Ruf nach Standards

„Wir sind alle permanent online“ stellte Ralf Milke, Leiter E/E-Entwicklung Karosserieelektronik und Bordnetz bei der Volkswagen AG gleich zu Beginn seiner Keynote „Vision New Volkswagen: e-mobil – autonom – vollvernetzt – intuitiv – zukunftsweisend“ fest. Dabei ging es ihm klar um die Technik. Analog zur „Apple ID“ benötige auch Volkswagen eine entsprechende persönliche ID, die er in seinen Folien „Group ID Mobility“ nennt, „damit unser Kunde an all unsere Produkte gebunden wird und sich immer wieder zurechtfindet – und das funktioniert schon recht gut.“ All das müsse „natürlich über Fahrzeug-Generationen hinweg funktionieren“. Und das ist sehr wichtig: „Wer das richtig macht, der bekommt die Kunden, denn sie sind froh, wenn sie datentechnisch vernünftig aufgehoben sind und die Funktionen bekommen, die sie auch haben möchten.“

Ralf Milke, Volkswagen: „Parken hat für mich auch immer etwas mit Laden zu tun.“

Ralf Milke, Volkswagen: „Parken hat für mich auch immer etwas mit Laden zu tun.“ Matthias Baumgartner

„Parken hat für mich auch immer etwas mit Laden zu tun.“ Dabei bringt er auch das vollautomatisierte Fahren von/zu einer induktiven Ladeplatte oder einem HPC-Roboter ins Spiel. Letzterer steckt automatisch den Combostecker in die Ladedose des Fahrzeugs, um so auch Schnellladen komfortabel zu machen. Wichtig sei eine intelligente Kombination mit automatisiertem Parken. Volkswagens Vision sei ganz klar eine Interoperabilität von konduktiven und induktiven Ladestationen. Hier plädiert er an alle Anwesenden, an einer Standardisierung mitzuarbeiten, wie Charin (Charging Interface Initiative e. V.) sie koordiniert.

„Wie integriere ich Consumer-Elektronik einfach, ohne dass der Kunde damit Probleme hat?“ Entsprechende Aktivitäten gibt es, und „wir bei Volkswagen sind offen, darüber zu reden“.

„Wir brauchen virtuelles Testen, denn wir können nicht mehr hunderte von Millionen Kilometern fahren, um Funktionen zu erproben. Nur mit virtuellem Testen können wir die Komplexität noch abdecken. Die Aussicht ist klar: Ich muss mehrere Millionen Kilometer an einem Tag auf den virtuellen Prüfständen fahren können.“ In seinen Folien spricht er gar als Ausblick von fünf Millionen Kilometern pro Tag. „So manches funktioniert schon, aber da werden wir auch noch intensiv daran arbeiten müssen.“

Ralf Milke, Volkswagen: „Nur mit virtuellem Testen können wir die Komplexität noch abdecken.“

Ralf Milke, Volkswagen: „Nur mit virtuellem Testen können wir die Komplexität noch abdecken.“ Matthias Baumgartner

Zum Abschluss seines Vortrags ruft er noch einmal dazu auf, bei nicht wettbewerbsrelevanten Aspekten gezielt die Standardisierung voranzutreiben, denn es sei zum Beispiel „wichtig, dass das automatisierte Parken mit allen Fahrzeugen im Parkhaus funktioniert und für alle gleich“. Dabei appelliert er, die gesamte Kette zu berücksichtigen, von den Halbleitern über die Funkstrecken bis zur Sicherheit und den sicheren Elementen zum Ablegen von Datenschlüsseln. Sein Standpunkt: „Ich bin für klare Standards.“

 

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