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Umzug: Die PCIM Asia hat mit dem Shanghai International Convention & Exhibition Center ihr neues Zuhause gefunden (Bildquelle: Sicec)
Im Gespräch mit dem elektronikJOURNAL: Udo Weller, Geschäftsführer der Mesago PCIM (Bildquelle: Mesago).
Geballte Kompetenz: der Fachbeirat der PCIM Europe (Bildquelle Mesago).

Die Mesago PCIM hat allen Grund zu jubeln, denn die Vorbuchungszahlen bestätigen es: Die Leistungselektronikmessen PCIM Europe und Asia sind auf dem Vormarsch. Das spigelt insbesondere die Ausstellungsfläche wieder: Diese konnte der Veranstalter mal eben um 1000 Quadratmeter aufstocken. Heißt: Auch der hintere Teil der Halle 12 ist diesmal komplett mit Ausstellern gefüllt. Und die Aussichten sind so gut, dass im nächsten Jahr wahrscheinlich sogar eine weitere Halle dazu kommen kann. Dabei hat die Messegesellschaft allerdings ein genaues Augenmerk auf die Aussteller. Denn das Motto: Wachstum ja, aber nicht um jeden Preis steht: Auf die PCIM kommt nur, wer mit Leistungselektronik und ihrem nahen Umfeld zu tun hat. Und das sind auch in diesem Jahr wieder Hersteller von Leistungshalbleitern, passiven Bauelementen, Netzteilen, USVs, Energiespeicher- und Energieverteilungssystemen, Produkten zur Wärmebeherrschung, Sensoren, Asics, oder Mikrocontrollern.“Die PCIM mit ihrer Fokussierung wird keine Electronica werden“, unterstreicht Uwe Scheuermann, Vorsitzender des Fachbeirats, Fachbereich Power Electronics der PCIM Europe, das Motto. Wie erklärt sich nun Udo Weller das anhaltende Wachstum?

Von Null auf Hundert. Die Leistungselektronikbranche startete 2010 ganz unten nur um blitzschnell nach oben zu springen. Wie sieht Ihre Bilanz für das vergangene Jahr aus, insbesondere wenn Sie die beiden Leistungselektronikmessen in Nürnberg und Shanghai betrachten?

Im Hinblick auf die beiden Leistungselektronikmessen PCIM Europe und PCIM Asia können wir eine sehr positive Bilanz ziehen. Nach einigen Herausforderungen in den letzten Jahren konnte die PCIM Europe 2010 ihre Ausstellerzahl halten und ihre Fläche sogar leicht vergrößern. Die Konferenz steigerte Ihre Teilnehmerzahl um über 20 Prozent auf mehr als 600.

Auch die PCIM Asia spürt diesen Trend. Mit einer Steigerung von über 12 Prozent in den Ausstellerzahlen legte diese ebenfalls stark zu. Hier zeigten darüber hinaus die wachsenden Konferenzteilnehmerzahlen einen gestiegenen Bedarf an Fortbildung und Möglichkeiten zum fachlichen Austausch.

Was erwarten Sie für 2011? Glauben Sie, dass die Boomphase anhält?

Themen, wie regenerative Energiegewinnung und Elektromobilität spielen eine immer bedeutendere Rolle. Wir gehen davon aus, dass die hohe Nachfrage aus diesen Bereichen weiter anhalten wird. Daher ist auch für 2011 mit einem stark wachsenden Markt zu rechnen. Dies spiegelt sich auch auf der weltweit größten Leistungselektronikmesse in Nürnberg wider: Bereits heute liegen wir in der Fläche deutlich über dem Endergebnis des Vorjahres. Die Konferenz erhielt eine Rekordanzahl an Vortragseinreichungen. Die hohe Qualität und Aktualität dieser Einreichungen führte zu einem Konferenzprogramm mit knapp 100 Vorträgen in 23 Sessions und zwei Postersessions mit je 60 Posterpräsentationen. Ein Round Table zum Thema „The Impact of Wide Bandgap Power Semiconductors“ rundet das Vortragsangebot ab.

China, die große Unbekannte? Ihre Einschätzung des chinesischen Leistungselektronikmarktes und der dortigen Hersteller.

