Eckdaten

Durch die Vernetzung der Betriebstechnik (OT) mit der Informationstechnologie (IT) gewinnen Anwender beispielsweise Daten, die ihnen helfen, ihre Effizienz zu steigern und wettbewerbsfähiger zu werden. Sie haben auch die Chance, mit neuen Angeboten aufzutreten. Wie das aussehen kann, zeigt Kontron: Seine Boards und Module basieren auf den aktuellsten CPU-Generationen von Intel, AMD oder NXP. Der Anbieter von Embedded-Computing- und IoT-Technologie implementiert darauf zusätzlich zu TPM 2.0 den Security-Chip von Wibu-Systems.

Die meisten Maschinen im industriellen Einsatz sind heute über Software gesteuert. Sie werden immer mehr vernetzt, um Daten an Leitstände und Kontrollräume zu senden oder für Big-Data-Analysen in Rechenzentren oder in der Cloud zu speichern. Übermittelt werden die Daten von Edge oder Fog Devices in den Maschinen. Dabei handelt es sich meistens um Embedded-Computer, die auch Sicherheits- und Lizenzierungsfunktionen übernehmen können. Werden sie mit einer entsprechenden Hardware und einem Software-Framework kombiniert, sind verschiedene nutzungsbasierte Abrechnungsmodelle möglich, beispielsweise die folgenden:

Bezahlung nach Nutzung. Die Maschine ist Eigentum des Nutzers.

Approtect Licensing von Wibu-Systems in allen aktuellen Boards und Modulen bietet Schutz vor unberechtigten Kopien von Quellcode oder Anwendungsdaten. Durch die Lizensierungs-Komponente lassen sich auch neue Geschäftsmodelle auf Basis von Bezahlung nach Verbrauch, zeitlimitierten Testversionen oder eingeschränktem Funktionsumfang umsetzen.

Approtect Licensing von Wibu-Systems in allen aktuellen Boards und Modulen bietet Schutz vor unberechtigten Kopien von Quellcode oder Anwendungsdaten. Durch die Lizensierungs-Komponente lassen sich auch neue Geschäftsmodelle auf Basis von Bezahlung nach Verbrauch, zeitlimitierten Testversionen oder eingeschränktem Funktionsumfang umsetzen. Kontron

Das sogenannte Betreibermodell ist dann sinnvoll, wenn der Nutzer keine rentable Dauerauslastung erwartet, die Maschine aber dennoch im eigenen Fertigungsumfeld benötigt wird. Auch wenn an eine Maschine hohe Verfügbarkeits- und Service-Anforderungen gestellt werden, kann es vorteilhaft sein, die Service- und Support-Verantwortung im Betreibermodell komplett dem Hersteller zu überlassen.

Der Vorteil für den Hersteller ist, dass ihm die Maschinen nicht nur weiterhin gehören, sondern auch, dass er auf die Maschinendaten aller von ihm betriebenen Geräte zugreifen kann. Aggregiert und analysiert er die Daten, erhält der Hersteller wertvolle Informationen zum Beispiel für die Planung von Wartungsarbeiten oder die Weiterentwicklung von Maschinen. Das Betreibermodell ist vor allem bei Prozessen mit messbaren Vorgängen geeignet wie etwa bei Stanzmaschinen, Punktschweißmaschinen oder beim Laserschneiden. Es kann aber auch die Zahl der verarbeiteten Werkstücke die Grundlage der Abrechnung sein. Das Modell wird häufig im Industrial-Automation-Markt angewendet.

Die Zahl der Nutzungsfälle ist beschränkt. Die Maschine ist Eigentum des Nutzers.

Dieses Modell ist vergleichbar mit der Kilometerbegrenzung beim Autoleasing. Der Hersteller beschränkt im Leasing-Vertrag die Nutzung, weil er die Maschine zurücknimmt und weiter veräußert. Der Leasing-Nehmer bezahlt für die Maschine entsprechend weniger. Der Anbieter weiß bei Rücknahme genau, wie stark die Maschine beansprucht wurde und kann den Wiederverkaufswert kalkulieren. Bei Druckmaschinen ist es zum Beispiel möglich, die Anzahl der Druckvorgänge zu limitieren. Aber auch eine zeitliche Beschränkung in Form eines Betriebsstunden-Kontingents ist denkbar. Ein typisches Anwendungsgebiet für dieses Leasing-Modell findet sich in der Medizintechnik beispielsweise bei Computertomographen.

Die Maschine ist Eigentum des Nutzers. Der Funktionsumfang ist eingeschränkt.

Eine Win-Win-Situation bietet auch ein Modell, das man „Limited Edition“ nennen könnte. Der Hersteller stattet seine Maschine ab Werk mit allen Funktionen aus, schaltet für seine Kunden aber nur die frei, die gewünscht sind. Der Kaufpreis ist für den Nutzer entsprechend günstiger. Das lässt sich auch noch im laufenden Betrieb ändern. Der Hersteller aktiviert Funktionen dann, wenn der Nutzer sie braucht und bezahlt. Dieses Geschäftsmodell wird bereits in vielen Branchen eingesetzt und ist besonders im Entertainment-Bereich verbreitet etwa für Spielautomaten oder aber in der Industrieautomation.

Effekte auf die Geschäftsbilanz

Die unterschiedlichen Modelle haben auch unterschiedliche Effekte für die Geschäftsbilanz. Sobald die Maschine Eigentum des Nutzers wird, ist sie betriebswirtschaftlich eine Investition (CAPEX). Bleibt das Produkt aber Eigentum des Herstellers, also wie bei allen nutzungsbezogenen Abrechnungsmodellen, handelt es sich um Betriebsausgaben (OPEX). Besonders in Branchen, in denen teure Maschinen hohe Investitionen bedeuten, kann die Verlagerung der Kosten auf laufende Betriebsausgaben über Pay-per-Use-Modelle interessant sein.

Innovative Abrechnungs- und Nutzungsvarianten sind nur eine Seite der Medaille. Das Lizenzmanagement geht einen Schritt weiter. Es hilft, gefälschte Produkte zu verhindern, den Schwarzmarkt auszutrocknen und damit Herstellern, Produzenten und Verbrauchern Sicherheit zu geben hinsichtlich der Originalität und der legalen Herstellung von Produkten.

Thema der nächsten Seite: Den Schwarzmarkt für 3D-Druck austrocknen

Seite 1 von 3123