Jonas Urlaub, Produktmanager funktionale Sicherheit bei Kübler: "Ziel unserer Dienstleistungen ist es, die Marke Kübler stärker im Bereich der funktionalen Sicherheitstechnik zu platzieren und damit als Systemanbieter zu agieren."

Jonas Urlaub, Produktmanager funktionale Sicherheit bei Kübler: „Ziel unserer Dienstleistungen ist es, die Marke Kübler stärker im Bereich der funktionalen Sicherheitstechnik zu platzieren und damit als Systemanbieter zu agieren.“Kübler

Welche Tragweite hat die Ausrichtung des Safety-Geschäfts in Richtung Dienstleistungen?
Seit 2009 bieten wir SIL-Drehgeber an und später kamen die modular aufgebauten Sicherheits-Kleinsteuerungen Safety-M hinzu. Das waren die ersten Meilensteine der funktionalen Sicherheitstechnik für Kübler. Da wir davon ausgehen, dass das Safety-Thema immer mehr im Fokus stehen wird, ergänzen wir mit Safety-Dienstleistungen unser Portfolio. Wir möchten den Kunden also bereits während der ersten Planungen einer neuen Anlage unterstützen. Mithilfe verschiedener Service-Pakete wollen wir natürlich auch eine stärkere Kundenbindung erreichen.

Ziel ist es, die Marke Kübler stärker im Bereich der funktionalen Sicherheitstechnik zu platzieren und als Systemanbieter zu agieren. Deshalb bauen wir den Bereich Service- und Applikations-Support verstärkt aus. Dies spüren die Kunden in Zukunft im Pre- und Aftersales, da wir sie von der Risikoanalyse bis hin zur Inbetriebnahme der Maschine begleiten werden. Für diesen Bereich haben wir bereits personell aufgestockt und werden das auch weiterhin tun.

Wirkt sich das auf die Produktstrategie aus?
Nein, wir haben den Bereich der funktionalen Sicherheitstechnik als eigenständigen Geschäfts­bereich definiert und dieser ergänzt die anderen Geschäftsbereiche mit ihrem jeweiligen Portfolio, insbesondere die Übertragungstechnik sowie Positions- und Bewegungssensorik. Wir sehen hier sehr viel Potenzial für unsere Produkte in Kombination mit den Dienstleistungsangeboten.

Inwiefern ist diese Herangehensweise eine Folge von Marktentwicklungen?
Der Anspruch der Kunden beziehungsweise der Märkte steigt, da sie nicht auf Komponenten zurückgreifen möchten, sondern nach Komplettlösungen für ihre Applikation suchen. Hier sind wir mit unserer Produkt- und Dienstleistungsstrategie genau richtig. Wir werden hier stärker als Systemanbieter auftreten, um die gewünschten Komplettlösungen anzubieten. Zusammen mit Kunden sprechen wir heute schon über Innovationen, Trends beziehungsweise welche Produkte der Kunde in den nächsten Jahren benötigt.

Weitere Gründe für diese Entwicklung sind Mangel an Zeit und Ressourcen sowie Know-how: Der Kunde benötigt einen starken Partner, der ihn zum Beispiel im Bereich der funktio-nalen Sicherheitstechnik unterstützt. Er hat nicht das Fachpersonal für diesen Bereich und ebenfalls die Zeit nicht dafür. Mit professioneller Hilfe kann er die Time-to-Market von seiner Maschine oder Anlage entscheidend verkürzen.

Sie sprechen viel von der Zukunft. Abgesehen von dem neu gegründeten Geschäftsbereich, in welcher Phase befindet sich Ihr Dienstleistungsvorhaben derzeit?
Derzeit haben wir zwei Pilotprojekte in Deutschland durchgeführt. Im Moment wird der Vertrieb geschult, damit wir unseren Kunden ab 2014 auf breiter Front Rede und Antwort stehen können. Deswegen haben wir uns auch entschieden, jetzt zur SPS IPC Drives unsere Safety-Dienstleistungen vorzustellen.

Wie schätzen Sie das Potenzial für Safety-Dienstleistungen im Antriebsbereich ein?
Der Markt in Europa wächst stark; vor allem außerhalb Deutschlands. Dies kommt daher, dass Deutschland hier eine Führungsrolle inne hat und bereits eine gewisse Basis an Know-how angesammelt hat. Daher sehen wir Deutschland als Vorreiter im Bereich der funktionalen Sicherheitstechnik. Vor allem aber Frankreich, Polen und Österreich und die Benelux-Staaten haben großen Bedarf an funktionaler Sicherheitstechnik. Grund für diesen wachsenden Markt ist, dass viele Unternehmen in diesen Ländern vor Jahren Entwicklungszentren oder Niederlassungen gegründet haben, die sich heute mit dem Thema ­beschäftigen. Durch die euro-päische Maschinenrichtlinie 2006/42/EG haben wir alle den gleichen Standard und man kann auch an diesem Beispiel sehen wie Europa zusammenwächst.

Wie stellen Sie sicher, dass sich Ihr Sicherheitskonzept, das sich ja auf die Antriebsebene beschränkt, mit dem Sicherheitskonzept der Gesamt-Anlage verträgt?
Wir betrachten, wie andere Anbieter auf dem Gebiet auch, die gesamte Anlage, haben aber spezielle Expertise im Bereich der Antriebstechnik. Daher sind unsere Konzepte meist innovativer und für die Produktivität und Wirtschaftlichkeit der Anlage besser.

Im Fokus steht zunächst die Beratung selbst. Dies kann verglichen werden mit anderen Consulting-Unternehmen oder Ingenieur-Büros. Wenn der Kunde von uns außerdem Komponenten haben möchte, die nicht in unserem Portfolio zu finden sind, greifen wir auf unser Netzwerk an Firmen zurück, die dieses Produkt anbieten. Somit bieten wir stets eine geeignete Lösung. Dadurch sind unsere Lösungen meist passender, kostengünstiger und lassen außerdem Luft für Sonderwünsche von Kunden, die zum Beispiel eine spezielle Marke bevorzugen.

Kübler auf der SPS IPC Drives 2013: Halle 7A, Stand 502