert es mich nicht, wenn diese Personen der Technologie eher ablehnend gegenüberstehen. Sie haben schon mehr als genug Arbeit mit dem Management und der Pflege ihrer bestehenden Feldbusschnittstellen. Daher sind sie nicht besonders erpicht, eine zusätzliche Komponente in ihre Feldbusarchitektur zu integrieren.

Dabei verfolgt IO-Link doch einen ganz anderen Ansatz.

Christian Fiebach: Richtig, der Fokus liegt auf Zusatzinformationen in Form von Gerätedaten und -parametern, auf die man zuvor keinen Zugriff hatte. Das ist vielen immer noch nicht klar. Ebenso wenig der entscheidende Vorteil: Durch die Auswertung der über IO-Link verfügbaren Daten und Parameter lassen sich wertvolle Informationen schöpfen, etwa zu unerwünschten Prozessveränderungen, die zum Ausfall einer Anlage führen könnten. Solche Informationen geben dem Betreiber die Chance frühzeitig reagieren zu können.

Der besondere Ansatz von IO-Link besteht also im Grunde in der Auswertung von spezifischen Informationen, um hieraus gezielt Maßnahmen abzuleiten. Genau hier besteht das Problem, dass viele noch nicht genau wissen, was sie mit den über IO-Link bereitgestellten Daten anfangen sollen. Hier gibt es noch viel Bedarf an Aufklärungsarbeit, um Kunden Impulse für den Einsatz von IO-Link zu geben. Denn im Grunde ist IO-Link von den Voraussetzungen her genial, weil sich selbst Altanlagen relativ problemlos und ohne Nachteile nachrüsten lassen.

Den Anwendern ist der Nutzen immer noch nicht klar, gut zehn Jahre nach der ersten Vorstellung?

Christian Fiebach: Vielleicht nicht bis ins letzte Detail. Es ist daher von zentraler Bedeutung, Kunden Möglichkeiten und Ideen zu liefern, was sie mit dieser Technologie anfangen können und welchen Nutzen sie hiervon haben. Wenn uns das als Anbieter gelingt, steigt auch die Akzeptanz von IO-Link. Eine wichtige Bedingung hierfür ist aber auch, dass auf Kundenseite den Mitarbeitern Zeit zur Verfügung gestellt wird, um sich mit der Thematik im Detail auseinanderzusetzen. In Unternehmen, in denen dies der Fall ist, gibt es die erwähnten Informationsdefizite nicht.

Wann ist denn ipf electronic auf den IO-Link-Zug gesprungen?

Christian Fiebach: 2015 haben wir erstmals induktive Sensoren mit IO-Link-Schnittstelle in unser Portfolio aufgenommen. Derzeit haben wir IO-Link-fähige induktive und optische Sensoren sowie Druck- und Strömungssensoren. Bei den induktiven Sensoren sind das Geräte mit Norm- sowie erweiterten Schaltabständen und aktiver Fläche aus Metall. Bei den Drucksensoren offerieren wir Lösungen mit IO-Link für den pneumatischen Bereich. Typische Anwendungsbereiche dieser Sensoren finden sich etwa in Kompressorsteuerungen oder an Vakuumtraversen.

Im Bereich der optischen Sensoren ergänzen Geräte in verschiedenen Baugrößen unser IO-Link-Portfolio, die sowohl als Lasertaster als auch mit Rotlicht zur Verfügung stehen. Alle Geräte sind aufgrund ihrer Hintergrundausblendung in der Lage, Objekte unabhängig von ihrer Farbe oder ihrem Reflexionsverhalten zu erfassen.

Das jüngste Mitglied in unserer IO-Link-Familie ist schließlich eine Reflexionslichtschranke, die speziell zur Erkennung transparenter Objekte entwickelt wurde.

Wie sich das Portfolio von ipf bezüglich IO-Link weiterentwickelt auf Seite 2.

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