ANS Answer Elektronik Service- und Vertrieb, Limeshain, hat hierfür Softwarelösungen entwickelt, die dies ermöglichen. Bei einem Kundenprojekt erfolgte die Einführung einer ganzheitlichen Traceability-Lösung für den gesamten Prozess in einer bestehenden SMD-Fertigung. So musste eine Vielzahl bereits vorhandener abzubildender Prozesse eingebunden werden. Die Traceability für die THT-Arbeitsplätze sowie die Feederintelligenz wurde vorher über eine veraltete Software-Lösung abgebildet, welche ANS stark optimiert und vereinfacht darstellte. Zuerst wurden die Systeme sowie die Software Everes und deren Möglichkeiten vorgestellt, die Kundenanforderungen aufgenommen und ein Konzept erarbeitet. Nach der Kundenentscheidung wurde mit dem Hersteller der ERP-Lösung die benötigten Schnittstellen besprochen.

Einführung einer ganzheitlichen Traceability-Lösung für den gesamten Prozess in einer bestehenden SMD-Fertigung.

Einführung einer ganzheitlichen Traceability-Lösung für den gesamten Prozess in einer bestehenden SMD-Fertigung. ANS

Daten ermitteln und sammeln

Bestückautomation

ANS wurde 1994 gegründet und unterhält den exklusiven Vertrieb von SMD-Bestückungssystemen, sowie den Service und die Ersatzteilversorgung für namhafte Hersteller wie Casio, i-Pulse/Yamaha-Motor-Group und Speedprint in Deutschland und auch in benachbarten europäischen Ländern. Darüber hinaus bietet man Erfahrung und spezialisiertes Wissen bei der Planung und Realisierung von kompletten SMD-Bestückungslinien und versteht sich als verantwortlicher Lieferant bei Systemlösungen zum Einsatz von Bestückungsautomationen und den nachfolgenden Schritten wie AOI und AXI.

Bei jenem Kundenprojekt beginnt die Gewährleistung einer ganzheitlichen Traceability bereits im Wareneingang. Zum Einsatz kommt hier der Everes Wareneingangstisch, auf welchem die Bauteilrollen gescannt und eine Unique-ID generiert wird. Die Bilder der Rolle werden für Traceability-Zwecke gespeichert. Die Unique-ID wird für den Bestückungsprozess verwendet und die Rollenmengen sowie die Unique-ID werden anschließend an das ERP-System übermittelt. Da eine Leiterkarten-Kennzeichung für Traceability unabdingbar ist, kommt ein Labelfeeder der Yamaha i-Pulse S- & M-Serie zum Einsatz. Im Projekt aber wurden die Platinen mittels Laser-Markierer gekennzeichnet. Die Informationen werden dann an die Software Everes weitergegeben. Danach erfolgte eine Leiterkarten-Reinigung mittels Ionisierung. Hier wird mittels Timestamp die Ladung der Leiterkarte vor und nach der Ionisierung mitgeschrieben und übermittelt. Im Drucker wird der Barcode gescannt und die Druckparameter sowie die zuvor mit dem Traceability-Tool des Druckers erfassten Materialien wie  Schablone, Rakel, Paste und Unterstützungsstifte zur Leiterkarten-ID gespeichert. Das 3D-SPI-Inspektionssystem übernimmt die Pastenkontrolle. Die Inspektionsdaten werden an die Software weitergereicht und der Drucker wird mittels Closed-Loop über das Ergebnis informiert um eventuelle Korrekturen vorzunehmen.

Der Bestückungsprozess wird über den intelligenten Feedern und der Rüstkontrolle gestartet. Die interne Kamera des Bestückungssystems liest den Barcode ein und verknüpft alle Bauteilrollen bis zur Bestückungsposition auf der Leiterkarte. Beim Reflow-Löten werden alle Temperaturen ebenfalls in Kombination mit der Leiterkarten-ID an die Software übermittelt. Das Ergebnis der automatisch optischen Inspektion wird in einer Datenbank gespeichert und der Export der relevanten Daten erfolgt zur Software.

Umfangreichere Aufgabenstellung bei Handarbeitsplätze

Jeder Prozessschritt kann detailliert dargestellt werden.