Für uns ist China nicht mehr ganz so unbekannt wie noch vor Jahren. Durch den intensiven Kontakt mit vielen internationalen Unternehmen die dort tätig sind und mit den chinesischen Marktführern, ist uns mittlerweile dieser Markt sehr vertraut. Er wächst enorm schnell. Nicht allein die weltweite Nachfrage, sondern vor allem die enormen Investitionen der chinesischen Regierung in Abnehmerindustrien der Leistungselektronik befeuern diesen Markt.

Plagiate und Produktpiraterie waren bisher in China keine Seltenheit. Nimmt die Problematik Ihrer Ansicht nach ab? Was tun Sie auf Ihren Messen, um die Aussteller zu schützen?

Auf Messen wird das Angebot einer Branche so umfassend wie möglich dargestellt. Sie sind praktisch ein Spiegelbild des Marktes und ermöglichen es, Ausstellern und Besuchern Produkte im Detail zu vergleichen. Aus diesem Grund werden Plagiate oftmals auf Messen erstmals als solche identifiziert. Als Veranstalter können wir zwar keine Rechtsberatung geben oder gar die Rechte eines Ausstellers gegenüber einem Dritten geltend machen, aber wir können als Vermittler auftreten und den Ausstellern Kontakt zu Rechts- und Patentanwälten mit der notwendigen Expertise verschaffen.

Ob es bezüglich der Produktpiraterie in diesem hochspezialisierten Marktsegment eine Tendenz nach oben oder unten gibt, ist für uns im Rahmen der Messen jedenfalls nicht erkennbar.

Die PCIM China wird 2011 den Namen Asia tragen. Warum die Namensänderung?

Mit der Namensänderung wollen wir dem Fakt Rechnung tragen, dass zahlreiche Aussteller nicht nur aus China, sondern zunehmend aus anderen asiatischen Ländern stammen. Auch für die Aussteller aus Europa und den USA wird so deutlich, dass es nicht eine lokale chinesische Veranstaltung ist, sondern sie sich an den ganzen asiatischen Raum richtet, was im Übrigen auch durch die Teilnehmer- und Besucherstruktur belegt wir.

Von Shanghai nach Nürnberg: Wie sieht es mit chinesischen Ausstellern auf der PCIM Europe aus? Welche Erwartungen haben Sie im Allgemeinen für die Messe?

Es ist richtig, dass wir auch in Nürnberg eine Zunahme chinesischer Aussteller feststellen. Dies verwundert kaum, betrachtet man das Tempo mit dem dieser Markt wächst. Viele chinesische Firmen wollen bei der Leitmesse der Leistungselektronik dabei sein und sich dem Markt präsentieren. Zum einen den Besuchern, die genau ihre Zielgruppe darstellen und zum anderen ihren Wettbewerbern.

Warum sollte der Fachbesucher sich die PCIM Europe und PCIM Asia 2011 nicht entgehen lassen? Mit welchen Highlights können die Messen aufwarten?

Die PCIM Europe bildet als Leitveranstaltung den Leistungselektronikmarkt seit Jahren übersichtlich und fokussiert ab. Die PCIM Asia folgt diesem Beispiel mit Riesenschritten und ist schon jetzt die führende Veranstaltung in der Region. Alle großen Namen und Markführer sind vertreten, ebenso wie aufstrebende, neue und innovative Unternehmen. Dieser Mix macht die Messe auch deshalb so attraktiv, weil der Besucher meist eine anwenderorientierte Lösung sucht oder sich über die Neuheiten in der Branche informieren will – und genau dies hier findet.

Die Keynotes von renommierten Experten der Branche sind auch in diesem Jahr wieder für Teilnehmer wie Besucher offen. Das gilt auch für die Postersessions.

Auf der PCIM Europe wird es, wie schon in den letzten Jahren, wieder ein Forum geben, auf dem die Aussteller ihre Produkthighlights präsentieren können. Darüber hinaus wird das European Center for Power Electronics wieder den Students Day am dritten Messetag veranstalten. Mit dieser Aktion wollen wir uns auch um den Ingenieursmangel in der Branche kümmern. Zudem haben alle Besucher die Möglichkeit, am ersten und zweiten Messetag die Postersession im Foyer der Messe zu besuchen. Über 100 Autoren stellen ihre Arbeiten und Entwicklungen vor und stehen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Details zum Programminhalt und weitere Highlights der PCIM Asia stehen in Kürze zur Verfügung.

„Wer wissen will, was sich in der Leistungselektronikbranche bewegt und welche Neuheiten es gibt, der kommt zur PCIM Europe und zur PCIM Asia“, lädt Udo Weller abschließend ein.