Die gut einsehbaren Signalsäulen visualisieren den Status der Kommissionier- und Packplätze im Logistikzentrum. Eine Systemleitung, die sowohl das Signal wie auch die Energie überträgt, verbindet wiederum die einzelnen Anschlussmodule.

Die gut einsehbaren Signalsäulen visualisieren den Status der Kommissionier- und Packplätze im Logistikzentrum. Eine Systemleitung, die sowohl das Signal wie auch die Energie überträgt, verbindet wiederum die einzelnen Anschlussmodule. Markus Napieralla

Wenn Unternehmen eine Bestellung bei Murrelektronik aufgeben, dann greift im Logistikzentrum in Oppenweiler ein Rädchen in das andere. Förderbänder transportieren die bestellten Produkte zu den Kommissionier- und Packplätzen, nur wenig später treten sie die Reise zu ihren Bestimmungsort an.

Damit die logistischen Prozesse auf vollen Touren laufen, sind im Normalfall alle Kommissionier- und Packplätze belegt. Geht ein Mitarbeiter in die Pause, übernimmt umgehend ein Kollege („Springer“) seine Aufgaben; wird das Verpackungsmaterial knapp, hilft ein interner Logistiker. Einen Überblick darüber wer gerade wo arbeitet, bot in der Vergangenheit eine Tafel sowie Signalsäulen für die einzelnen Arbeitsbereiche.

Oliver Behnke, Leiter des Murrelektronik-Logistikzentrums, war dies zu unübersichtlich. Behnke entschied daher, in gut einsehbarer Position eine Reihe von Modlight70-Signalsäulen mit jeweils vier LEDs anzubringen. Seitdem erkennen die Mitarbeiter im operativen Bereich sowie die Kollegen in der Leitstelle auf einen Blick, ob alle Prozesse nach Plan laufen.

Eindeutiger Farbcode signalisiert Status

Die Mitarbeiter steuern die Säulen über Funktaster.

Die Mitarbeiter steuern die Säulen über Funktaster. Markus Napieralla

Die Mitarbeiter an den Kommissionier- und Packplätzen bedienen die Ampeln von ihrer Arbeitsstation aus mit Funktastern. Leuchtet das grüne LED-Element, dann ist alles in Ordnung. Das gelbe Element symbolisiert den Springern, dass ein Mitarbeiter eine Pause macht. Blau steht für einen Verpackungsmittel-Engpass, Rot für eine Störung. Das ist eine klare Symbolik – nichts muss mehr auf Zuruf geschehen.

Schon früh wurde deutlich, dass die Größe des Logistikzentrums eine technische Herausforderung darstellt. Darauf zu vertrauen, dass die Funksignale der Fernbedienungen nach weiten Distanzen oder gar durch Wände störungsfrei ankommen, erschien dem Team um Behnke als nicht praxistauglich. Aus diesem Grund entschieden sie sich, die Funksignale mit einer dezentralen Installationslösung auf Basis des Feldbussystems-Cube zu übertragen.

Dazu positionierte ein Team 20 Funkempfänger in zwei Schaltschränken an unterschiedlichen Standorten innerhalb des Logistikzentrums, wobei pro Fernbedienung ein Modul zum Einsatz kam. Diese Funkempfänger steuern die Eingänge des IP20-Feldbusmoduls Cube20 an, welches wiederum mit der SPS kommuniziert, die die Signale verarbeitet. Anschließend übergibt die SPS die Daten an das Cube67-Feldbussystem, das seinerseits die Signalsäulen ansteuert.

Ein Modul statt einzelner E/A-Karten

Insgesamt sind 14 Funkmodule im Schaltschrank (oben) installiert. Sie sammeln über die in der Anlage verteilten Antennen die Signale der Funktaster. Dabei braucht es statt vieler einzelner E/A-Karten nur wenige Module.

Insgesamt sind 14 Funkmodule im Schaltschrank (oben) installiert. Sie sammeln über die in der Anlage verteilten Antennen die Signale der Funktaster. Dabei braucht es statt vieler einzelner E/A-Karten nur wenige Module. Markus Napieralla

Der Einsatz von Cube20 im Schaltschrank ist eine kostengünstige Lösung, denn statt vieler einzelner E/A-Karten musste das Team nur ein Modul montieren. Möglich macht das die hohe Packungsdichte des Moduls. In der Praxis erweist sich zudem die Einzelkanaldiagnose direkt am Modul als vorteilhaft. „Wenn es mal irgendwo in der Verdrahtung einen Fehler gibt, dann leuchtet die LED am betroffenen Steckplatz und wir können den Fehler ohne große Suche in kurzer Zeit beheben“, berichtet Oliver Behnke.

Für das Anschließen der Aktorik in das Cube67-System kommen Module mit einem direkten Modlight-Signalanschluss zum Einsatz. Diese Cube-Cable-Module haben eine 1,5 Meter lange Verbindungsleitung, wobei der 8-polige M12-Anschluss direkt an der Signalsäule angebracht wird. Eine Systemleitung, die sowohl das Signal wie auch die Energie überträgt, verbindet wiederum die einzelnen Anschlussmodule. „Dadurch brauchen wir keine separate Stromversorgung, was eine schnelle und einfache Installation ermöglicht“, so Behnke.

Die modularen Signalsäulen bestehen aus einem Anschlusselement und mehreren farbigen LED-Modulen mit einem Durchmesser von 70 Millimetern, jeweils verbunden durch einen Bajonettverschluss. Wichtig sind Behnke zudem die energiesparende LED-Technologie, die lange Lebensdauer und die Wartungsfreiheit der Module. Aktuell entwickelt das Unternehmen eine Webserver-Oberfläche , um eine gesamte Visualisierung der Anlage von beliebigen Rechner zu ermöglichen.

Hannover Messe 2018: Halle 9, Stand D27