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Der Messschlitten fährt zur gewünschten Position, bis das Laser-Messsystem das Erreichen der exakten Länge für das jeweilige Holzelement meldet und die Säge in Aktion treten kann.
Der Messschlitten fährt zur gewünschten Position, bis das Laser-Messsystem das Erreichen der exakten Länge für das jeweilige Holzelement meldet und die Säge in Aktion treten kann.
Der Messschlitten fährt zur gewünschten Position, bis das Laser-Messsystem das Erreichen der exakten Länge für das jeweilige Holzelement meldet und die Säge in Aktion treten kann.

Seit 1991 produziert das Unternehmen Lignotrend formstabile und verwindungsfrei verleimte Massivholzelemente aus einheimischem Nadelholz, die im Hausbau als tragende und nichttragende Wand-, Decken- und Dachelemente dienen. Sie werden auf einer sogenannten Endlosstraße hergestellt, auf der die Bauelemente in Längen von bis zu 18 m entlang fahren. Im ersten Produk­tionsschritt schneiden Sägen das Holz präzise zu, um so eine exakte Weiter­verarbeitung zu ermöglichen. „Die Grundmodule unserer Bauelemente sind Rohlinge mit 3 m Länge und 62,5 cm Breite, die wir in weitgehend automatisierten Anlagen herstellen“, erklärt Produktionsleiter Jürgen Groß. Die wenigen manuellen Handgriffe, wie beim Einlegen der einzelnen Holzlagen, dienen dem Erkennen und dem Ausgleichen von natürlich gegebenen Unregelmäßigkeiten. Das sorgt schon in einem sehr frühen Stadium für eine hohe Qualität. Nach dem Kleben, beziehungsweise Verpressen, werden die Rohlinge in der erwähnten Endlosstraße stirnseitig verbunden. Dabei entstehengeradlinige Elemente, die eine Kappsäge anschließend exakt auf Länge schneidet. Dazu fährt ein Messschlitten dem Endlos-Element entgegen. Nach dem Einschieben des Elements fährt der Schlitten wieder zurück, bis das exakte Längenmaß für das jeweils herzustellende Holzelement erreicht ist und die Säge in Aktion treten kann.

Ursprünglich war der Messschlitten mit einem Seilzuggeber ausgestattet, so wie es aufgrund der rauen Umgebungsbedingungen bei Holzbearbeitungsmaschinen üblich ist. Jürgen Groß erläutert die hierbei auftretenden Probleme: „Durch das Verheddern des Seilzugs oder durch Reißen des Drahtseils kam es oft zu Produktionsausfällen und hohen Reparaturkosten.“ Aus diesem Grund hat er nach einer alternativen Lösung gesucht.

Das Einblasen von Druckluft verhindert, dass sich zu viel Holzstaub am Distanzmessgerät festsetzt.

Das Einblasen von Druckluft verhindert, dass sich zu viel Holzstaub am Distanzmessgerät festsetzt.Leuze

Auf lange Sicht genau messen

Fündig wurde er beim optischen Entfernungs-Messsystem AMS 300i des Sensorspezialisten Leuze Electronic. Das Gerät basiert auf einem Rotlichtlaser und kann Entfernungen bis 300 m millimetergenau erfassen und durch aktuelle Signalprozessoren im Millisekunden-Raster genau berechnen. Für Jürgen Groß war zudem wichtig, dass das System lediglich aus einem Laser-Messgerät und einem gegenüber auf dem Messschlitten der Kappsäge montierten Reflektor besteht. Dazwischen gibt es keine mechanischen Komponenten, die zu Störungen führen können oder Wartungsaufwand erfordern. Eine weitere Anforderung war die unkomplizierte Anbindung an die vorhandene Steuerung. Aufgrund der integrierten Profibus-Schnittstelle war dies direkt ohne zusätzlichen Aufwand möglich.

Lässt sich nicht stören

„Insgesamt war die steuerungstechnische Anbindung sowie die mechanische Installation des Messsystems recht einfach und schnell gelöst“, resümiert Jürgen Groß. Die Installation des Lasergeräts am Gestell der Kappsäge erfolgte mit integrierter Vibrationsdämpfung über die entkoppelte Justage- und Fixiereinheit des Messgeräts. Federelemente sorgen für eine effiziente Dämpfung. Somit sind vibra­tionsentkoppelte Daten sichergestellt. Zudem erleichtern der gut sichtbare Rotlichtlaser und das Klartext-Display Justage und Inbetriebnahme.

„Aufgrund der relativ stark staubbelasteten Umgebung unmittelbar an der Kappsäge haben wir vor die Optik des AMS 300i einen Druckluftanschluss installiert. Das Einblasen von Druckluft verhindert, dass sich Holzstaub am Distanzmessgerät festsetzt“, ergänzt Jürgen Groß. Von der neuen Lösung ist er begeistert, denn mit ihr sind störungsfreie und exakte Posi­tionsbestimmungen möglich. Das schlägt sich auch in geringeren Reparatur- und Wartungskosten nieder.

Anwender im Detail

Lignotrend

Bei Lignotrend im badischen Weilheim/Bannholz entstand bereits 1991 die Idee, durch das gekreuzte Verkleben von getrockneten Brettlamellen massive Holzblocktafeln für tragende Wandbauteile herzustellen. Das Ziel dabei war, die natürlichen Vorteile des Baustoffs Holz mit modernen industriellen Möglichkeiten zu verbinden. Dazu sagt Ralf Harder aus der Lignotrend-Marketing­abteilung: „So kann die biologische Qualität des Baustoffs im Hinblick auf Emissionsfreiheit und Raumklima genutzt werden – verbunden mit einer ressourcenschonenden Lebensweise und Baukultur. Gleichzeitig ist es möglich, ein viel präziseres und formstabileres Produkt herzustellen als das ursprüngliche, natürliche Holz.“ Durch das Verkleben von Längs- und Querlagen wird das natürliche Arbeiten des Holzes, also dessen Formänderung im Laufe der Zeit, auf ein vernachlässigbares Maß verringert.