Bild 1:  In Regionen ohne elektrische Infrastruktur sorgen solarbetriebene LED-Leuchten dafür, dass Schulkinder die Abendstunden zum Lernen nutzen können.

Bild 1: In Regionen ohne elektrische Infrastruktur sorgen solarbetriebene LED-Leuchten dafür, dass Schulkinder die Abendstunden zum Lernen nutzen können. Recom

Wenn der deutsche Astronaut Alexander Gerst in ein paar Wochen die Erde aus der Raumstation ISS betrachtet, wird er bei Nacht leicht die Unterschiede erkennen können zwischen den reichen und den armen Regionen unseres Planeten. Während in den entwickelten Ländern Städte und Straßen Myriaden von Lichterketten bilden, sitzt rund die Hälfte der Weltbevölkerung noch buchstäblich im Dunkeln.

Ohne elektrisches Licht aber lassen sich die Abendstunden nicht produktiv nutzen. Doch auch für jene Menschen, die noch für Jahrzehnte ohne elektrische Infrastruktur sein werden, naht Hilfe in Form solarbetriebener LED-Leuchten. Wer von einem der zahlreichen Förderprogramme, wie One-Child-One-Solar-Light profitieren und eine solche Lampe ergattern kann, erlebt im wahrsten Sinne des Wortes einen Unterschied wie Tag und Nacht. Was uns anmutet wie ein unscheinbarer Schritt, ist in Ländern wie Ghana nichts weniger als eine Revolution.

Alte Infrastruktur ist nicht ideal

Aber auch bei uns bringt die Umstellung auf elektronisches Licht große Veränderungen – die größten wohl seit der Erfindung der Glühbirne. Während unser gut hundert Jahre altes Lichtnetz auf Wechselspannung gepolt ist, benötigen LED-Leuchten Gleichstrom. Könnten wir nochmal bei Null anfangen, würden wir vermutlich auf der Gleichstromschiene bleiben und Beleuchtung und Heimelektronik über ein DC-Bordnetz versorgen, das sich über entsprechende Batteriepuffer aus Solarzellen speist. Das wäre zugleich auch das Ende für unzählige Steckernetzteile, die unsere Heimelektronik ans Wechselspannungsnetz koppeln – mit ganz erheblichen Energiesparpotenzialen.

Auf einen Blick

Dimmbare LED-Treiber und passende Triac-Dimmer sind durchaus mit LED-Beleuchtung kombinierbar – mit der Installation eines Dali-Bussystems. Damit lassen sich einzelne Räume komfortabler steuern sowie schalten und außerdem ist das System recht einfach in eine bestehende Verkabelung integrierbar.

Die alte Infrastruktur ist alles andere als ideal für das elektronische Licht. Weil wir sie aber weiter nutzen wollen, müssen wir noch viele Jahre die Einschränkungen in Kauf nehmen. Wir werden bei der Nutzung der Solarenergie den weniger effizienten Umweg über Wechselrichter, Netzeinspeisung und Rückwandlung in Gleichstrom gehen, bevor sie unsere LEDs zum Leuchten bringt. Und nicht nur das, auch scheinbar banales Dimmen, was bei der Glühbirne jahrzehntelang perfekt funktionierte, macht bei der Umstellung auf LED-Technik Probleme. Denn die alte Technik passt nicht ohne Weiteres in die neue Zeit, wie sich schon am Zusammenspiel herkömmlicher Triac-Dimmer und moderner LED-Leuchten zeigt.

Lineares Dimmen macht Probleme

Die Tatsache, dass sich Energiesparlampen nicht oder nur eingeschränkt dimmen lassen, hat nicht gerade zu ihrer Beliebtheit beigetragen. Denn nur ungern verzichten wir auf die romantische Atmosphäre, die von Triac-Dimmer und Glühlampe geschaffen wurde. Wenn die LED-Technik also die ultimative Lichtlösung sein soll, muss sie optimal dimmbar sein. Doch dies hat seine Tücken.

Betrachtet man nur die DC-Seite einer LED-Versorgung, ist Dimming denkbar einfach. Ein simples Potenziometer genügt, um den Strom durch die LED vollkommen linear bis auf null zu regeln. Dies mag zwar für ein lokales System, wie eine Stehlampe, die Lösung sein, aber nicht für eine Lichtgruppe, die sich mit einem herkömmlichen, als Schalter im Wechselspannungsnetz installierten Triac-Dimmer steuern lässt.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind die alten Dimmer für fünf Mal mehr Leistung konzipiert, als für den Betrieb von LED-Technik erforderlich wäre. Selbst wenn eine 100-W-Glühbirne nur noch tiefrot glühte, floss mehr als genug Strom, um den Triac zuverlässig triggern zu lassen. Ganz anders bei einer 20-W-LED, die über eine vergleichbare Leuchtkraft verfügt. Hier ist der Stromfluss für viele Triac-Dimmer schon so gering, dass es zu Fehlzündungen und damit zum Flackern kommt.

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