Startverhalten berücksichtigen

Ein anderer Zeitbereichsaspekt, der bei Zero-Drift-Verstärkern berücksichtigt werden muss, ist das Startverhalten. Wenn der Verstärker hochfährt, gibt es eine kurze Zeitperiode, in der der Ausgang des Verstärkers den unkorrigierten Offset-Fehler des Hauptverstärkers (Bild 1) widerspiegelt. Sobald die Versorgungsspannung den Auslösepunkt erreicht, wie durch den Power-on-Reset-Kreis des Verstärkers definiert, benötigt der Hilfskorrekturpfad einige Taktzyklen, bevor sich der Ausgang des Hauptverstärkers wieder innerhalb der angegebenen Offset-Pegel befindet. Diese Anlaufzeit liegt meist innerhalb der Anlaufzeit des gesamten Systems, in dem der Verstärker betrieben wird. Daher stellt dies kein Problem dar.

Wurde der Verstärker jedoch für eine hohe Regelkreisverstärkung konfiguriert, kann der momentane unkorrigierte Offset, der bis zu ±5 mV betragen kann, am Ausgang des Verstärkers bewirken, dass sich der Verstärker verschaltet. In diesem Fall muss die Anlaufzeit auch die Zeit umfassen, die der Verstärker benötigt, um in seinen linearen Betriebsbereich zurückzukehren. Die Datenblätter für Microchips Zero-Drift-Verstärker bieten einen Wert für diese Overdrive-Wiederherstellungszeit.

Zero-Drift-Verstärker bieten viele Vorteile in zahlreichen Anwendungen. Sie bieten eine sehr gute DC-Leistungsfähigkeit und hohe Genauigkeit über der Zeit und Temperatur. Wie bereits erwähnt, ist der Nachteil dieser selbstkorrigierenden Architekturen ihre Leistungsfähigkeit im Zeitbereich. Aktuelle Designs versuchen, die Kompromisse so klein wie möglich zu halten – für Entwickler lohnt es sich aber, wenn sie sich dieser potenziellen Probleme bewusst sind. Auf Microchips Operationsverstärker-Webseite finden Sie weitere Informationen, unter anderem auch über Zero-Drift-Verstärker.

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