Jeder Prozessschritt kann detailliert dargestellt werden. ANS

Bei den Handarbeitsplätzen war die Aufgabenstellung ein wenig umfangreicher, denn neben der Traceability wurde auch eine Rüstkontrolle realisiert. Dabei wurde die Möglichkeit geschaffen, Produkte anzulegen und mit jedem Produkt entsprechende Artikel aus dem ERP-System zu verknüpfen. Bei der Rüstkontrolle werden alle zum Produkt gehörenden Artikel gescannt, bevor die Leiterkarten gescannt wurden. Xray- und Lackierprozesse wurden ebenfalls mit diesem Konzept abgedeckt. Nun ist der Kunde imstande, per Knopfdruck eine Baugruppe zu scannen und mittels Timeline zu erkennen, wann welcher Prozessschritt vom fertigen Produkt durchlaufen worden ist. Zudem kann er jeden Prozessschritt detailliert nachvollziehen.

Doch aus dieser Integration resultiert nicht nur die Traceability, sondern auch das Monitoring der Fertigungslinie. Mittels Line-Monitoring besteht die Möglichkeit einen direkten Überblick zu bekommen, welche Produkte auf welchen Systemen laufen. Ein Einblick in die Managementdaten der einzelnen ist ebenfalls möglich. Somit hat man den Fertigungsprozess ständig unter Kontrolle und kann die Produktionseffizienz erhöhen, denn um den Prozess ständig zu hinterfragen sowie zu überprüfen, bedarf es Zeit sowie Fachpersonal. Doch meist steht dies in den Fertigungen nicht ausreichend zur Verfügung.

Anpassbare Rüstoptimierung

Bei der Rüstkontrolle werden alle zum Produkt gehörenden Artikel abgescannt.

Bei der Rüstkontrolle werden alle zum Produkt gehörenden Artikel abgescannt. ANS

Die Software Everes bietet als weitere Funktion eine Wochenplanung-Rüstoptimierung, welche sich auf Kundenanforderungen anpasst. Diese Funktion generiert eine optimale Reihenfolge der abzuarbeitenden Fertigungsaufträge. Ziel ist es, geringe Stillstandszeiten und geringe Rüstzeiten zu erreichen. Anwender oder Fertigungsleiter bestimmen die Parameter hierfür. Ebenfalls kann eine Zeit- und Personalplanung erstellt werden. Als weitere Grundlage dienen die Bestückungsprogramme, welche von den Bestückungsautomaten importiert werden. Somit lässt sich schnell auswählen, welche Produkte im definierten Berechnungszeitraum produziert werden sollen. Weitere Parameter sind die Anzahl der Linien und Maschinen, welche zur Verfügung stehen. Somit können Wartungen oder Maschinenausfälle ebenfalls berücksichtigt werden. Der errechnete Fertigungsablauf kann durch das Vergeben von Prioritäten sowie der Zuordnung eines Lieferdatums beeinflusst werden. Ein weiteres Feature ist ein Feeder-Setup, das anzeigt, welche Bauteilrollen auf welchem Feeder aufgerüstet sind und wo sich der Feeder gerade befindet. Für die grafische Aufbereitung der Stillstands- und Produktionszeiten und um einzelne Aufträge oder Tage analysieren, kann die SPC-Daten-Funktion genutzt werden.

Mittels Line-Monitoring besteht die Möglichkeit einen direkten Überblick zu erhalten, welche Produkte auf welchen Systemen laufen.

Mittels Line-Monitoring besteht die Möglichkeit einen direkten Überblick zu erhalten, welche Produkte auf welchen Systemen laufen. ANS

Programmerstellung reduziert

Ein zeitraubender Faktor ist die Programmerstellung beziehungsweise das Formatieren der CAD-Daten. Jeder Entwickler arbeitet nach eigenen Richtlinien und Standards und somit ist eine schnelle Formatierung und Standardisierung sehr aufwändig. Dafür wurde ein eigener Konverter entwickelt, welcher mit Format-Pattern arbeitet. Dieser sendet nach wenigen Klicks ein fertiges Bestückungsprogramm zur Offline-Software der Yamaha i-Pulse S- und M-Serie. Die Programmerstellung ist somit auf ein Minimum reduziert. Vorab kann sogar die zu bestückende Baugruppe als 3D-Vorschau dargestellt werden.

SMT Hybrid Packaging 2017:  Halle 4, Stand 229