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Feine Strukturen schnell gedruckt: Die Zukunft wird schwabbelig mit der formbaren leitenden Folien.
Mit der Demolinie sollte eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden, dass die gedruckte Elektronik soweit ist, um selbst auf einer Veranstaltung die kostengünstige Massenproduktion zu starten.
Elektronik endlos von der Rolle: Die Demolinie auf der LOPE-C 2013.
Papier und Folie werden interaktiv, davon konnten sich die Fachbesucher bei der Demo-Linie überzeugen.
Audi beeindruckt mit dreidimensionalen OLED-Heckleuchten.
Wasserdichte OLEDs und Elektronik hat das Forschungscenter Holst Centre vorgestellt.
Dr. Wolfgang Clemens von Poly-IC stellt PolyTC vor, worunter transparente leitfähige Folien für Touchsensoren, Displays, EMI und ESD Schutz, als Elektroden oder elektrische Heizelemente zu verstehen sind.

Die 5. LOPE-C hat sich als internationaler Marktplatz der gedruckten Elektronik etabliert: mit konkreten Anwendungen, erfolgreichen Geschäftsabschlüssen und einem intensiven Dialog zwischen Industrie, Wirtschaft und Forschung. Die internationale Fachmesse und Konferenz für organische und gedruckte Elektronik besuchten rund 1.800 Teilnehmer aus circa 40 Ländern. Das sind rund 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Durch die kontinuierliche Verbesserung der Techniken bei Druck- und Fertigungsverfahren in Verbindung mit kostengünstigen Materialien ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Erste Produkte basierend auf organischer Elektronik – dünn, leicht, flexibel und kostengünstig herzustellen – sind bereits auf dem Markt. Die Wegbereiter sind extrem leichte, flexible und energiegünstige Touchscreen-Displays für Smartphones und interaktive „intelligente Verpackungen“ für Consumer-Artikel. Und während Automobilindustrie oder Verbraucherelektronik bereits auf konkrete Anwendungen der gedruckten Elektronik setzen, kommen in vielen weiteren Branchen kontinuierlich neue Anwendungsfelder hinzu. Stephan Berlitz, Head of Lighting Innovations and Functions bei Audi, nimmt wichtige Erfahrungswerte von der LOPE-C mit: „Wir sehen bei Audi ein großes Potenzial in der gedruckten Elektronik, insbesondere bei Anwendungen von OLED-Leuchten. Für die Entwicklung suchen wir den steten Austausch zwischen Industrie, Hochschulen und Forschungsinstituten. Mit der LOPE-C haben wir genau die Plattform gefunden, die alle wichtigen Gesprächspartner vereint.“

Dass die gedruckte Elektronik bereits im Markt angekommen ist, zeigten die zahlreichen Lösungen auf der Fachmesse eindrucksvoll. 110 Aussteller aus 19 Ländern (vgl. 2012: 99 Aussteller aus 17 Ländern) präsentierten konkrete Anwendungen, wie beispielsweise einen Sitzsensor für die Automobilindustrie, ein mobiles Blutzuckermessgerät oder fälschungssichere Identifikationslabel. Wolfgang Mildner, General Chair der LOPE-C und Geschäftsführer der PolyIC, zieht ein positives Fazit: „Bei der LOPE-C trifft sich Industrie, Forschung und Anwenderseite – nur im gemeinsamen Dialog können wir die neue Elektronik, die sich vor allem an den Bedürfnissen der Industrie orientieren soll, zügig voranbringen.“ Ein besonderer Besuchermagnet war die Demo-Line: Besucher konnten sich live an der Fertigungsstraße einen Überblick über den kompletten Produktionsablauf von gedruckter Elektronik verschaffen. Die OE-A Working Group ‚Upscaling Production‘ hatten in Zusammenarbeit mit zwei der LOPE-C organisiert. Hier wurde gezeigt, wie in mehreren Druck- und Beschichtungsprozessen voll funktionsfähige und interaktive Batterietester hergestellt werden.

