In den letzten Jahren hat sich der Begriff Smart City etabliert – und dabei viele Diskussionen ausgelöst. Das Grundkonzept umfasst ein breites Spektrum unterschiedlicher Technologien, die alle das übergeordnete Ziel verfolgen, die Lebensqualität der Menschen in großen Ballungsräumen zu verbessern. Die Überlegungen  erstrecken sich von der Bekämpfung der Luftverschmutzung über die Verringerung von Verkehrsstaus, einen effizienteren öffentlichen Nahverkehr, die bessere Nutzung von Parkeinrichtungen, die Bekämpfung von Kriminalität, einer effizienteren Abfallbeseitigung, das Verhindern von Pandemien und schnellere Notfalldienste bis hin zu einer besseren Verteilung der verfügbaren Wasser- und Energieressourcen.

Smart City Singapur

Bild 1: Singapur gehört zu den Städten, die bisher dem Eindruck einer Smart City am nächsten kommen.

Bild 1: Singapur gehört zu den Städten, die bisher dem Eindruck einer Smart City am nächsten kommen. Bridgetek

Zu den Städten, die bisher dem Eindruck einer Smart City am nächsten kommen, gehört Singapur (Bild 1). Hier wurden zahlreiche Initiativen in die Wege geleitet, die unterschiedliche Arten digitaler Technologie nutzen. Für dieses ehrgeizige Projekt belaufen sich über einen Zeitraum von vier Jahren die Staatsausgaben auf zwei Milliarden US-Dollar. Den Start stellte der Aufbau eines umfangreichen Glasfaser-Backbones dar, gefolgt von zusätzlichen Ebenen für eine Funkanbindung. Es folgten intelligente Überwachungskameras, um kriminelle Aktivitäten zu beobachten. Bewegungsmelder in Altersheimen überwachen die Mobilität der Bewohner und machen das Personal auf mögliche Probleme aufmerksam.

Aktuelle Ortungsdienste unterstützen den öffentlichen Nahverkehr und passen Dienstleistungen besser an die Anforderungen des Pendleraufkommens an. Straßenbenutzungsgebühren und Parkgebühren lassen sich automatisch und bargeldlos bezahlen und eine Verkehrsüberwachung soll Staus verhindern. Durch Weiterentwicklungen im Bereich virtuelle Realität können Stadtplaner im Voraus sehen, welche Auswirkungen neue Gebäude und Straßen auf ihre Umgebung haben. Diese Auswirkungen beinhalten unter anderem den Luftstrom, Beeinträchtigungen der Mobilfunkabdeckung, den Lichteinfall und die Schattenbildung durch andere Gebäude, die Bepflanzung sowie die zusätzliche Belastung für die Wasserversorgung und das Abwassersystem.

HMI auf niedriger Ebene einbeziehen

Der Übergang zu Smart Living beziehungsweise zur Smart City erfolgt nur durch umfangreiche Investitionen von Behörden, Versorgungsunternehmen und Transportdienstleistern. Weitere Möglichkeiten ergeben sich durch Veränderungen zuhause, im Büro und an anderen Orten. Sind diese Orte beziehungsweise Einrichtungen alle miteinander vernetzt, stellen sie einen wesentlichen Beitrag zur vernetzten Welt dar. Auf dieser Ebene ist die direkte Interaktion zwischen den Einwohnern einer Stadt und der unterstützenden Technik am größten, während diese Interaktion auf höheren Ebenen weniger wichtig und ein gewisses Maß an Abstraktion möglich ist. Aus diesem Grund muss die Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) dieser Anwendungen auf niedrigerer Ebene ausreichend Berücksichtigung erfahren.

Ein Aspekt des Smart-City-Lebens ist die zunehmende Ausstattung der Häuser und Wohnungen mit automatisierten Systemen. Um Energieverschwendung entgegenzuwirken sind Beleuchtung und Heizung in Benutzung, wenn sie tatsächlich erforderlich sind. Darüber hinaus nimmt das Sicherheitsgefühl zu, das angesichts wachsender Bevölkerungsdichten zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gleiches gilt für Arbeitsplätze, die sichere und energieeffiziente Umgebungen darstellen müssen.

 

Warum bei der Planung einer Smart City auch Bevölkerungsstrukturen zu berücksichtigen sind, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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