Software für ADAS und Licht

„Wir müssen im Bereich der Software-Entwicklung andere Wege gehen; Software als Produkt spielt eine ganz, ganz große Rolle“, betont Dr. Rolf Breidenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hella KGaA Hueck & Co, um dann noch konkreter zu werden: „Wir müssen das Thema Innovationen anders angehen. Wir werden Innovationen nicht mehr lange in unserem Hause halten. Sobald Innovationen auf dem Markt sind, werden wir sie zugänglich machen.“ Für ihn ist eines völlig klar: „Wir glauben, dass wir zu ganz anderen Arten der Zusammenarbeit kommen müssen.“ Als typisches Beispiel hierfür führt er die offene Kooperation mit ZF im Bereich Radar an. „Wir glauben, dass wir uns nur über solche offenen Kooperationen mittel- und langfristig als mittelgroßer Elektronik- und Lichthersteller in der Automobilindustrie behaupten können.“ Nur so ließe sich die „wahnsinnige Steigerung der Komplexität“ und die starke Zunahme der Funktionen noch in den Griff bekommen.

Dr. Rolf Breidenbach, Hella: „Wir müssen das Thema Innovationen anders angehen. Wir werden Innovationen nicht mehr lange in unserem Hause halten. Sobald Innovationen auf dem Markt sind, werden wir sie zugänglich machen.“

Dr. Rolf Breidenbach, Hella: „Wir müssen das Thema Innovationen anders angehen. Wir werden Innovationen nicht mehr lange in unserem Hause halten. Sobald Innovationen auf dem Markt sind, werden wir sie zugänglich machen.“ Matthias Baumgartner

Aber auch das Thema „Software als Produkt“ spielt eine zunehmende Rolle: „Es ist uns zum ersten Mal gelungen, Software-Pakete im Sinne von Funktionen zu verkaufen – und zwar in Form von Lizenzen für die Anzahl der Anwendungen.“ Zudem sei es wichtig, die Update- und Upgrade-Fähigkeit der Software zu ermöglichen, denn „sonst können wir als Industrie den schnellen Entwicklungszyklen nicht folgen“. Die Software habe jetzt eine „zweite Revolution der Lichttechnik“ ermöglicht, das Pixellicht.

Software und künstliche Intelligenz sieht er als Enabler für das automatisierte Fahren; dort gehe es darum, die Funktionen verfügbar zu machen – gerade auch in Hinblick auf Euro-NCAP: „Es kommt jetzt darauf an, kostengünstige Lösungen verfügbar zu machen… Wir gehen davon aus, das oft schon Teilfunktionenausreichend sind.“

Die Software, die Hella entwickelt, sei auf verschiedenen Hardware-Komponenten lauffähig, erklärt Dr. Breidenbach: „Wir bieten unsere Software-Funktionen flexibel an. Wir integrieren in bestimmte Software von Hella aber auch Software von Wettbewerbern oder von Herstellern, um so bestimmte USPs zu ermöglichen. So können die Funktionen, die– beispielsweise für Euro-NCAP – implementiert werden müssen, auch bezahlbar werden.“ Dabei führt er auch an, dass ohne virtuelles Testen in Zukunft keine zeitgerechte Entwicklung mehr möglich sein wird.

Er gewährt aber auch einen Blick auf das Licht der Zukunft, wo es darum geht, die Straße optimal auszuleuchten und dabei niemanden zu blenden. Während Fahrzeuge wie die E-Klasse von Mercedes und der Porsche Panamera mit jeweils 84 LED-Chips im Frontscheinwerfer derzeit das Maximum darstellen, wird die Auflösung (Anzahl der Lichtpixel) massiv steigen. Schon beim Projekt μAFS gibt es etwa 4000 Licht-Pixel, und bei Laserscannern werden es knapp 10.000 Pixel sein. „Wir setzen im Moment auf LCD“, erklärt Dr. Breidenbach, und mit seinem „Liquid Crystal HD“-Licht will Hella bereits über 50.000 einzeln ansteuerbare Lichtpixel realisieren. Mit DMD-Technologie (Digital Mirror Device) seien gar über 500.000 Lichtpixel realisierbar, aber auf Grund der begrenzten Beleuchtungszone sei bei DMD ein separates Fernlicht-Modul notwendig.

Dr. Rolf Breidenbach, Hella: „Wir müssen das Thema Innovationen anders angehen. Wir werden Innovationen nicht mehr lange in unserem Hause halten. Sobald Innovationen auf dem Markt sind, werden wir sie zugänglich machen.“

Dr. Rolf Breidenbach, Hella: „Wir müssen das Thema Innovationen anders angehen. Wir werden Innovationen nicht mehr lange in unserem Hause halten. Sobald Innovationen auf dem Markt sind, werden wir sie zugänglich machen.“ Matthias Baumgartner

Zum Abschluss seiner Keynote betont er nochmals die Notwendigkeit von Kooperationen und dass Hella seine „Technologie dem Wettbewerb zur Verfügung stellen“ wird, denn nur wenn eine Technologie wieder in die Industrie komme, werde sie auch für das Volumensegment bezahlbar.

 

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