Marktplatz für gedruckte Elektronik

Die Weiterentwicklung dieser überaus attraktiven Technologie schreitet unaufhaltsam voran. Die schnelle Verfügbarkeit personenbezogener Informationen ist Treiber zukünftiger Produkte und Dienstleistungen. Auf der diesjährigen LOPE-C zeigten internationale Keyplayer ihre Lösungen. Die Messe spiegelt die jeweiligen Märkte und Fortschritte wider und legt den Hauptfokus auf Endanwendungen, deren Anforderungen, Herstellungsprozesse und Materialien. Schließlich bedeuten die technologischen Anforderungen künftiger Anwendungen in erster Linie das Verschmelzen einer kostengünstigen Elektronik, die Daten aufnehmen, verarbeiten und direkt anzeigen kann, mit einfachen Produkten des Alltags.

Polymerelektronik bietet sich für diese Anwendungen an: preiswert in der Herstellung ist sie multifunktional und durch viele (künftige) Applikationsmöglichkeiten auch allgegenwärtig. Größter Vorteil ist indes die Herstellung: Die Polymermaterialien lassen sich lösen und dann wie elektronische Tinte durch Druckverfahren strukturiert auf unterschiedliche flexible Folien und Trägermaterialien aufbringen. Die Grundstoffe sind praktisch unbegrenzt verfügbar. So ist es möglich, Elektronik hauchdünn und großflächig zu drucken. Denkbar ist sogar die kaum sichtbare Einarbeitung elektronischer Schaltungen in Stoffe und Tapeten. Im Druckverfahren lassen sich bereits Transistoren, Leuchtdioden, Solarzellen, Sensoren, Batterien und Displays herstellen. Damit ist es möglich, kleine, handliche und einfach zu bedienende Systeme zu bauen, weshalb das noch recht junge Technologiefeld der gedruckten Elektronik heute schon ein multimilliardenschwerer Markt ist – mit deutlichen Wachstumsraten.

Dr. Klaus Hecker, Geschäftsführer der OE-A Organic Electronics Association, schätzt, dass der weltweite Markt für organische Elektronik derzeit einen Umsatz von rund 8 Mrd. US-Dollar aufweist und auch weiterhin prosperieren wird: „Für gedruckte Elektronik eröffnet sich ein riesiges Potenzial, da die Technologie nicht nur in etablierten Branchen den Siegeszug angetreten hat, sondern auch neuartige Bereiche entstehen lässt.“ Produkte mit neuartigen Funktionen werden bald schon Wirklichkeit. Das könnten so genannte intelligente Verpackungen sein, die aufleuchten, wenn sich jemand nähert, oder aber im Medizin- bzw. Pharmabereich, wenn die Verpackung eines Grippemedikaments in die Lage versetzt wird, die Körpertemperatur eines Patienten zu messen.

„Auch in den nächsten Jahren wird die Polymertechnik eine Schlüsseltechnologie sein, um Kunststofftechnik und Elektronik gekonnt zu vereinen“, prognostiziert Hecker und gibt damit das Feedback seiner Verbandsmitglieder wider. Die OE-A geht davon aus, dass sich das Marktvolumen in den nächsten 10 Jahren weltweit auf über 60 Milliarden US-Dollar summieren wird. Mit rund 200 Mitgliedern weltweit ist die OE-A der tragende Verband dieser Industrie und Mitorganisator der Kongressmesse LOPE-C. Fachbesucher erhalten auf der Messe aktuelle Informationen und Antworten darauf, welche Materialtrends sich abzeichnen und welche Druck- und Beschichtungstechnologien künftig relevant sein werden. Durch die Kombination von Konferenz und Fachausstellung bietet die LOPE-C eine perfekte Plattform für wissenschaftliche Innovationen und technologische Entwicklungen.