Mit Jean-151 will Hersteller Balver Zinn künftig die Lotpastenqualifizierung in der elektronischen Baugruppenfertigung erleichtern.

Lotpaste Jean-151 in Körnung T3 bis T5

Die Lotpaste Jean-151 ist mit Körnung T3 bis hin zu T5 erhältlich und besticht durch ein sehr gutes Auslöseverhalten aus den Aperturen der Druckschablone. Balver Zinn

Da die Lotpaste in den Körnungen T3 bis hin zu T5 erhältlich ist, muss künftig bei der Qualifizierung nur noch ein Flussmittelmedium für verschiedene Pulvertypen geprüft werden. Für Paolo Corviseri (Head of Technical Support & Area Sales Manager) und Matthias Eymann (Technical Support Manager & Application), die im Vorfeld der productronica 2019 den internationalen Vertriebspartnern von Balver Zinn die Lotpaste und weitere Neuerungen präsentierten, stellt Jean-151 einen Meilenstein in der Geschichte von Balver Zinn dar: „Gerade hinsichtlich der heutigen hohen Anforderungen an Qualität und Zuverlässigkeit, muss die Lotpaste sehr gute Eigenschaften aufweisen und dem Elektronikfertiger eine komfortable Verarbeitung ermöglichen. Mit Jean-151 ist uns dies gelungen, da wir mit nur einem Flussmittel Typ 3 bis Typ 5 bewältigen können“, erläutert Corviseri und Eymann unterstreicht: „Jean-151 baut auf unseren bewährten Lotpasten auf und hält weitere Vorzüge gegenüber unseren Allroundern bereit. Das wichtigste Novum ist aber, dass die Qualifizierung künftig nur noch mit einem Flussmittel erfolgt.“

Lotpaste Jean-151 von Balver Zinn

„Langzeittest“ auf’s Exempel: Die Lotpaste Jean-151 wurde auf dem Messestand von Balver Zinn anhand einer offenen Dose in einer Stehle vorgestellt. Balver Zinn

Paolo Corviseri stellt Lotpaste Jean-151 vor.

Paolo Corviseri stellte die Lotpaste Jean-151 in der im Vorfeld der productronica 2019 stattgefundenen Händlertagung von Balver Zinn vor. Marisa Robles

Matthias Eymann von Balver Zinn

Matthias Eymann von Balver Zinn: „Jean-151 ist nach J-STD-004 A ROL0 klassifiziert und die erste Lotpaste, die die gesamte Prozesskette von der Körnung T3 bis zur Körnung T5 abbildet.“ Balver Zinn

Lotpaste Jean-151 von Balver Zinn

Die internationalen Vertriebspartner erhielten in der Händlertagung einen ersten Eindruck von Jean-151 und deren Vorzüge im Vergleich zu anderen, vergleichbaren Lotpasten. Marisa Robles

Balver Zinn auf productronica 2019

Nachhaltigkeit war das Motto von Balver Zinn, das sich auch beim Messeauftritt widerspiegeln sollte, etwa mit digitalen Produktpräsentationen, die auf interaktiven Touchdisplays projiziert wurden. Im Bild: Das Messeteam von Balver Zinn, MTM Ruhrzinn und Die Lötprofis. Balver Zinn

In einer Langzeitstudie mit Actemium, einem Lösungsanbieter im Bereich der Elektro-, Automatisierungs- und IT-Technik, wurde Jean-151 SAC305 T4 auf Herz und Nieren geprüft. Als Hersteller von Prototypen und Serien sind dem Teamleiter der Produktion in Veghel Perry Smulders insbesondere die Faktoren der Geschmeidigkeit, Standzeit, Lötperlen, Klebkraft und Haltbarkeit positiv aufgefallen.

Das Auslöseverhalten der Lotpaste Jean-151 SAC305 T4 ist bei Schablonenöffnungen der Größe 0402, bei einer variablen Druckkraft von 30 bis 75 Newton, sehr gut und es hat im Reflow-Lötprozess sowie in der Dampfphase keine Mid-Chip Solderballs gegeben. „Neun Stunden auf der Schablone sowie die Nutzung der angefangenen Lotpastendose über den Zeitraum von einem Monat haben zu keiner Veränderung der Geschmeidigkeit, der Konturenstabilität oder der Klebkraft geführt“, berichtet Smulders zufrieden. Dies konnte auf dem Messestand von Balver Zinn anhand einer offenen Dose in einer Stehle nachvollzogen werden.

Des Weiteren hat sich das alkoholbasierte Flussmittel 390-RX-HT+ mit starken Wachstumszahlen im Automotivsektor zu einem Highrunner entwickelt. Das nach J-STD-004 A ORL0 klassifizierte Flussmittel hinterlässt unter Stickstoff kaum sichtbare Rückstände und bietet eine hohe Zuverlässigkeit. Für die E-Mobility und die damit einhergehenden Anforderungen an die Dauerfestigkeit der Lötverbindung bei Alterungsprozessen bei höheren Temperaturbelastungen bietet Balver Zinn nun die Wismut-dotierte Variante SN100CV der erfolgreichen silberfreien SN100C-Serie an.

Durch die Zugabe von 1,5 Prozent Wismut wird eine höherfeste Legierung erzielt, die im Wesentlichen von Substitutionsatomen getragen wird. Die Substitutionsverfestigung ist thermisch stabiler als die Ausscheidungsverfestigung bei silberhaltigen Loten. „Das Lot SN100CV ist somit ein günstiges Hochzuverlässigkeitslot als Alternative für hoch silberhaltige Lote für High-End-Anwendungen“, resümiert Matthias Eymann.

Nachhaltigkeit auf den Fahnen geschrieben

Dem Thema Nachhaltigkeit und somit auch dem wasserbasierten Flussmittel hat sich Balver Zinn schon vor Jahren verschrieben. Aktuell ist eine starke Nachfrage nach wasserbasierten ORL0-Flussmitteln nach dem IPC J-STD-004 A zu beobachten, weshalb Paolo Corviseri anmerkt.

„Das rückstandsarme und für das Wellenlöten ausgelegte Flussmittel 396-DRX-M+ erfüllt die Anforderungen, die an einen VOC-freien Lötprozess gestellt werden mit hoher Zuverlässigkeit, da es auf organischen Säuren basiert, hinterlässt es kaum sichtbare Rückstände und beugt der Brückenbildung vor.“ Das wasserbasierte Flussmittel ist zudem für die „Aufgaben der Zukunft“ geeignet.

Eine Premiere zur diesjährigen productronica war der neue nachhaltige Messeauftritt: Nicht nur, dass der wiederverwendbare Messestand so gut wie ohne Papier (Datenblätter, Lieferprogramme, etc.) auskam, da digitale Produktpräsentationen auf interaktive Touchdisplays projiziert wurden. Auch wurden die in heller und einladende Atmosphäre offen ausgestellten Produkte mit der Bereitstellung von Videos und technischen Daten vorgestellt. Überdies hat Balver Zinn zudem die Mitaussteller MTM Ruhrzinn und den Lötprofis ins Boot geholt.