Für Thomas Mückl, Director Global Engineering von Zollner Elektronik, steht außer Frage, dass es längst nicht mehr reicht, einfach nur Bauteile zu bestücken: „Der Trend zu Sonderbauformen geht ungebremst weiter. Wegen der vielfältigen Anforderungen ist die Entwicklung von Sonderequipment oder eines kompletten Prozesses oft der entscheidende Faktor.“ Was das in der Praxis bedeutet, hat er anhand von Fallbeispielen illustriert. Neben der Platzierung einer Asphäre auf bestückten LEDs in einer Matrix, stellten auch die Bestückung eines Steckers mit „Einpresszone“ und einem Anpressdruck von 120 N sowie die Bestückung von kundenspezifische Keramikbauteilen und Sonderformen eine Herausforderung dar, die Sonderkonstruktionen nötig machten.

Zollner Elektronik gehört zu den Top-15 der weltweiten Elektronikfertiger-Dienstleiste (EMS). 70 SMT-Fertigungslinien hat der Mittelständler an 18 Fertigungsstandorten im Einsatz.

Zollner Elektronik gehört zu den Top-15 der weltweiten Elektronikfertiger-Dienstleiste (EMS). 70 SMT-Fertigungslinien hat der Mittelständler an 18 Fertigungsstandorten im Einsatz. Condair/Zollner

Als besonders herausfordernd stellt sich die Verarbeitung eines Hall-Sensors heraus. Hierfür wurde mit einem Lieferanten ein 32-mm-Sonderfeeder entwickelt, das die Bearbeitung – also Abscheiden und Biegen – des Bauteils gemäß den Vorgaben und Bereitstellung des Bauteils zur Abholung am Bestückautomaten ermöglicht. Auch mit extra langen und extra schweren Leiterplatten hat Zollner Erfahrung gesammelt. Für die bis zu 1500 mm langen oder bis zu 13 kg schweren Platinen mussten die üblichen SMT-Prozesse noch um Handling-Adaptionen ergänzt werden, sodass für die XXL-Boards eine 45,5 m lange SMT-Linie aufgebaut wurde. Die extra schweren Platinen kamen mit einer Anlagenlänge von 40,11 m aus.

electronica 2018: Halle A1, Stand 159

 

Textquelle:

Vortrag von Thomas Mückl während des 21. EE-Kolleg auf Mallorca (März 2018)